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15. Kreativnacht St. Pauli: Wenn der Kiez seine Ateliers öffnet

4. September 2026 @ 18:00 23:30

15. Kreativnacht St. Pauli: Wenn der Kiez seine Ateliers öffnet

Einmal im Jahr passiert auf St. Pauli etwas Besonderes. Dann stehen nicht Clubs, Bars und Reeperbahn im Mittelpunkt, sondern die Menschen, die im Viertel malen, fotografieren, gestalten, nähen, schreiben, musizieren und Kunsthandwerk produzieren.

Am Freitag, 4. September 2026, lädt die 15. Kreativnacht St. Pauli zu einem langen Streifzug durch die kreative Nachbarschaft ein.

Von 18 Uhr bis Mitternacht öffnen Ateliers, Werkstätten, Läden, Büros und private Räume ihre Türen. Aus einem Abendspaziergang durch St. Pauli wird so eine kleine Expedition durch die Kunst- und Kulturszene des Viertels.

Kunst dort sehen, wo sie entsteht

Der besondere Reiz der Kreativnacht liegt in ihren Orten.

Statt ausschließlich durch klassische Galerien zu ziehen, kannst Du Räume betreten, in denen tatsächlich gearbeitet wird. Künstler öffnen ihre Ateliers, Designer ihre Läden und Kreative ihre Werkstätten. Manchmal wird sogar eine private Wohnung für einige Stunden zum Ausstellungsraum.

Das macht die Begegnungen persönlicher als bei einer großen Kunstmesse.

Du kannst Arbeiten anschauen und häufig direkt mit den Menschen sprechen, die sie geschaffen haben. Vielleicht findet sich dabei auch ein Bild, eine Fotografie, Schmuck oder ein anderes Einzelstück, das anschließend mit nach Hause darf.

Von Malerei und Fotografie bis Mode und Kunsthandwerk

Die Kreativnacht beschränkt sich nicht auf eine Kunstrichtung.

Zu sehen sind unter anderem Malerei, Zeichnungen und Fotografie. Designer präsentieren aktuelle Modekollektionen, Kunsthandwerker ihre Arbeiten und an verschiedenen Orten entstehen kleine Ausstellungen und Installationen.

Hinzu kommt ein umfangreiches Begleitprogramm.

Lesungen, Live-Design, Performances und Musik gehören ebenso zur Nacht wie ungewöhnlichere Programmpunkte bis hin zur Burlesque-Show.

Genau diese Mischung passt zu St. Pauli. Hier muss Kunst nicht still an einer weißen Galeriewand hängen.

Sie darf laut sein, schräg, schön, improvisiert oder ein bisschen widerspenstig.

Ein Kunstspaziergang durch St. Pauli

Ein zentrales Veranstaltungsgelände gibt es nicht.

Die Kreativnacht verteilt sich über das Viertel. Ein Schwerpunkt liegt rund um die Paul-Roosen-Straße, Kleine Freiheit und Wohlwillstraße; insgesamt erstrecken sich die teilnehmenden Orte im Gebiet zwischen Simon-von-Utrecht-Straße und Pferdemarkt.

Deshalb lohnt es sich, für den Abend etwas Zeit einzuplanen.

Man geht von Atelier zu Atelier, schaut in einen Laden hinein, hört irgendwo Musik, bleibt bei einer Ausstellung hängen und zieht anschließend weiter.

Das komplette Programm mit den teilnehmenden Orten und Veranstaltungen steht auf der Website der Kreativnacht zur Verfügung. Am Veranstaltungsabend liegt es außerdem bei den beteiligten Stationen aus – solange der Vorrat reicht.

Miss Nico trifft auf 400 Jahre Reeperbahn

Ein Beispiel für die Vielfalt des diesjährigen Programms findet sich in der Clemens-Schultz-Straße.

Die St.-Pauli-Künstlerin Miss Nico verwandelt dort das Abgeordnetenbüro von Arne Platzbecker unter dem Titel „Von vorn bis hinten Miss Nico“ in ein Upcycling-Kunstprojekt.

Passend zum Jubiläum 400 Jahre Reeperbahn gibt es dort um 20 Uhr außerdem einen Vortrag der Historikerin Eva Decker über die Geschichte der Reeperbahn und des Quartiers.

Das ist eine schöne Verbindung: Gegenwartskunst trifft auf die Geschichte eines Stadtteils, der sich seit Jahrhunderten immer wieder verändert.

Neue Bücher und unabhängige Verlage

Auch die unabhängige Hamburger Verlagsszene nutzt die Kreativnacht.

Beim Ankerwechsel Verlag findet beispielsweise der Releaseabend des neuen Buches „MYKO“ statt. Der kleine Hamburger Verlag veröffentlicht Bücher zu gesellschaftlichen, kulturellen und persönlichen Themen und öffnet zur Kreativnacht ebenfalls seine Türen.

Solche Stationen zeigen, warum sich ein genauer Blick ins Programm lohnt. Die Kreativnacht besteht nicht aus einer Handvoll großer Attraktionen, sondern aus vielen kleinen Veranstaltungen, die zusammen einen ziemlich ungewöhnlichen Kulturabend ergeben.

St. Pauli abseits der Reeperbahn erleben

Gerade für Besucher, die St. Pauli hauptsächlich mit der Reeperbahn verbinden, dürfte die Kreativnacht interessant sein.

Denn der Stadtteil besteht eben nicht nur aus Clubs, Kneipen, Theatern und Tourismus.

Zwischen all dem leben und arbeiten Künstler, Fotografen, Musiker, Designer, Illustratoren, Autoren und Kunsthandwerker. Viele dieser kleinen kreativen Orte nimmt man tagsüber kaum wahr.

Für sechs Stunden werden sie sichtbar.

Und plötzlich wird aus einer unscheinbaren Tür ein Atelier, aus einem Hinterhof ein Veranstaltungsort und aus einem Laden eine kleine Galerie.

Einfach losgehen – oder vorher eine Route bauen

Man kann die Kreativnacht durchaus planen.

Wer bestimmte Künstler oder Veranstaltungen sehen möchte, sollte sich vorher das Programm anschauen und eine kleine Route zusammenstellen.

Man kann den Abend aber genauso gut anders angehen.

Einfach nach St. Pauli fahren, bei einer der teilnehmenden Stationen beginnen und sich anschließend treiben lassen.

Das passt wahrscheinlich sogar besser zum Viertel.

Denn bei einer Veranstaltung mit vielen kleinen Orten wird ohnehin irgendwann etwas dazwischenkommen: eine interessante Ausstellung, ein Gespräch, eine Band oder eine Tür, durch die man eigentlich gar nicht gehen wollte.

Und genau dort könnte der interessanteste Teil des Abends warten.

15. Kreativnacht St. Pauli 2026: Termin und Eintritt

15. Kreativnacht St. Pauli

Freitag, 4. September 2026

Zeit:
18 bis 24 Uhr

Ort:
Verschiedene Ateliers, Werkstätten, Läden, Wohnungen und Veranstaltungsorte auf St. Pauli

Schwerpunkt rund um Paul-Roosen-Straße, Kleine Freiheit und Wohlwillstraße sowie im Gebiet zwischen Simon-von-Utrecht-Straße und Pferdemarkt.

Eintritt:
frei

Programm:
Malerei, Fotografie, Zeichnung, Design, Mode, Kunsthandwerk, Ausstellungen, Lesungen, Live-Design, Performances und Live-Musik.

Eine Nacht für die kreative Seite des Kiezes

St. Pauli braucht eigentlich keine zusätzliche Inszenierung. Der Stadtteil produziert seine Geschichten ziemlich zuverlässig selbst.

Gerade deshalb gefällt mir die Idee der Kreativnacht.

Für ein paar Stunden richtet sich der Blick weg von den großen Leuchtreklamen und hin zu den kleinen Türen des Viertels. Zu Menschen, die hier arbeiten und etwas schaffen.

Man muss dabei weder Kunstexperte sein noch einen minutiösen Plan mitbringen.

Sechs Stunden Zeit, ein bisschen Neugier und bequeme Schuhe dürften vollkommen reichen.

Denn die Veranstalter haben mit ihrer eigenen Beschreibung vermutlich recht:

Die Nacht wird wieder viel zu kurz.

Kostenlos

Paul-Roosen-Straße

Paul-Roosen-Straße
Hamburg, 22767 Germany
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