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Hamburg Art Week 2026: „Crossing Currents“ verbindet die Kunststadt

3. September 2026 6. September 2026

Crossing Currents - Hamburg Art Week 2026

Vom 3. bis 6. September 2026 findet erstmals die Hamburg Art Week statt. Unter dem Titel „Crossing Currents“ verbinden sechs kuratierte Kunstrouten rund 100 Museen, Galerien, Sammlungen, Off-Spaces und unabhängige Initiativen. Performances, Führungen, Diskussionen, Konzerte und ein Nachtprogramm machen zeitgenössische Kunst in der ganzen Stadt sichtbar.

Hamburg besitzt große Museen, international arbeitende Galerien, Künstlerhäuser, private Sammlungen und eine lebendige freie Kunstszene. Was bislang fehlte, war ein gemeinsames Format, das diese weit verstreuten Orte miteinander verbindet.

Genau hier setzt die erste Hamburg Art Week an. Vom Donnerstag, dem 3. September, bis Sonntag, dem 6. September 2026, schließen sich rund 100 Kunstorte zu einem stadtweiten Programm zusammen.

Die sogenannte Founding Edition soll keine einmalige Veranstaltung bleiben. Sie bildet den Auftakt zu einer künftig jährlich stattfindenden Plattform für zeitgenössische Kunst in Hamburg.

Was bedeutet „Crossing Currents“?

„Crossing Currents“ lässt sich mit „sich kreuzende Strömungen“ übersetzen. Gelegentlich wird der Titel auch als „Gegenströmungen“ wiedergegeben. Im Zusammenhang mit der Hamburg Art Week ist die erste Bedeutung treffender.

Es geht nicht allein um Gegensätze, sondern um Bewegungen, die aufeinandertreffen, sich verbinden, gegenseitig beeinflussen oder für eine Weile in unterschiedliche Richtungen weiterfließen.

Das Bild passt zu Hamburg als Hafenstadt. Der Hafen war schon immer ein Ort des Austauschs, der Ankunft, des Aufbruchs und der Begegnung verschiedener Kulturen. Die Hamburg Art Week überträgt diese Idee auf die Kunstszene.

Etablierte Museen treffen auf experimentelle Projekträume. Lokale Positionen treten mit internationalen Stimmen in einen Dialog. Bildende Kunst begegnet Performance, Musik, Tanz, Architektur und gesellschaftlicher Debatte.

Rund 100 Kunstorte treten gemeinsam auf

An der ersten Hamburg Art Week beteiligen sich Museen und Kunstinstitutionen, mehr als 40 Galerien, zahlreiche Off-Spaces, unabhängige Initiativen, Künstlerhäuser und private Sammlungen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Hamburger Kunsthalle
  • Deichtorhallen Hamburg und PHOXXI
  • Museum für Kunst und Gewerbe
  • MARKK
  • Kunsthaus Hamburg
  • Kunstverein in Hamburg
  • HFBK Hamburg
  • Sammlung Falckenberg
  • Dieter Roth Museum
  • Frappant Galerie
  • Künstlerhaus FRISE
  • Kunsthaus Baurs Park
  • zahlreiche Galerien und selbstorganisierte Ausstellungsräume

Die gemeinsame Klammer ist wichtig. Hamburgs Kunstszene ist nicht zu klein. Sie war bislang nur nicht immer leicht als zusammenhängende Landschaft zu erkennen.

Wer die großen Museen kennt, kennt noch lange nicht die Projekträume. Wer regelmäßig Vernissagen besucht, hat möglicherweise noch nie eine private Sammlung oder ein Atelierhaus betreten. Die Art Week macht aus vielen einzelnen Adressen erstmals ein sichtbares Kunstnetzwerk.

Sechs farbige Kunstrouten durch Hamburg

Das zentrale Orientierungssystem bilden sechs kuratierte Routen. Sie heißen „Currents“ und sind jeweils mit einer Farbe gekennzeichnet.

Die Routen führen nicht bloß von A nach B. Jede stellt eine eigene Verbindung zwischen Stadtteilen, Institutionen und künstlerischen Perspektiven her.

Yellow Current: Kunstmeile und Oberhafen

Der Yellow Current folgt zunächst der Hamburger Kunstmeile. Zu den Stationen gehören die Hamburger Kunsthalle, das Museum für Kunst und Gewerbe, der Kunstverein, das Kunsthaus Hamburg sowie die Deichtorhallen und das PHOXXI.

Anschließend führt die Route weiter in den Oberhafen. Dort trifft die institutionelle Kunstwelt auf Galerien und das kreative Umfeld des ehemaligen Güterbahnhofs.

Der Yellow Current eignet sich besonders für Menschen, die mit bekannten Häusern beginnen und von dort aus kleinere Orte kennenlernen möchten.

Blue Current: Geschichte und Gegenwart

Der Blue Current verbindet historische Orte mit zeitgenössischer Kunst. Die Route führt unter anderem über die Fleetinsel, das Mahnmal St. Nikolai und das Galerienviertel rund um die Admiralitätstraße.

Beteiligt sind beispielsweise Galerie Conradi, Galerie Kaufmann, Galerie Mathias Güntner, Holger Priess und die MASSOUMI Contemporary Art Gallery.

Hier wird besonders deutlich, wie Kunst in bestehende Stadtstrukturen eingreift. Historische Architektur, neue Ausstellungsräume und künstlerische Auseinandersetzungen mit Erinnerung und Gegenwart liegen dicht beieinander.

Purple Current: Gängeviertel und Neustadt

Der Purple Current verbindet klassische Moderne mit experimenteller Gegenwartskunst.

Die Route führt vom Gängeviertel durch die Neustadt. Zu den Stationen gehören Feinkunst Krüger, Galerie Gruppe Motto, Galerie Herold, MOM art space, Raum linksrechts und THE SPACE //.

Große Galerien stehen hier neben selbstorganisierten Initiativen und alternativen Projekträumen. Gerade diese Mischung dürfte den Reiz der Strecke ausmachen. Man bewegt sich zwischen etablierten Positionen und Kunst, die ihre Form, ihren Ort oder gelegentlich auch ihren Sinn noch mitten im Prozess verhandelt.

Red Current: Kunst westlich der Alster

Der Red Current führt westlich der Alster zu Galerien, Sammlungen und besonderen Kulturorten.

Auf der Route liegen unter anderem das Dieter Roth Museum, Galerie Vera Munro, Galerie Schimming, Klosterfelde Edition und das MARKK.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf internationalen und diasporischen Perspektiven. Außerdem verbindet die Route einen Skulpturengarten, eine frühere Künstlerresidenz und weitere ungewöhnliche Ausstellungsorte.

Orange Current: Von der HFBK zum Alsterpark

Der Orange Current beginnt im Umfeld der Hochschule für bildende Künste. Von dort führt er zu unabhängigen und etablierten Kunstorten östlich der Alster.

Beteiligt sind unter anderem ICAT an der HFBK, Drawing Room, nachtspeicher23 und der Kunstverein Gastgarten. Eine weitere Station ist das Wolfgang-Borchert-Denkmal von Timm Ulrichs am Schwanenwik.

Die Route verbindet junge künstlerische Positionen mit international bekannten Namen. Sie zeigt zugleich, wie Kunsthochschule, Ausstellungsbetrieb und öffentlicher Raum ineinandergreifen.

Green Current: St. Pauli bis zum Golden Pudel

Der Green Current führt durch eine weniger touristische Kunstlandschaft St. Paulis.

Zu den Stationen gehören 8. Salon, Club d’Arc, Galerie Gemüse, Hinterconti, Park Fiction und der Golden Pudel Club.

Langjährig arbeitende unabhängige Kunstorte treffen hier auf Musik, Subkultur und Nachtleben. Der Golden Pudel ist deshalb nicht bloß Endpunkt der Route. Er gehört mit seinem eigenwilligen kulturellen Umfeld ganz selbstverständlich in dieses Kunstnetzwerk.

Side Currents und zusätzliche Kunstorte

Nicht alle teilnehmenden Orte liegen unmittelbar auf einer der sechs Hauptrouten. Als sogenannte Side Currents werden weitere Galerien, Sammlungen, Ateliers und Projekträume in das Programm aufgenommen.

Dadurch reicht die Hamburg Art Week weit über die zentralen Kunstviertel hinaus. Auch Orte in Harburg, Bergedorf, Blankenese und weiteren Teilen der Stadt sind beteiligt.

Ergänzt werden die Currents durch die Partnerformate Walk&Talk und add art. Sie bieten weitere Galerierundgänge und Zugänge zu Kunst in Unternehmen.

Pulse bringt Bewegung in die Kunst

Das Performance-Programm Pulse verbindet Ausstellungen und Kunstorte mit Tanz, Musik, Klang, Gesang, gesprochenem Wort und körperlicher Performance.

Der Titel des diesjährigen Programms lautet „Elsewhere, Here“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Ideen zwischen Menschen, Orten und künstlerischen Ausdrucksformen wandern und sich dabei verändern.

Die Performances reagieren auf Ausstellungen, Architektur und die jeweiligen Orte. Sie werden also nicht einfach als zusätzliches Bühnenprogramm neben die bildende Kunst gestellt.

Am Freitag ist beispielsweise in der Hamburger Kunsthalle die Performance „To Build to Bury to Remember“ zu sehen. Am Abend folgt in THE SPACE // „What Separates Us“.

Am Samstag gehören „Talking Dances“ in der MASSOUMI Contemporary Art Gallery und „The Mona Lisa Syndrome“ im nachtspeicher23 zum Pulse-Programm.

Current Affairs stellt unbequeme Fragen

Current Affairs ist das Diskussionsprogramm der Hamburg Art Week. Zwei Podiumsgespräche befassen sich mit der Rolle eines solchen Kunstformats für die Stadt.

Am Samstag beginnt um 14.30 Uhr in der Sfeir-Semler Gallery die internationale Diskussion „Why Another Art Week?“.

Die Frage ist berechtigt. Art Weeks gibt es bereits in vielen Städten. Ein neues Format rechtfertigt sich nicht allein dadurch, dass Ausstellungen zeitgleich stattfinden und anschließend ein englischer Titel darübergesetzt wird.

Diskutiert wird daher, wie eine Art Week über ein vorübergehendes Großereignis hinaus Bedeutung entwickeln kann. Es geht um internationale Sichtbarkeit, kulturelle Identität und langfristige Verbindungen zwischen Kunstszene und Stadtgesellschaft.

Am Sonntag folgt um 15 Uhr im Kunsthaus Hamburg das lokale Panel „Who Gets Seen?“. Im Mittelpunkt stehen Sichtbarkeit, Förderung und die Bedingungen, unter denen junge Kunstschaffende in Hamburg wahrgenommen werden.

Undercurrents führt die Art Week in die Nacht

Kunst endet nicht zwangsläufig mit dem Schließen der Museumstüren. Das Nachtprogramm Undercurrents verlagert die Hamburg Art Week in den Golden Pudel Club.

Bereits am Donnerstagabend legen dort ab 20 Uhr yung_womb und Phuong-Dan auf. Am Samstag wird das Nachtprogramm ab 22 Uhr fortgesetzt.

Undercurrents verbindet Kunstpublikum, Musikszene und Clubkultur. Das ist in Hamburg keine künstliche Annäherung. Viele künstlerische Entwicklungen entstehen gerade an den Übergängen zwischen Atelier, Projektraum, Bühne und Nachtleben.

Donnerstag: Vernissagen und langer Kunstabend

Die Hamburg Art Week beginnt am Donnerstag mit Workshops, Führungen und zahlreichen Ausstellungseröffnungen.

Ab 18 Uhr findet die Fleetinsel Night statt. Gleichzeitig laden die Häuser der Kunstmeile zu einem langen Donnerstag ein.

Galerien und Kunstorte wie Hengevoss-Dürkop, Mikiko Sato, Dorotheum und ICAT an der HFBK eröffnen Ausstellungen. Ab 19 Uhr folgen weitere Veranstaltungen in der Kunsthalle, im MARKK, bei FRISE, im WESTWERK und in anderen Häusern.

Der Auftakttag bietet sich daher gut für eine Route durch die Innenstadt, Fleetinsel und Kunstmeile an.

Freitag: Führungen, Performances und neue Ausstellungen

Am Freitag beginnen verschiedene geführte Rundgänge bereits am Vormittag. Kunsthalle, PHOXXI, Deichtorhallen und Dieter Roth Museum bieten Führungen oder Gespräche an.

Um 16 Uhr startet das Pulse-Programm in der Kunsthalle. Am Abend eröffnen unter anderem Galerie Morgenland, Kunsthaus Hamburg, Atelier Impuls und das Künstlerhaus Wendenstraße 45 neue Ausstellungen.

In THE SPACE // beginnt um 20 Uhr eine Performance. An der HFBK folgen weitere Veranstaltungen und ein Konzert.

Samstag: Debatten, Kunstgespräche und Nachtprogramm

Am Samstag konzentriert sich ein großer Teil des Programms auf Gespräche, Performances und Vernissagen.

Neben der Diskussion „Why Another Art Week?“ gibt es Führungen durch das Projekt FIRE am Mahnmal St. Nikolai und durch „A Manifesto“ am Hammaburg-Platz.

Am Nachmittag und Abend folgen Künstlergespräche, Performances und Eröffnungen in der Galerie Gruppe Motto, bei MEGA contemporary, in der Frappant Galerie, im Raum linksrechts und in der Galerie Herold.

Ab 22 Uhr zieht die Art Week weiter in den Golden Pudel Club.

Sonntag: Kunstgespräche und ein Blick nach vorn

Am Sonntag beginnen Führungen unter anderem im Museum für Kunst und Gewerbe, im Planetarium und im Dieter Roth Museum.

Das Kunsthaus Hamburg diskutiert ab 15 Uhr darüber, wer in der lokalen Kunstszene sichtbar wird. Zur gleichen Zeit gibt es einen Live-Podcast bei MEGA contemporary und Kunstgespräche in der Sammlung Falckenberg und im Dorotheum.

Im Kunsthaus Baurs Park beginnt um 18 Uhr ein gemeinsames Künstlerpicknick. Den Abschluss bildet unter anderem eine Kurzfilmnacht im Künstlerhaus FRISE.

Eintritt und persönliche Routenplanung

Für die Hamburg Art Week gibt es kein zentrales Ticket, das automatisch den Eintritt in alle beteiligten Museen und Ausstellungen umfasst.

Viele Sonderveranstaltungen, Eröffnungen, Performances und Gespräche sind kostenlos. Bei einzelnen Museen, Führungen oder Veranstaltungen können jedoch Eintrittspreise gelten oder vorherige Anmeldungen notwendig sein.

Das Programm ist zu umfangreich, um spontan alle interessanten Orte hintereinander besuchen zu können. Sinnvoll ist es, einen Current auszuwählen und einige persönliche Höhepunkte hinzuzufügen.

Wer versucht, rund 100 Kunstorte in vier Tagen vollständig abzuarbeiten, entwickelt vermutlich weniger ein Verhältnis zur Kunst als zur Hamburger Verkehrsplanung.

Crossing Currents – Hamburg Art Week 2026

Hamburg Art Week 2026: Termin und Programm

Termin: Donnerstag, 3. September, bis Sonntag, 6. September 2026
Orte: rund 100 Museen, Galerien, Sammlungen, Künstlerhäuser, Off-Spaces und unabhängige Initiativen in Hamburg
Programm: Ausstellungen, Führungen, Vernissagen, Performances, Gespräche, Workshops, Konzerte und Nachtveranstaltungen
Kunstrouten: Yellow, Blue, Purple, Red, Orange und Green Current
Eintritt: viele Veranstaltungen kostenlos; einzelne Orte mit Eintritt oder Anmeldung

Das vollständige, nach Tagen und Kunstorten filterbare Programm sowie die Karten der sechs Routen stehen auf der offiziellen Website der Hamburg Art Week.

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