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Theaterpreis Hamburg 2018

Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares 2020

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Beim Theaterpreis Hamburg bleibt anders: Auch wenn es (noch) keine offizielle Veranstaltung zur Würdigung der Preisträger*innen geben kann, stehen die Preisträger*innen fest. Wir freuen uns, bekannt geben zu können, dass acht einzelne Preise verliehen werden – an elf Theaterschaffende, die in ihrer Verschiedenartigkeit die Bandbreite der Hamburger Theaterlandschaft wunderbar abbilden. Darüber hinaus geht der Sonderpreis nicht – wie üblich – an eine Einzelperson, sondern an alle Theater Hamburgs, die in der schwierigen Zeit der Schließung ihren Zuschauer*innen künstlerisches Material per Streaming zur Verfügung gestellt haben.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „In dieser Zeit, in der gerade der Kulturbereich von so vielen Menschen schmerzlich vermisst wird und in der so viele Künstlerinnen und Künstler mit Sorgen auf die Zukunft schauen, setzt der ‚Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares‘ ein ganz besonders wichtiges Zeichen der Wertschätzung im unmittelbaren Sinn des Wortes. Die Hamburger Theater haben im vergangenen Jahr wieder herausragendes geleistet und die Preisträgerinnen und Preisträger stehen mit ihrer Arbeit auch stellvertretend für alle Künstlerinnen und Künstler. Völlig zurecht geht der Sonderpreis dieses Jahr an alle Theater Hamburgs, die mit Leidenschaft und viel Kreativität, auch in der Zeit der Schließung die Bühnen im Digitalen lebendig gehalten haben. Die Preisverleihung ist in diesem Jahr besonders wichtig und macht uns allen deutlich, wie wertvoll Kultur für unsere Gesellschaft ist. Diese Preise stehen für die Leidenschaft die die Kultur auszeichnet und die Begeisterung, Irritation oder Nachdenklichkeit die sie damit immer wieder aufs Neue bei ihrem Publikum auslösen können. Dies braucht unsere Gesellschaft und es wird für uns auch zukünftig bei allen digitalen Angeboten, die immer nur eine Ergänzung aber nie ein Ersatz sein können, erhalten bleiben. Allen Preisträgerinnen und Preisträgern meinen herzlichen Glückwunsch, den Hamburger Bühnen meinen aufrichtigen Dank für ihre Arbeit gerade in diesem Jahr und ich freue mich, Sie zukünftig wieder auf oder hinter den Bühnen zu treffen.“

In der Kategorie Beste Darsteller*in werden insgesamt 6 Preise verliehen:

Für ihre Darstellung der Rolle der Ora in „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg wird Ute Hannig mit dem Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares ausgezeichnet. Sie vermag es in dem ergreifenden Stück Zeittheater die Zuschauer*innen an einer Zeit- und Seelenreise teilhaben zu lassen, spielerisch nah und erschreckend wahr.

Als Violetta in Verdis „La Traviata“ in der Inszenierung von Inken Rahardt am Opernloft bekommt Freja Sandkamm den Theaterpreis Hamburg. In der Jurybegründung heißt es: „Freja Sandkamm legte so viel Gefühl und Temperament in ihre Darstellung der Violetta, dass nicht nur Alfredo, sondern das gesamte Publikum sich auf Anhieb in sie verliebte. Stimmlich absolut überzeugend, ausdrucksvoll und in den Höhen sehr klar – ließ sie uns mitfeiern, -fiebern und -leiden.“

Maria Hartmann stand schon auf vielen Bühnen der Hansestadt – insbesondere aber im Ernst Deutsch Theater. In der vergangenen Spielzeit brillierte sie dort als Fran in „Dinge, die ich sicher weiß“ und wird dafür mit dem Theaterpreis Hamburg ausgezeichnet. Maria Hartmann spielt die Figur der Mutter, die genau zu wissen meint, was für ihre Kinder gut ist, mit großer Energie als die Familie beherrschendes Muttertier. Mit ihrem großartigen Spiel zeichnet sie eindrucksvoll eine starke Frau, die mit dem Auszug der Kinder zur tragischen Figur wird.

Für das Stück „Heilig Abend“ am St. Pauli Theater werden gleich beide Darsteller*innen ausgezeichnet. Barbara Auer als Judith und Johannes von Bülow als Vernehmungsbeamter. In der Jurybegründung heißt es: „Wer hier mit wem spielt, lügt oder die Wahrheit sagt, ist nie eindeutig festzustellen. Man ist als Zuschauer*in hin und hergerissen zwischen zwei starken Persönlichkeiten, die sich einerseits scharfe Wortgefechte liefern, andererseits aber auch immer wieder gegenseitig umgarnen. Auer und Bülow sind wechselweise sympathisch und arrogant, wütend und resigniert, überlegen und verzweifelt. Und dabei in jedem Moment absolut glaubwürdig. Das ist spannend von der ersten bis zur letzten Minute und bleibt im Gedächtnis als ein herausragendes Theatererlebnis!“

Ebenfalls zu zweit nehmen Stephan Benson und Christian Nickel den Preis entgegen. Beide Schauspieler verkörpern brillant das denkbar ungleiche Brüderpaar in „Bruder Norman“ im Polittbüro. Die gesprochene Wucht der Worte ist bei den beiden fulminanten Charakterdarstellern gnadenlos, und die Wucht des Zusammenspiels ist schlichtweg umwerfend, urteilt die Jury.

Als bester Darsteller wird Sebastian Zimmler für seine Rolle des Jakub Zapiro in „Der Boxer“ im Thalia in der Gaußstraße ausgezeichnet. Mit vollem Körpereinsatz, spielerischer Verve und präziser Milieustudie vermag es Zimmler das Publikum im besten Sinne k. o. zu schlagen.

In der Kategorie Beste Regie/Dramaturgie geht der Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares an Clemens Mädge (Dramaturgie) und Kathrin Mayr (Regie) für ihre Arbeit „Fabian oder der Gang vor die Hunde“ im monsun.theater. Clemens Mädges Kunstgriff, den Spielverlauf der Handlung mittels eines Glücksrades dem Zufall zu überlassen und Kathrin Mayrs atemloser Regie ist es zu verdanken, dass Erich Kästners satirischer Roman Fabian und seine implizite Warnung vor dem politischen wie sozialen Müßiggang und Verfall schier beängstigend vergegenwärtigt wird.

In der Kategorie Herausragendes Bühnenbild wird Zita Schnábel für Ihre Bühne zu Kafkas „Das Schloss“ geehrt. Im besten Sinne kafkaesk ist ihre materielle Umsetzung. In der Jury-Begründung heißt es: „Zita Schnábel hat ein mehrstöckiges Gerüst aus Metall mit Treppen, Gängen, Plattformen und Verstrebungen entworfen, das einem Baugerüst gleicht. Es erscheint Selbstzweck zu sein für die vielen Arbeiter, Beamten, Sekretäre, Kantinen-Servicekräfte, den Vorsteher, den Bauleiter, den Sicherheitschef, die da fast im Minutentakt über die Treppen und Gänge eilen, laufen, klettern, stolpern. Besser kann man das Unerreichbare, Unheimliche, Unfassbare, kurz den von Kafka thematisierten Irrsinn kaum bauen. So wird Kafka anschaulich.“

Und schließlich geht der Sonderpreis an alle Theater Hamburgs, die in der schwierigen Zeit der Schließung ihren Zuschauer*innen digitale Beiträge zur Verfügung gestellt haben. „Die Theater haben uns gezeigt, sie gehören zu unserer Grundversorgung, ihre Präsenz ist ein Grundrecht. Dafür gebührt Ihnen unser Respekt und Dank.“ Inge Volk (Juryvorsitzende) zum diesjährigen Sonderpreis.

Der Jury des Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares gehören an: Dr. Inge Volk – Juryvorsitzende, Jan- Peter Gehrckens, Patrik Giese, Christian Hanke, Gunther Mieruch, Maike Schäfer, Elke Westphal (beratend)

Der Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares wird durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg unterstützt.

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