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Buchcover: Herbertstraße - kein Roman

Herbertstraße – kein Roman

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Mit hat das Buch Herbertstraße, die Autobiographie der Domina Manuela Freitag sehr gut gefallen. Ihre Lebensgeschichte ist vermutlich typisch für viele Schicksale aus dem Milieu und dennoch einzigartig.

Dieser Nicht-Roman beschreibt tatsächlich ein romanhaftes Leben und ist äußerst lesenswert. Mich wird ist nicht wundern, wenn diese Lebensgeschichte in wenigen Jahren in die Kinos kommt. Filmreich ist dieser Mensch, diese einzigartige Figur aus Hamburgs weltberühmter Hurenmeile im Herzen St. Paulis allemal.

Das Schicksal, der Lebensweg, den Manuela hier schildert sind krass, dramatisch, sehr menschlich und zu Herzen gehend. Ich finde es sehr gut, dass diese Frau den Mut gefunden hat, alle diese Dinge aufzuschreiben und uns allen, ihren Mitbürgern, die großen Respekt für diese Frau empfinden, zugänglich zu machen.

Ich jedenfalls lerne sehr gerne und habe diese Frau in diesem Buch sehr, sehr gerne kennengelernt.

Die Herbertstraße, eine 60 Meter lange Gasse mitten im Hamburger Rotlichtbezirk, an den Zugängen begrenzt von Sichtblenden. In den Fenstern präsentieren sich die Prostituierten den flanierenden Freiern. Eine von ihnen ist Manuela Freitag, seit mehr als 30 Jahren arbeitet sie hier. Sie ist die dienstälteste Domina der Herbertstraße. Nichts ist ihr fremd, keine Begierde, keine Obsession. Aber es gibt auch die private Manuela, die fürsorgliche Mutter und treue Freundin – eine Frau, die manchmal auch von einem ganz gewöhnlichen Leben träumt. In ihrem Buch erzählt sie, wo sie herkommt, wie sie aufwuchs und wie sie mit 13 den ersten Schritt ins Milieu tat. Wie sie sich später von Zuhältern befreite und zur Domina wurde. Sie nimmt uns mit in das Mysterium Herbertstraße und zeichnet dabei ein eindrucksvolles, facettenreiches Bild von den Bedürfnissen, den Sehnsüchten und Abgründen unserer Gesellschaft.

Die Autoren
Manuela Freitag, geboren 1964 in Bremen, wuchs in Pflegefamilien und Kinderheimen auf. Schon als Jugendliche ging sie Anschaffen. Mit 17 kam sie nach Hamburg und arbeitet seit nun mehr 30 Jahren als Domina in der Herbertstraße.

Peter Käfferlein ist seit Jahren fest in der deutschen Fernsehlandschaft verankert, er arbeitete für „Schreinemakers live” und war Chefredakteur des ARD-Talks „Beckmann“. Mit Olaf Köhne gründete er 2015 eine eigene Agentur. Gemeinsam verfassten sie biografische Bücher, u.a. mit Hardy Krüger und Lilo Pulver, beides SPIEGEL-Bestseller.

Olaf Köhne ist als TV-Journalist und Producer tätig und arbeitete für fast alle großen Fernsehsender in Deutschland, zuletzt als Redaktionsleiter der ARD-Sendung „Beckmann“. In Hamburg gründete er 2015 die Agentur „Käfferlein & Köhne“. Gemeinsam mit Peter Käfferlein verfasste er auch biografische Bücher, u.a. mit Hardy Krüger und Lilo Pulver, beides SPIEGEL-Bestseller.

Fazit

Ein Buch, das jeder, den Hamburgs Rotlichtmilleu oder skurrile Geschichten mit harten Schicksalen interessieren, gelesen haben muss. Wer möchte nicht ein Blick hinter die Kulissen der Herbertstraße werfen. Frauen, so das Klischee, sind dort nicht erwünscht, die Preise sind hart, die Huren absolut professionell, ihre Zuhälter im halbseidenen Milieu teils kriminell. Das ist Hamburg, das ist St. Pauli, das ist Rotlicht. Hier gibt es viele Geschichten und die von Manuela Freitag ist nur eine davon. Aber eine der schillerndsten und interessantesten.

Das Buch ist auf jeden Fall sehr gut geschrieben. Es ist spannend gemacht, schon vom Aufbau her, und es zeigt eine ungewöhnliche, charakterstarke Frau mit all ihren, teils unerwarteten Facetten. Das Buch lohnt sich, ich kann es wärmstens weiterempfehlen.

Herbertstraße

Buch hier kaufen
von Manuela Freitag
288 Seiten, Edel Books – ein Verlag der Edel Verlagsgruppe (3. September 2021)
ISBN 3841907431
Taschenbuch 17,95 Euro

Leseprobe Herberstraße

Leider wird vom Verlag keine Leseprobe zum Download bereitgestellt. Technik und Website von EDEL BOOKS ist eher rückständig und nicht optimiert für das moderne Internet.

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