Dein Sommer in Hamburg. Event- und Geheimtipps von einem Insider der schönsten Stadt der Welt in diesem Hamburg-Blog seit 2008.
Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

Latin American Rhapsody: Ein Kontinent klingt in der Elbphilharmonie

5. September 2026 @ 19:30 22:00

Lateinamerika besitzt keine einheitliche musikalische Sprache. Der Kontinent klingt nach brasilianischem Choro und argentinischem Tango, nach karibischen Rhythmen, venezolanischen Saiteninstrumenten, paraguayischer Harfe und den großen Kompositionen des 20. Jahrhunderts. Beim Konzert „Latin American Rhapsody“ kommen diese unterschiedlichen Traditionen für einen Abend in der Elbphilharmonie zusammen.

Das festliche Eröffnungskonzert des Lateinamerika- und Karibik-Herbstfestivals führt durch verschiedene Länder, Epochen und musikalische Welten. Dabei stehen klassische Kompositionen nicht streng getrennt neben Jazz, Volksmusik und populären Liedern. Die Stile begegnen sich, antworten einander und zeigen, wie lebendig Musik wird, wenn kulturelle Grenzen durchlässig bleiben.

Fünf Musiker und ein weiter musikalischer Horizont

Auf der Bühne stehen fünf Musiker, deren Instrumente bereits einen Eindruck von der klanglichen Spannweite des Abends vermitteln.

Omar Acosta spielt Flöte, José Navarro-Silberstein sitzt am Klavier und Javier Colina übernimmt den Kontrabass. Marcel Montcourt bringt mit dem Cuatro eine kleine, vor allem in Venezuela verbreitete Gitarre ins Ensemble. Alberto Sanchez ergänzt den Klang mit der Harfe, die in mehreren lateinamerikanischen Musiktraditionen eine wichtige Rolle spielt.

Gemeinsam verbinden die Musiker kammermusikalische Präzision mit der Freiheit des Jazz und der unmittelbaren Kraft überlieferter Melodien. Mal führt die Flöte, mal trägt die Harfe das Stück, während Cuatro, Kontrabass und Klavier den rhythmischen Boden legen. Aus dem Wechsel der Instrumente entsteht eine musikalische Reise, die nicht durch Ländergrenzen, sondern durch Klangfarben zusammengehalten wird.

Von „Bésame Mucho“ bis Johann Sebastian Bach

Das Programm vereint bekannte Melodien mit Werken bedeutender lateinamerikanischer Komponisten. Zu hören ist unter anderem „Santa Morena“ des brasilianischen Mandolinisten und Komponisten Jacob do Bandolim. Chabuca Granda ist mit „Fina Estampa“ und „La flor de la canela“ vertreten. Beide Lieder gehören zu den prägenden Werken der peruanischen Musikgeschichte.

Aus Argentinien stammen die „Suite de danzas criollas“ von Alberto Ginastera und Carlos Gardels berühmter Tango „Por una cabeza“. Auch „Bésame Mucho“ von Consuelo Velázquez steht auf dem Programm – eine Melodie, die seit ihrer Entstehung in unzähligen Fassungen um die Welt gegangen ist.

Hinzu kommen Musik von Heitor Villa-Lobos, Paquito D’Rivera, Gentil Montaña, Carlos Aguirre und Rubén Fuentes sowie traditionelle Stücke aus Venezuela und Paraguay. Mit „Pájaro Campana“ von Félix Pérez Cardozo erklingt eines der bekanntesten Werke der paraguayischen Harfenmusik.

Eine reizvolle Wendung nimmt der Abend mit Johann Sebastian Bachs „Air“ aus der dritten Orchestersuite. Das Stück fügt sich nicht als europäischer Fremdkörper in das Programm ein. Vielmehr erinnert es daran, wie stark musikalische Formen seit Jahrhunderten über Kontinente hinweg wandern, aufgenommen und neu interpretiert werden.

Musik zwischen Klassik, Folklore und Jazz

„Latin American Rhapsody“ will nicht den einen Klang Lateinamerikas präsentieren. Dafür ist der Kontinent kulturell, historisch und musikalisch viel zu vielgestaltig. Das Konzert zeichnet vielmehr ein Panorama aus gemeinsamen Wurzeln, regionalen Eigenarten und fortwährendem Austausch.

Gerade die Verbindung von komponierter Musik und mündlich überlieferten Traditionen prägt viele lateinamerikanische Werke. Europäische Instrumente und Formen trafen über Jahrhunderte auf indigene Musik, afrikanische Rhythmen und später auf Jazz sowie internationale Popkultur. Daraus entstanden musikalische Sprachen, die zugleich vertraut und überraschend wirken.

Der Abend in der Elbphilharmonie macht diese Vielfalt hörbar. Große Gefühle dürfen dabei ebenso ihren Platz einnehmen wie rhythmische Raffinesse und leise kammermusikalische Momente.

Auftakt des Lateinamerika- und Karibik-Herbstes

Mit dem Konzert beginnt das Lateinamerika- und Karibik-Herbstfestival 2026. Das Hamburger Kulturfestival schafft jedes Jahr Begegnungen zwischen Europa, Lateinamerika und der Karibik. Konzerte, Tanz, Literatur, Filme, Diskussionen und weitere Veranstaltungen zeigen die gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt der Region.

„Latin American Rhapsody“ setzt dafür einen passenden Auftakt: nicht mit langen Erklärungen, sondern mit einer Musik, die von Migration, Austausch und gemeinsamen kulturellen Wurzeln erzählt.

Latin American Rhapsody auf einen Blick

Termin: Samstag, 5. September 2026

Beginn: 19:30 Uhr
Foyereinlass: 18:30 Uhr
Ende: gegen 22:00 Uhr
Das Konzert hat eine Pause.

Ort: Elbphilharmonie, Kleiner Saal
Adresse: Platz der Deutschen Einheit 1, 20457 Hamburg

Eintrittspreise: 18, 32, 48 und 58 Euro
Aktuell werden auf der Veranstaltungsseite verfügbare Karten ab 48 Euro angezeigt.

Weitere Informationen und Tickets gibt es bei der Elbphilharmonie Hamburg.

Elbphilharmonie

Platz der Deutschen Einheit
Hamburg, 20457 Germany
Google Karte anzeigen

Visited 6 times, 1 visit(s) today
×