Dein Sommer in Hamburg. Event- und Geheimtipps von einem Insider der schönsten Stadt der Welt in diesem Hamburg-Blog seit 2008.
Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

Das 10. Drunter&Drüber Neustadt Festival: Ein Platz für alle!

5. September 2026 @ 10:30 23:30

Plakat: Drunter&Drüber Neustadt Festival

Am Samstag, dem 5. September 2026, wird die Hamburger Neustadt wieder zum offenen Kultur- und Nachbarschaftsraum. Unter dem Motto „Platz für alle“ lädt das zehnte Drunter & Drüber Neustadt Festival in kleine Läden, Cafés, Ateliers, Werkstätten und auf den Großneumarkt ein.

Das Programm beginnt um 10.30 Uhr mit den ersten Rundgängen. Ab 11 Uhr öffnen die beteiligten Orte ihre Türen. Workshops, Kunst, Kostproben und Mitmachaktionen verteilen sich über das gesamte Quartier. Am Nachmittag verlagert sich ein Teil des Geschehens auf den Großneumarkt, wo diskutiert, gestaltet, gegessen, getanzt und musiziert wird.

Nach dem Bühnenprogramm führt ab 22 Uhr eine Silent Disco den Festivaltag unter freiem Himmel fort.

Die Neustadt als kleines Dorf mitten in Hamburg

Die Neustadt liegt zwischen Innenstadt, Michel, St. Pauli und Hafen. Trotzdem hat sich rund um den Großneumarkt ein beinahe dörflicher Charakter erhalten.

Menschen begegnen sich auf dem Platz, kaufen in kleinen inhabergeführten Geschäften ein, sitzen vor Cafés oder arbeiten in Ateliers und Werkstätten. Viele dieser Orte werden beim Festival zu kleinen Bühnen, Ausstellungsräumen oder offenen Kreativlaboren.

Das Drunter & Drüber Festival möchte diese Vielfalt sichtbar machen. Es bringt Gewerbetreibende, Kunstschaffende, Vereine, Initiativen und Menschen aus der Nachbarschaft zusammen.

Veranstaltet wird die Jubiläumsausgabe von KunstLeben e. V. und der Interessengemeinschaft Großneumarkt-Fleetinsel e. V. Gemeinsam mit den beteiligten Akteuren zeigen sie, was in der Neustadt entsteht, wenn nicht nur über Nachbarschaft gesprochen, sondern gemeinsam etwas veranstaltet wird.

Was bedeutet „Platz für alle“?

Das Motto der Jubiläumsausgabe lässt sich ganz wörtlich verstehen. Es geht um den Großneumarkt als öffentlichen Raum: Wer hält sich dort auf? Wie kann der Platz grüner werden? Wo können Menschen sitzen, spielen, miteinander sprechen oder Kultur veranstalten? Und wie lassen sich unterschiedliche Interessen miteinander verbinden?

„Platz für alle“ meint zugleich gesellschaftliche Teilhabe. Kunst, Kultur und städtisches Leben sollen nicht nur einer kleinen Gruppe offenstehen. Unterschiedliche Generationen, Lebensentwürfe und kulturelle Hintergründe brauchen Raum, ohne dass alle dasselbe wollen oder auf dieselbe Weise leben müssen.

Um diese Fragen geht es auch in der Podiumsdiskussion „Platz für alle – Lösungen für alle“, die um 16.30 Uhr auf dem Großneumarkt beginnt.

Kunst verbindet die Festivalorte

Ein Schwerpunkt der zehnten Ausgabe ist eine dezentrale Kunstausstellung. Arbeiten Hamburger und Neustädter Kunstschaffender werden in Geschäften, Ateliers, Schaufenstern und weiteren Festivalorten gezeigt.

Beteiligt sind unter anderem Lana Bragin, Meike Marie Buchholz, Maaike Dirkx, Helene Antonie, Isabel Gasch, Olesia Huk, Hyun Joo Jin, Lars Klingenberg, Stefanie Klambt, Tabea Mertens und TineKunst.

Die Ausstellung verbindet die einzelnen Orte im Stadtteil miteinander. Statt alle Arbeiten in einem abgeschlossenen Ausstellungsraum zu versammeln, führt die Kunst durch das Quartier.

Um 13 und 15 Uhr beginnen Ausstellungseröffnungen und geführte Touren zu den verschiedenen Kunstorten.

Kleine Porträts auf Bierdeckeln

Beim Porträtomat zeichnen Isabel Gasch und Christine Mrotzek kleine Porträts auf Bierdeckel.

Das Format dürfte weniger Zeit beanspruchen als eine klassische Porträtsitzung, hinterlässt aber ein sehr persönliches Erinnerungsstück. Zugleich können Besucher unmittelbar beobachten, wie ein Gesicht mit wenigen Linien erfasst und auf das kleine Format übertragen wird.

Solche Aktionen nehmen der Kunst das Feierliche und Unnahbare. Man muss weder eine Ausstellungseröffnung mit Weinglashaltung beherrschen noch kunsthistorische Fachbegriffe bereithalten. Hinsetzen, anschauen lassen, gezeichnet werden – das reicht vollkommen.

Workshops in Ateliers und Geschäften

In den beteiligten Läden und Ateliers kann nicht nur geschaut, sondern selbst gestaltet werden.

Im Schmuckatelier Anne Zimmer wird mit Draht gearbeitet. Bei Frohstoff stehen Siebdruckaktionen auf dem Programm. Im VIVILOU Kreativstudio können Keramiken bemalt werden.

Im Aquarellatelier von Olesia Huk entstehen eigene Arbeiten. Auf dem Großneumarkt lädt die Künstlerin außerdem zu einem gemeinschaftlichen Aquarell ein. Viele einzelne Beiträge verbinden sich dabei zu einem gemeinsamen Kunstwerk.

Die MalaMala Crew gestaltet zusammen mit den Gästen Bänke. Auch der StattGarten ist beteiligt und verbindet Gärtnern mit dem Bau von Sitzmöbeln, Gesprächen, Rundgängen und unverstärkter Musik.

„Die Neustadt atmet“: Atemspaziergang mit Mark Henckel

Um 17 Uhr beginnt an der Neustadtbude auf dem Großneumarkt der Atemspaziergang:

„Die Neustadt atmet – Atemspaziergang durch Kunst, Kultur und Stadtraum“

Unter der Leitung des Hamburger Atemtrainers und Gesundheitsberaters Mark Henckel wird der Spaziergang durch die Neustadt mit bewusster Atmung und Wahrnehmung verbunden.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Luft in den Körper zu befördern oder eine bestimmte Atemtechnik perfekt auszuführen. Der Atem wird vielmehr zu einem praktischen Werkzeug, um das eigene Tempo, den Körper und die Umgebung bewusster wahrzunehmen.

Ein Stadtteil verändert sich, wenn man ihn nicht nur durchquert. Geräusche, Gerüche, Architektur, Menschen und kleine Übergänge im Stadtraum werden deutlicher, sobald das Tempo sinkt und die Aufmerksamkeit wieder beim eigenen Erleben ankommt.

Der Atemspaziergang verbindet damit Gesundheit, Kunst und Stadtwahrnehmung. Er passt besonders gut zum Festivalmotto: Platz für alle beginnt auch damit, sich selbst wieder etwas Raum zu geben.

Start: 17 Uhr
Treffpunkt: Neustadtbude auf dem Großneumarkt
Titel: „Die Neustadt atmet – Atemspaziergang durch Kunst, Kultur und Stadtraum“
Leitung: Mark Henckel

Rundgänge durch Geschichte und Gegenwart

Neben dem Atemspaziergang stehen mehrere weitere Themen-Walks auf dem Programm.

Bereits ab 10.30 Uhr beginnt der kleine Hummel-Bummel. Weitere Rundgänge führen in Läden, Werkstätten und Cafés oder zu den verschiedenen Kunstorten. Auch eine Michel-Führung gehört zum Angebot.

Von 12 bis 18 Uhr laden Entdeckertouren zu den beteiligten Geschäften und Ateliers ein. Dabei ist auch Plattdeutsch im Programm vertreten. Der Verein der Hamburger e. V. bietet kleine sprachliche Zugänge zur traditionellen Hamburger Alltagssprache.

So lässt sich die Neustadt aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten: historisch, künstlerisch, körperlich und sprachlich.

Yoga mit und ohne Stuhl

Um 11 Uhr beginnt bei Fehlig Moshfeghi Architekten beziehungsweise Wald-Wiese „Yoga für alle“. Um 13 Uhr folgt „Yoga mit Stuhl“.

Die zweite Variante richtet sich auch an Menschen, denen Übungen auf einer Matte schwerfallen oder die eine ruhigere, besser zugängliche Form der Bewegung bevorzugen.

Damit wird das Festivalmotto sehr konkret umgesetzt. Ein Angebot ist nicht schon deshalb für alle geeignet, weil „alle“ auf dem Plakat stehen. Es braucht Varianten, die unterschiedliche körperliche Möglichkeiten berücksichtigen.

Markt-Brunch und Programm für Kinder

Von 11.30 bis 14 Uhr lädt der Großneumarkt zum Markt-Brunch ein. Fresh Perspective Lemonade ist ebenso beteiligt wie verschiedene Cafés, Restaurants und Foodstände aus dem Quartier.

Für Kinder gibt es eine Vorleseaktion mit anschließendem Quiz in der Neustadtbude. Außerdem wird ein Schachturnier für junge Spielerinnen und Spieler veranstaltet.

Weitere kreative Workshops und Mitmachangebote richten sich ebenfalls an Familien. Das Festival lässt sich daher gut über mehrere Stunden besuchen, ohne dass Kinder ausschließlich das Erwachsenenprogramm begleiten müssen.

Köstlichkeiten aus der Neustadt

Kulinarisch beteiligen sich unter anderem das feels like, der Foodtruck Kayseri Manti, Kaffair, die Kleine Milchkanne, Thämer’s, La Locanda, Public Coffee Roasters und Tamashi Crêpes.

Ab 16 Uhr werden auf dem Großneumarkt weitere Speisen und Getränke angeboten.

Das kulinarische Programm zeigt dabei ebenso wie die Kunstaktionen die Vielfalt des Quartiers. Zwischen Kaffee, Crêpes, Manti und Neustädter Gastronomie muss sich niemand auf eine einzige Richtung festlegen. Ein Straßenfestival ist schließlich einer der wenigen Orte, an denen ein vollständig unlogischer Speiseplan als kulturelle Offenheit durchgeht.

Bühnenprogramm auf dem Großneumarkt

Um 16 Uhr wird das Nachmittags- und Abendprogramm auf dem Großneumarkt mit „Ein Platz für alle – jetzt und in Zukunft“ feierlich eröffnet.

Eine halbe Stunde später beginnt die Podiumsdiskussion „Platz für alle – Lösungen für alle“. Darin sollen unterschiedliche Perspektiven auf den Großneumarkt, seine Nutzung und seine künftige Entwicklung zusammenkommen.

Musikalisch und körperlich wird es unter anderem mit Rave Aerobic unter der Leitung von Lenny Wolf. Außerdem stehen die Kiez Kauboys, Leon Parka und Charismatic Sound im Programm.

Von 18 bis 22 Uhr lebt die historische Musikerbörse des Großneumarkts neu auf. Bei der „Musikerbörse On Stage“ treten die KAMM IN-Sessions und weitere Beteiligte auf.

Der historische Bezug ist passend: Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts trafen sich auf dem Großneumarkt Musiker, um Engagements für Auftritte in Gaststätten zu erhalten. Das Festival greift diese Tradition auf und übersetzt sie in die Gegenwart.

Silent Disco unter freiem Himmel

Ab 22 Uhr übernimmt RUNdmG den Abschluss des Festivals. Bei der Silent Disco tanzt das Publikum unter freiem Himmel zu Musik über Kopfhörer.

Von außen betrachtet wirkt eine Silent Disco gelegentlich wie ein sehr gut besuchter Tanzkurs ohne hörbare Musik. Für die Beteiligten selbst entsteht dagegen eine gemeinsame Tanzfläche mitten auf dem Platz.

Damit endet die Jubiläumsausgabe so, wie sie begonnen hat: gemeinschaftlich, ein wenig ungewöhnlich und mitten in der Neustadt.

Drunter & Drüber Neustadt Festival 2026: Termin und Ort

Datum: Samstag, 5. September 2026
Beginn der ersten Rundgänge: 10.30 Uhr
Offene Läden, Ateliers und Cafés: ab 11 Uhr
Programm auf dem Großneumarkt: ab 16 Uhr
Atemspaziergang mit Mark Henckel: 17 Uhr
Musikerbörse: 18 bis 22 Uhr
Silent Disco: ab 22 Uhr
Ort: Großneumarkt und verschiedene Orte in der Hamburger Neustadt
Zentrale Anlaufstelle: Neustadtbude auf dem Großneumarkt

Aktuelle Informationen, die Festivalorte und das vollständige Programm stehen auf der Website der Interessengemeinschaft Großneumarkt-Fleetinsel.

Kostenlos

Großneumarkt

Großneumarkt 5,
Hamburg, 20459 Germany
Google Karte anzeigen
Visited 10 times, 1 visit(s) today
×