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5 Jahre 48h Jenfeld: Ein Stadtteil wird zur großen Bühne

4. September 2026 6. September 2026

OrganisatorInnen: 5 Jahre 48h Jenfeld

Am ersten Septemberwochenende wird Jenfeld für genau 48 Stunden zu einem weitläufigen Festivalgelände. Allerdings ohne Absperrungen, Einlasskontrollen und eine einzige riesige Hauptbühne.

Bei 48h Jenfeld findet die Musik dort statt, wo die Menschen leben, arbeiten, lernen und sich begegnen. Cafés, soziale Einrichtungen, Schulen, Kirchen, Geschäfte, Nachbarschaftstreffpunkte und Plätze werden zu temporären Konzertorten.

Vom Freitag, dem 4. September, um 18 Uhr bis zum Sonntag, dem 6. September 2026, um 18 Uhr treten mehr als 40 Acts an 20 Spielorten auf. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Spenden für das Festival und die beteiligten Musiker sind willkommen.

Von der Nachbarschaft für die Nachbarschaft

48h Jenfeld folgt einem einfachen Grundsatz: Die Kultur wird nicht von außen in den Stadtteil gebracht. Sie ist längst da und bekommt für ein Wochenende eine gemeinsame Bühne.

Alle auftretenden Musikerinnen und Musiker haben eine Verbindung zu Jenfeld. Sie wohnen, arbeiten oder proben im Stadtteil. Dabei spielt es keine Rolle, wie alt sie sind, woher sie kommen oder ob sie seit Jahrzehnten auftreten oder gerade ihre ersten Bühnenerfahrungen sammeln.

Professionelle Musiker treffen auf Freizeitbands, Chöre, Nachwuchskünstler, Schulensembles und Menschen, die einfach große Freude daran haben, gemeinsam Musik zu machen.

Das Programm spiegelt entsprechend viele musikalische Sprachen wider. Rock, Pop, Country, Rap, Reggae, Cumbia, Chormusik, Bläserklänge, Singer-Songwriter-Stücke und experimentelle Formate stehen gleichberechtigt nebeneinander.

Eröffnung mit dem Nachbarschaftschor

Das Festival beginnt am Freitag um 18 Uhr mit Karaoke im Jugendzentrum. Die offizielle Eröffnung übernimmt um 19 Uhr der Nachbarschaftschor Jenfeld im Malhaus.

Der Chor ist aus dem Netzwerk Musik aus Jenfeld entstanden und bringt Menschen mit unterschiedlichen Stimmen und Erfahrungen zusammen. Damit passt er ausgesprochen gut an den Anfang eines Festivals, das weniger nach musikalischer Perfektion als nach gemeinsamer Beteiligung fragt.

Anschließend spielt im Malhaus die Akustikband S.N.B.E. Coverversionen in einem eigenen, entspannten Stil. Später tritt dort Priskila & Friends auf. Die Singer-Songwriterin Priskila Wowor stammt aus Bandung in Indonesien und lebt heute in Hamburg.

Parallel wird auch die Kristallbar zur Bühne. Dort spielen Der F! sowie das Duo Anna & Andi, das handgemachte Livemusik präsentiert.

Ein Samstag voller Musik

Der Samstag bildet den umfangreichsten Festivaltag. Bereits kurz nach 12 Uhr beginnt das Programm mit der Tanztheater-Schule Elementary beim ASB Jenfeld.

Im Jenfeld-Haus wird das Ballett „Däumelinchen“ gezeigt. Wenig später verbindet „Magic meets Music“ Zauberei und Musik. Am Nachmittag spielen dort Rentner United. Der Name lässt bereits vermuten, dass musikalische Energie keine Frage des Geburtsjahres ist. Später lädt das Haus zu einem Musikquiz ein.

Beim ASB treten außerdem die BilleBläser auf. Das Ensemble verbindet Holz- und Blechblasinstrumente und zeigt eine weitere Seite der musikalischen Nachbarschaft.

Rap, Rock und junge Stimmen beim BAUI

Der Baui Jenfeld wird am Samstag zu einem Treffpunkt für junge Künstler und moderne Sounds.

Burhan45 und ili OS bringen Rap und persönliche Texte auf die Bühne. Später tritt Valero auf, der bereits 2022 bei 48h Jenfeld seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte. DJ Luke Laser beendet das dortige Programm mit elektronischer Musik.

Der Baui gehört zugleich zu den Orten, an denen das Festival seinen Grundgedanken besonders deutlich macht: Jugendliche erhalten keine fertig geplante Veranstaltung vorgesetzt. Sie können selbst auftreten, Verantwortung übernehmen und ihre eigenen musikalischen Ausdrucksformen einbringen.

Lateinamerikanische Musik am Einkaufszentrum

Rund um das Jenfelder Einkaufszentrum entsteht am Samstag eine weitere musikalische Achse.

Son Nicas spielt auf dem Quartiersplatz nicaraguanische und lateinamerikanische Musik. Später folgt die Hamburger Band Salut mit eigenen deutschsprachigen Songs.

Am Abend wird das Programm noch einmal ausgesprochen tanzbar. MATAILO verbindet Cumbia mit rituellen und festlichen Elementen. Anschließend bringen Gyasehene Fire Man und Maddyjahlight Afro-Pop, Reggae und Dancehall auf den Platz.

Auch Army of Sound tritt am Einkaufszentrum auf. Die Hamburger Rockband ist musikalisch von den 1970er-Jahren geprägt und bringt klassische Rocksounds nach Jenfeld.

Country, Rock und ein Banjo

Mehrere kleine Spielorte zeigen am Samstag, wie gut Musik und Alltag zusammenpassen.

In der Jenfelder Kaffeekanne treten VAM, The Hey Hills und Zaubermaus auf. Das Programm reicht dort von Rock über Country und Pop bis zu einer siebenköpfigen Band, die bereits seit mehreren Jahren gemeinsam spielt.

Im Haus am See sind der Posaunenchor der Friedenskirche Jenfeld, die Country Coasters und die seit mehr als vier Jahrzehnten bestehende Band Roaring Silence zu Gast.

Bei KulturJenny spielen TATSAXE Unplugged sowie Doctor Hardtimes mit Pizza und Banjo. Schon der Titel des zweiten Programmpunkts besitzt eine gewisse Überzeugungskraft. Viel mehr als Pizza, Banjo und ein schepperndes Konzert braucht ein gelungener Festivalnachmittag manchmal tatsächlich nicht.

Weitere Auftritte finden bei Nordgemüse statt. Dort verbinden Angebote für Kinder Musik und Bewegung. Außerdem stehen Ze June und Stary Ikarus auf dem Programm.

Eine Jugendbühne mit eigenem Programm

Am Sonntag gehört die Bühne Null an der Otto-Hahn-Schule jungen Festivalmachern. Die Jugendbühne wird 2026 bereits zum zweiten Mal gemeinsam mit der Schule organisiert.

Die Jugendlichen wirken nicht nur am Veranstaltungstag mit. Sie wählen Künstler aus, stellen musikalische Stilrichtungen zusammen, planen den Ablauf und übernehmen Verantwortung für die Durchführung.

Damit erhalten sie einen praktischen Einblick in die Arbeit hinter einem Festival. Denn zu einer guten Bühne gehören weit mehr als Verstärker und Mikrofone. Zeitplanung, Kommunikation, Technik, Betreuung und gelegentlich starke Nerven spielen ebenfalls eine Rolle.

Auf der Bühne Null treten Seventhirty5, DFF, Gennardy Tsypin, die Bunsenburners und Kein Konsenz auf. Das Programm reicht von Indie-Pop und Rock bis zu Improvisation und weiteren jungen Sounds.

Chöre, Grunge und Musik aus verschiedenen Kulturen

Am Sonntag verteilt sich das Programm erneut über mehrere Orte.

Im Eis-Café spielt Von Paula nonkonformen Grunge mit deutlichen Anklängen an die 1990er-Jahre. Später folgen die Nasmat Band, die Konzertbrigade Ukraine sowie NOY & Friends.

In der Kirche Der Gute Hirte tritt der vietnamesische Chor Ca ?oàn Thánh Linh Hamburg auf. Danach singt der Chor Kalinka. Mit Tista steht außerdem ein Projekt auf dem Programm, das musikalische Begegnung und Verbindung in den Mittelpunkt rückt.

So wird der letzte Festivaltag noch einmal zu einem hörbaren Bild der kulturellen Vielfalt Jenfelds.

Rundgang zu Beats, Rhymes und Geschichte

Zum Sonntagsprogramm gehört auch der Rundgang „Beats, Rhymes and History“.

Er führt an Orte und zu Geschichten, die von außen nicht immer sichtbar sind. Dabei verbindet das Format Musik, Stadtteilgeschichte und einen genaueren Blick auf Jenfeld.

Solche Rundgänge passen gut zu 48h Jenfeld. Das Festival möchte schließlich nicht nur Konzerte anbieten. Es macht Beziehungen zwischen Menschen, Orten und ihren Geschichten sichtbar.

Wer nur von Bühne zu Bühne eilt, hört vielleicht viel Musik. Wer zwischendurch genauer hinschaut, versteht womöglich auch ein wenig mehr vom Stadtteil.

Selbstorganisierte Veranstaltungen stärken das Festival

Rund die Hälfte der Programmpunkte wird 2026 als sogenannte SoVa ausgerichtet. Die Abkürzung steht für selbstorganisierte Veranstaltung.

Dabei übernehmen Einrichtungen, Geschäfte, Initiativen und andere Beteiligte aus Jenfeld die Organisation ihrer Programmpunkte weitgehend selbst. Sie wählen Künstler, bereiten ihre Orte vor und gestalten den Ablauf innerhalb der gemeinsamen Festivalregeln.

Dadurch wächst 48h Jenfeld nicht allein durch eine zentrale Festivalleitung. Der Stadtteil übernimmt selbst einen großen Teil der Verantwortung. Nachbarn werden zu Gastgebern, Geschäfte zu Kulturorten und soziale Einrichtungen zu Konzertveranstaltern.

Fünf Jahre musikalische Verbindungen

Das Netzwerk Musik aus Jenfeld besteht seit 2021. Seitdem treffen sich Musikschaffende, Schulen, soziale Einrichtungen, Kulturorte, lokale Unternehmen, Stadtteilaktive und Nachbarn regelmäßig, um gemeinsame Projekte zu entwickeln.

48h Jenfeld ist das große jährliche Schaufenster dieser kontinuierlichen Arbeit. Das Festival orientiert sich am Schwesterprojekt 48h Wilhelmsburg, hat in Jenfeld aber längst einen eigenen Charakter entwickelt.

Initiiert wurde das Festival von Steph Klinkenborg und dem Team des Salon International. 2026 liegt die Projektleitung bei Luanny Tiago da Conceição.

Aus dem gewachsenen Netzwerk ist inzwischen der Verein Musik aus Jenfeld hervorgegangen. Damit sollen die entstandenen Kontakte, musikalischen Angebote und Kooperationen langfristig im Stadtteil verankert werden.

Unterstützung für Menschen mit Behinderungen

Das Festival möchte vorhandene Barrieren weiter abbauen. Das Team „Jenfeld barrierefreier“ unterstützt Menschen mit Behinderungen bei Fragen zu Spielorten und Abläufen.

Während des Festivals sind die Ansprechpersonen an roten Westen zu erkennen. Sie können unter der Telefonnummer 01575 2868564 erreicht werden.

Da sich das Programm über 20 sehr unterschiedliche Orte verteilt, können die Bedingungen vor Ort voneinander abweichen. Wer bestimmte Anforderungen an Zugänglichkeit oder Unterstützung hat, sollte sich deshalb möglichst vor dem Besuch informieren.

Freier Eintritt und freiwillige Unterstützung

Alle Konzerte und Veranstaltungen von 48h Jenfeld sind kostenlos. Das Festival kann jedoch auf verschiedene Weise unterstützt werden.

Für 2 Euro werden Supporterbändchen angeboten. Nach den Konzerten können Besucher außerdem Geld in den Hut der Musikerinnen und Musiker geben. Etwas Bargeld in kleinen Scheinen und Münzen ist daher sinnvoll.

An welchen Orten Speisen und Getränke erhältlich sind, wird im offiziellen Programm gekennzeichnet. Zusätzlich gibt es am Festivalwochenende ein Couponheft für Geschäfte im Jenfelder Einkaufszentrum.

48h Jenfeld 2026: Termin und Programm

  • Beginn: Freitag, 4. September 2026, 18 Uhr
  • Ende: Sonntag, 6. September 2026, 18 Uhr
  • Spielorte: 20 verschiedene Orte in Hamburg-Jenfeld
  • Programm: mehr als 40 Acts
  • Eintritt: frei, Spenden willkommen

Da zahlreiche Veranstaltungen parallel stattfinden, lohnt sich vorab die Zusammenstellung einer persönlichen Route. Das vollständige Programm, Angaben zu den Spielorten und die Festivalkarte stehen auf der Website von Musik aus Jenfeld.

Kostenlos

Jenfelder Tannenweg

Jenfelder Tannenweg 10
Hamburg, 22045 Germany
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