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Jam Karet Festival x Boboho 2026: Indonesien übernimmt die MS Stubnitz
6. September 2026 @ 15:00 – 03:00

„Nenek moyangku seorang pelaut“ – meine Vorfahren waren Seefahrer. Diese Zeile aus einem indonesischen Lied bildet den Ausgangspunkt für ein Festival, für das es in Hamburg kaum einen passenderen Ort geben könnte.
Am Samstag, 5. September 2026, übernimmt die indonesische Community die MS Stubnitz an den Elbbrücken. Das rund 80 Meter lange ehemalige Kühlschiff der DDR-Hochseefischereiflotte wird für einen Tag zum Pasar Ikan, einem indonesischen Fischmarkt.
Wobei das mit dem Fisch nicht ganz wörtlich genommen werden sollte.
Es geht vielmehr um das, was einen solchen Markt lebendig macht: Menschen treffen sich, essen, reden, hören Musik, tanzen, singen und bleiben am Ende erheblich länger als geplant.
Indonesien jenseits der Urlaubspostkarte
Das Jam Karet Festival gibt es inzwischen seit vier Jahren. 2026 schließt es sich mit Boboho zusammen, einem indonesischen Diaspora-Karaoke-Kollektiv, das bereits im vergangenen Jahr auf der Stubnitz gefeiert hat.
Gemeinsam wollen die Veranstalter eine andere Seite Indonesiens zeigen.
Nicht die touristische Vorstellung von Palmen, Tempeln und Traumstränden, sondern eine lebendige zeitgenössische Kultur: laut, musikalisch, urban, kreativ und ziemlich feierfreudig.
Und Hamburg als Hafenstadt passt dazu hervorragend.
Ein indonesisches Festival auf einem ehemaligen Fischereischiff im Hamburger Hafen – manchmal fügt sich eine Idee einfach zusammen.
Jason Ranti und Sukatani kommen aus Indonesien
Musikalisch bekommt das Festival 2026 besonderen Besuch.
Jason Ranti reist eigens aus Indonesien nach Hamburg. Der Singer-Songwriter ist für seine eigenwilligen, pointierten und gesellschaftskritischen Texte bekannt und gehört zu den interessanten Stimmen der alternativen indonesischen Musikszene.
Ebenfalls aus Indonesien angekündigt ist Sukatani.
Damit bekommt das Festival zwei Acts, die man in Hamburg nun wirklich nicht jedes Wochenende auf einer Bühne erleben kann. Die aktuelle Ankündigung der MS Stubnitz führt beide ausdrücklich als Gäste aus Indonesien.
Boboho Karaoke bis 3 Uhr morgens
Irgendwann wird aus dem Kulturfestival dann endgültig eine Party.
Boboho Karaoke übernimmt einen Teil der Nacht – und Mitsingen ist ausdrücklich erwünscht.
Dazu kommen das Dari Hati Collective sowie Wahsabi aus Berlin. Gefeiert werden soll bis 3 Uhr morgens.
Wer bei Karaoke normalerweise möglichst weit hinten im Raum steht und so tut, als hätte er gerade dringend etwas auf seinem Smartphone zu erledigen, könnte an diesem Abend also vor eine schwierige Entscheidung gestellt werden.
A-cappella-Musik und offener Musikwettbewerb
Das Programm beschränkt sich nicht auf die eingeladenen Künstler.
Mit Sumber Jaya Abadi Teater × Nada Vokalensemble ist auch Live-A-cappella-Musik angekündigt.
Außerdem gibt es einen offenen Musikwettbewerb. Bands, Solokünstler und Duos können sich beteiligen.
Damit bekommt die Hamburger indonesische Community selbst eine Bühne – und genau das scheint ein wesentlicher Gedanke des Festivals zu sein.
Nicht nur Kultur präsentieren, sondern gemeinsam etwas daraus machen.
Indonesisches Essen an Bord
Natürlich gehört Essen dazu.
Auf der Stubnitz sind mehrere Stände mit indonesischer Küche angekündigt. Die aktuelle Veranstaltungsseite spricht von fünf Foodständen; frühere Ankündigungen nannten sogar sieben.
Dazu gibt es Pop-up-Coffee.
Was genau auf den Tellern landet, wird vom Veranstalter noch nicht vollständig aufgelistet. Aber wer indonesische Küche kennt, weiß ohnehin, dass sich allein deshalb ein längerer Aufenthalt lohnen könnte.
Und wer sie noch nicht kennt, bekommt auf der Stubnitz eine ziemlich gute Gelegenheit, das zu ändern.
Tattoo, Hairstyling und T-Shirts selbst bedrucken
Dann wird das Programm endgültig ungewöhnlich.
Bei Matahari Hairstyling kann man sich die Haare machen lassen. Das Berliner Bhinnekayon Tattoo bietet Walk-in-Tattoos an.
Außerdem können Besucher eigene Shirts bedrucken und sich mit UV-Make-up gestalten lassen.
Tarot Readings gehören ebenfalls zum Programm.
Das Jam Karet Festival ist damit weder klassisches Konzert noch gewöhnliches Kulturfest. Es ist eher ein zwölfstündiger indonesischer Mikrokosmos im Bauch und auf den Decks eines alten Schiffes.
Ein Pasar Ikan im Hamburger Hafen
Die Idee des Fischmarktes zieht sich durch die gesamte Veranstaltung.
Ein Pasar Ikan ist nicht nur ein Ort, an dem etwas verkauft wird. Er ist sozialer Treffpunkt, Marktplatz und ein ziemliches Durcheinander aus Geräuschen, Gerüchen, Gesprächen und Menschen.
Genau diese Atmosphäre wollen die Veranstalter auf die Stubnitz übertragen.
Das Schiff liegt dabei am Kirchenpauerkai unmittelbar an den Elbbrücken. Man feiert also nicht irgendwo in einem neutralen Veranstaltungssaal, sondern tatsächlich auf dem Wasser und mitten in Hamburgs Hafenlandschaft.
Zwölf Stunden Indonesien auf einem Schiff
Los geht es bereits am Nachmittag.
Um 15 Uhr öffnen die Türen, und ebenfalls um 15 Uhr beginnt das Festival. Danach soll es bis tief in die Nacht weitergehen.
Der Veranstalter beschreibt es selbst als zwölfstündige Reise, die den Hamburger Hafen nie verlässt.
Das ist ein ziemlich schönes Bild.
Denn kulturell dürfte man an diesem Samstag trotzdem einige Tausend Kilometer zurücklegen.
Jam Karet Festival x Boboho 2026: Termin und Tickets
Jam Karet Festival x Boboho
Samstag, 5. September 2026
Beginn und Einlass:
15 Uhr
Party:
bis etwa 3 Uhr morgens
Ort:
MS Stubnitz
Kirchenpauerkai 29
20457 Hamburg
Anfahrt:
U- und S-Bahn Elbbrücken
Tickets:
Vorverkauf: 15 Euro
Abendkasse: 20 Euro
Programm:
Live-Musik, Jason Ranti, Sukatani, Boboho Karaoke, DJs, A-cappella, offener Musikwettbewerb, indonesisches Essen, Pop-up-Coffee, Tattoos, Hairstyling, Shirt Printing, UV-Make-up und Tarot Readings.
Ein Stück Indonesien, das man in Hamburg selten sieht
Gerade solche Veranstaltungen machen den Hamburger Veranstaltungssommer interessant.
Das Jam Karet Festival versucht nicht, Indonesien für einen Abend hübsch zu dekorieren. Im Mittelpunkt steht eine Community, die ihre eigene zeitgenössische Kultur auf die Bühne bringt – mit Musik, Essen, Humor, Karaoke und einer gehörigen Portion Chaos.
Dazu kommt mit der Stubnitz ein Veranstaltungsort, der kaum besser passen könnte.
Hamburg ist eine Hafenstadt. Indonesien ist ein Archipel aus Tausenden Inseln, dessen Geschichte und Kultur eng mit dem Meer verbunden sind.
Und dazwischen liegt an diesem Samstag ein altes Schiff.
Eine Nacht. Ein Schiff. Ein Markt.
Oder, wie es die Veranstalter sagen:
Sampai Jumpa di Kapal – bis bald auf dem Schiff!

