Das Buch, St. Pauli und der Elbschlosskeller. Kein Roman

Das Buch, St. Pauli und der Elbschlosskeller. Kein Roman

Elbschlosskeller. Kein Roman. Dieses einmaligen Kultbuchs über eine Weltkulturerbe-Kneipe mitten in Hamburg St. Pauli ist absolut lesenswert, ein Stück St. Pauli und wahrscheinlich auch ein Stück Stadtgeschichte.

„Der Elbschlosskeller ist der Vorhof zur Holle“, findet Heinz Strunk. Und der muss es wissen, ist er doch mit seinem Buch Der goldene Handschuh in der Hölle gewesen.

„Vier Stufen führen runter in den Elbschlosskeller. Vier Stufen und du bist in einer anderen Welt.“

Seit mehr als sechs Jahrzehnten gibt es ihn – den Elbschlosskeller. Direkt gegenüber vom Goldenen Handschuh auf St. Pauli gelegen, geöffnet 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Obdachlose, Prostituierte, verlorene Seelen bilden das Stammpublikum, aber auch Millionäre, Sozialpädagogen oder Anwälte finden sich hier ein.

Der Elbschlosskeller ist Kultkneipe, Kiez-Institution, ein Spiegel der Gesellschaft, vielleicht die härteste Kneipe Deutschlands. Hinter dem Tresen steht Daniel Schmidt, und das seit seinem 18. Lebensjahr. Der Keller ist sein Leben. Und weil es ebenfalls weit jenseits bürgerlicher Konventionen verlief – als Jugendlicher nimmt er hemmungsund bedenkenlos Testosteron, um seinen Körper zu formen, er probiert sich als Lude (Zuhälter), überfällt einen Supermarkt, fährt als Hooligan Hunderte Kilometer weit aufs Land, um sich mit Gleichgesinnten zu schlagen, und verliert auf tragische Weise seine Schwester durch Suizid –, begegnet er seinen Gästen, egal wie tief sie gesunken sein mögen, mit unendlicher Empathie. Seine Geschichte ist untrennbar mit derjenigen des Elbschlosskellers und dessen Publikum verbunden. „Die Menschen kommen zu uns, damit sie sie selbst sein können.“ Oft, aber nicht immer, wird er mit den nahezu täglichen Extremsituationen fertig.

„Fast alle unserer Stammgäste waren mal Teil dieser sogenannten „normalen Gesellschaft“. Heute haben viele von ihnen massive Drogen- und Alkoholprobleme, einige kämpfen auch mit psychischen Krankheiten. Alles ist dabei: Vom Kaufmann und Firmeninhaber über Künstler bis hin zur Krankenschwester. Das Schicksal hat sie so hart getroffen, dass sie irgendwann ganz unten gelandet sind.“

In seinem autobiografischen Buch gibt er dieser Parallelwelt auf St. Pauli, ihrem Mythos und ihren Schicksalen eine authentische Stimme. Die Dramen und Tragödien, die traurigen, schönen und immer zutiefst menschlichen Momente, die hier stattfanden und bis heute stattfinden, machen die Kneipe zu einem Vexierbild. Ein düsterer, faszinierender Mikrokosmos, wie es ihn wohl nur an diesem Ort gibt.

Elbschlosskeller. Kein Roman gewährt einen erschütternden, verstörenden, soghaften Einblick in eine unbekannte Welt und in abgründige Schicksale, erzählt von dunklen Vorkommnissen in Kneipe, Kiez und Unterwelt – brutal ehrlich und überraschend reflektiert. Ein extremes, ein krasses Leben. Eine wahre Geschichte.

Daniel Schmidt: Elbschlosskeller. Kein Roman

Der Autor Daniel Schmidt
„Hier können Menschen sie selbst sein.“ Daniel Schmidt steht seit dem 18. Lebensjahr als Wirt hinterm Tresen im Elbschlosskeller, der härtesten Kneipe Deutschlands. Hier gehen Obdachlose, Prostituierte, gestrandete Existenzen, aber auch Millionäre, Sozialpädagogen oder Anwälte ein und aus. Eine düstere, faszinierende Parallelwelt, in der sich nicht nur traurige, sondern auch viele schöne zutiefst menschliche Momente abspielen.

Hall of Fame: Über diese 5 Stammgäste wird am meisten getuschelt

  1. Korn-Erna
    Hatte immer ein Auge unter der Brille zugeklebt und musste stets rein- und rausgetragen werden. Kam bis kurz vor ihrem Tod in den Elbschlosskeller.
  2. Rum-Carlo
    Lispelt stark und wollte das Leben seiner Frau im Elbschlosskeller beenden …
  3. Dirtyuwe
    Immer noch die gute Seele vom Elbschlosskeller. Ist leider mittlerweile verstorben.
  4. Der Heuler
    Hat über Jahrzehnte nicht einen vernünftigen Satz herausgebracht – dabei arbeitete er für eine Zeitung.
  5. Gerd Mayer
    „Feuerfotze“war immer seine Begrüßung.

Die 10 beliebtesten Songs im Elbschlosskeller

  1. Die immer lacht – Stereoact feat. Kerstin Ott
  2. Boot im Sturmgebraus – Torfrock
  3. Kernkraft 400 – Zombie Nation
  4. Hulapalu – Andreas Gabalier
  5. I‘ m Anal Batroz – AronChupa
  6. Es fährt ein Zug 3000 – Christian Anders
  7. Mein Hamburg lieb ich sehr – Abschlach
  8. Meine Nachbarin – Willi Herren
  9. Hells Bells – AC/DC
  10. Ich bin ich – Glasperlenspiel

10 persönliche Ausgehtipps für das perfekte St. Pauli-Wochenende

Oldschool-Bars

1. Elbschlosskeller, Hamburger Berg 38, 20359 Hamburg
2. David Quelle, Davidstraße 23, 20359 Hamburg
3. Silbersack, Silbersackstraße 9, 20359 Hamburg
4. Der goldene Handschuh, Hamburger Berg 2, 20359 Hamburg
5. Bayern Stüberl, Friedrichstraße 5, 20359 Hamburg

Restaurants

1. Hidden Kitchen, Friedrichstraße 3, 20359 Hamburg
2. Störtebekers Fischrestaurant, Bernhard-Nocht-Straße 68, 20359 Hamburg
3. Teigtasche, Hein-Hoyer-Straße 10, 20359 Hamburg
4. Trattoria Italia, Seilerstraße 59, 20359 Hamburg
5. Freudenhaus, Hein-Hoyer-Straße 7-9, 20359 Hamburg

Mehr zum Thema auch auf ARTE: Wird Sankt Pauli immaterielles Kulturerbe?

Buchverlosung ist abgeschlossen

Die drei Gewinnen wurde benachrichtigt, das Buch verschickt. Vielen Dank fürs Mitmachen und viel Glück beim nächsten Mal!

Elbschlosskeller – Kein Roman

Hier kaufen
von Daniel Schmidt, Olaf Köhne, Peter Käfferlein
256 Seiten, Edel Books (4. April 2019)
ISBN 3841906125
Taschenbuch 17,95 Euro

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