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Lange Nacht der Literatur Hamburg 2026: Ein Tag voller Bücher, Stimmen und Geschichten
5. September 2026 @ 12:00 – 22:30

Am Samstag, dem 5. September 2026, gehört Hamburg den Büchern. Bei der 13. Langen Nacht der Literatur laden unabhängige Buchhandlungen, Bücherhallen und Kultureinrichtungen zu mehr als 30 Veranstaltungen ein. Leider ist das nur schlecht vereinbar mit der Theaternacht 2026!
Das Programm beginnt bereits um 12 Uhr und reicht bis in den späten Abend. Autorinnen und Autoren lesen aus neuen Romanen, Krimis, Sachbüchern und Kinderbüchern. Hinzu kommen Gespräche, Musik, Lyrik, ein Diary Slam und weitere Formate, die das geschriebene Wort aus seiner stillen Ecke holen.
Die Lange Nacht ist kein zentral organisiertes Festival mit nur einem Veranstaltungsort. Sie verteilt sich über ganz Hamburg – von Volksdorf und Niendorf über Wandsbek und Eimsbüttel bis nach Ottensen, Harburg und Blankenese. Sogar Pinneberg ist mit einer Lesung vertreten.
Mehr als 30 Veranstaltungen in ganz Hamburg
Bekannte Schriftstellerinnen und Schriftsteller treffen auf jüngere literarische Stimmen. Auf dem Programm stehen unter anderem Douglas Stuart, Carmen Korn, Jarka Kubsova, Shelly Kupferberg, Simone Buchholz, Heike Geißler, Jan Peter Bremer, Eva Lohmann, Meike Winnemuth und Judith Schalansky.
Das Publikum kann seinen Tag nach persönlichen Interessen zusammenstellen: erst eine Kinderbuchlesung am Nachmittag, später ein Roman, danach Lyrik oder ein Diary Slam. Ganz so leicht wie bei einem Festival auf einem einzigen Gelände ist das allerdings nicht. Hamburg bleibt Hamburg – und zwischen zwei schönen Sätzen können schon einmal eine Busfahrt, eine S-Bahn und ein kleiner Fußmarsch liegen.
Da die meisten Abendveranstaltungen gleichzeitig beginnen, empfiehlt es sich, einen persönlichen Favoriten auszuwählen und rechtzeitig ein Ticket zu reservieren.
Douglas Stuart stellt „John of John“ vor
Zu den Höhepunkten des Programms gehört der Besuch des schottisch-amerikanischen Schriftstellers Douglas Stuart. Sein Debütroman „Shuggie Bain“ wurde mit dem Booker Prize ausgezeichnet und machte ihn international bekannt.
Im Literaturhaus Hamburg stellt er seinen neuen Roman „John of John“ vor. Julia Westlake moderiert das Gespräch, Schauspieler Charly Hübner liest die deutschen Textpassagen.
Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr. Der Eintritt kostet 18 Euro, ermäßigt 14 Euro. Wer nicht vor Ort teilnehmen kann, hat die Möglichkeit, die Lesung über einen kostenpflichtigen Livestream zu verfolgen.
Hamburger Geschichten und starke literarische Stimmen
Carmen Korn liest um 18 Uhr in der Bücherhalle Wandsbek aus „In den Scherben das Licht“. Die Hamburger Schriftstellerin ist vor allem für ihre Romane über persönliche Lebenswege vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen bekannt.
Zur gleichen Zeit präsentiert Simone Buchholz in den Highnoon Studios am Grindelhof ihr Buch „Über Söhne“. Die Veranstaltung wird von der Buchhandlung Frau Büchert organisiert.
Jarka Kubsova liest um 18.30 Uhr in der Aula der Grundschule Sachsenweg aus „Im Licht des neuen Tages“. Ihr Roman handelt von einer Gruppe von Frauen, die in den 1970er-Jahren auf Island für Gleichberechtigung kämpfte.
Ebenfalls um 18.30 Uhr ist Heike Geißler im Buchladen in der Osterstraße zu Gast. Sie stellt ihren Roman „Michaela Kohlhaas“ vor.
Jan Peter Bremer liest um 19 Uhr in der Freien Akademie der Künste aus „Nachhausekommen“. Eva Lohmann präsentiert zur selben Zeit in der Bücherhalle Eimsbüttel ihr Buch „Etwas Leichtes“.
Krimis von St. Pauli bis an die Nordseeküste
Natürlich kommt auch das Verbrechen nicht zu kurz. Ben Westphal liest um 16.30 Uhr bei den Hamburger Bücherbussen aus „Der Bulle auf St. Pauli“. Die Veranstaltung findet auf dem Parkplatz der Rindermarkthalle statt.
Krischan Koch beginnt um 17 Uhr in der Bücherhalle Niendorf mit „Einer flog über das Möwennest“. Bereits der Titel lässt vermuten, dass an der Küste wieder weder Menschen noch Möwen vollständig unter Kontrolle sind.
In der Hamburger Krimiwelt liest Sia Piontek um 18 Uhr aus „Blutroter Sommer“. Damit ist auch für jene gesorgt, denen ein friedlicher literarischer Abend nicht genügend Leichen bietet.
Meike Winnemuth über das Glück des Lesens
Wie passend kann ein Buch für diesen Tag eigentlich sein? Meike Winnemuth liest um 19 Uhr im Max-Kramp-Haus aus „Eine Seite noch – Warum Lesen uns so glücklich macht“.
Der Titel beschreibt zugleich einen der häufigsten Gründe für zu wenig Schlaf. Aus einer Seite werden drei, aus drei wird ein Kapitel – und irgendwann beginnt draußen der Berufsverkehr.
Der Eintritt zur Veranstaltung kostet 14 Euro.
Literatur trifft Musik
Mehrere Veranstaltungen verbinden Bücher mit Musik. Martin Häusler liest um 18 Uhr in der Buchhandlung stories! aus „Gezählte Tage“ und singt dazu Lieder von John Lennon.
In der Buchhandlung Blattgold sprechen Herausgeberin Juliane Streich und Musikerin Ebba Durstewitz unter dem Titel „These Girls Forever!“ über wichtige Persönlichkeiten feministischer Musikgeschichte.
Die Schriftstellerin Johanna Wack ist um 20 Uhr in der Mathilde Bar in Ottensen zu Gast. Sie liest aus „Mehr Allergien als Freunde – Aber das juckt mich nicht“.
Kinderprogramm am Nachmittag
Die Lange Nacht der Literatur beginnt um 12 Uhr in der Bücherhalle Volksdorf mit einem Angebot für Kinder zwischen sechs und acht Jahren. Nele Palmtag liest aus „Durch den Wald – das Leben ist schön, wenn man es wagt“ und verbindet die Geschichte mit einem interaktiven Workshop.
Der Eintritt ist frei. Eine vorherige Anmeldung wird empfohlen.
Um 16 Uhr stellt Irene Margil im Kinderbuchhaus des Altonaer Museums „Marvellas ganze Freude“ vor. Das Kinderbuch von Siegfried Lenz erzählt von Marvella, die ihren Platz im Leben und ihre eigene Freude sucht. Die Lesung richtet sich besonders an Kinder zwischen fünf und acht Jahren. Der Eintritt kostet 3 Euro.
Tagebücher, Lyrik und literarische Experimente
Nicht jede Veranstaltung folgt dem klassischen Muster aus Tisch, Wasserglas und vorgelesenem Roman.
Bei „Flying Poetry“ öffnet sich um 19 Uhr im „Wohl oder Übel“ die Bühne für eigene Gedichte. Der Eintritt erfolgt auf Spendenbasis.
Das ZIEGEL-Quartett beginnt um 19.30 Uhr im Büchercafé KapitelDrei. Anne Otto, Jens Eisel, Mia Oberländer und Ocke Bandixen präsentieren Texte und zeigen verschiedene Seiten der Hamburger Gegenwartsliteratur.
Zur gleichen Zeit beginnt im Goldbekhaus der Diary Slam. Menschen lesen aus ihren alten Tagebüchern und stellen sich noch einmal jenen Gefühlen, Erkenntnissen und Formulierungen, die damals unbedingt für die Ewigkeit festgehalten werden mussten. Sven Onken moderiert den Abend.
Hamburger Buchhandlungspreise und gemeinsamer Ausklang
Ab 21.30 Uhr werden im Literaturhaus die Hamburger Buchhandlungspreise 2026 verliehen. Die Behörde für Kultur und Medien zeichnet drei besonders engagierte inhabergeführte Buchhandlungen aus. Jede der prämierten Buchhandlungen erhält 5.000 Euro.
Anschließend geht der Abend im Literaturhaus mit Musik, Getränken und Gesprächen weiter. Der Eintritt zur Preisverleihung und zum gemeinsamen Ausklang ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Literatur oder Theater – Hamburg verlangt eine Entscheidung
Die Lange Nacht der Literatur findet 2026 am selben Tag wie die Hamburger Theaternacht statt. Beide Veranstaltungen sprechen ein ähnliches kulturinteressiertes Publikum an und erreichen am frühen Abend ihren Schwerpunkt.
Immerhin beginnt das Literaturprogramm bereits mittags. Wer sich nicht entscheiden möchte, kann am Nachmittag eine Lesung besuchen und ab 19 Uhr durch die Theater ziehen. Bei den vielen interessanten Literaturveranstaltungen zwischen 18 und 20 Uhr wird diese elegante Doppelstrategie allerdings schwierig.
Hamburg leidet an diesem Tag nicht unter einem Mangel an Kultur. Eher unter einer gewissen Überfülle, die man sonst nur von Büchertischen, Theaterfoyers und privaten Regalen kennt.
Lange Nacht der Literatur Hamburg 2026: Termin und Tickets
Datum: Samstag, 5. September 2026
Beginn: 12 Uhr
Veranstaltungsorte: verschiedene Orte in Hamburg und Pinneberg
Gemeinsamer Ausklang: ab 21.30 Uhr im Literaturhaus Hamburg
Für die Lange Nacht der Literatur gibt es kein gemeinsames Gesamtticket. Die Eintrittskarten werden direkt von den jeweiligen Buchhandlungen, Bücherhallen und Kultureinrichtungen angeboten.
Die Preise liegen je nach Veranstaltung zwischen freiem Eintritt und 25 Euro. Bei einigen kostenlosen Angeboten ist trotzdem eine vorherige Anmeldung erforderlich. Das vollständige Programm und die jeweiligen Buchungsmöglichkeiten stehen auf der offiziellen Website der Langen Nacht der Literatur.

