Maria Lassnig und Edvard Munch: Malfluss = Lebensfluss in der Kunsthalle
27. März 2026 – 30. August 2026

Was verbindet die österreichische Künstlerin Maria Lassnig mit Edvard Munch, der mehr als ein halbes Jahrhundert vor ihr geboren wurde? Die Hamburger Kunsthalle geht dieser Frage in der großen Ausstellung „Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss“ nach.
Bis zum 30. August 2026 sind auf zwei Geschossen der Galerie der Gegenwart knapp 200 Werke zu sehen. Gemälde treffen auf Arbeiten auf Papier, Fotografien, Filme und eine Skulptur. Erstmals werden die Werke Lassnigs und Munchs in einer solchen Doppelschau unmittelbar miteinander in Beziehung gesetzt.
Zwei Künstler und überraschende Gemeinsamkeiten
Edvard Munch ist vor allem für seine intensive Darstellung menschlicher Gefühle bekannt. Trauer, Angst, Verzweiflung, Zorn und Freude bestimmen viele seiner Arbeiten.
Maria Lassnig richtet den Blick stärker auf den eigenen Körper und seine Empfindungen. Berühmt wurde sie für ihre sogenannten Körperbewusstseinsbilder, in denen sie nicht einfach abbildete, wie ein Körper aussieht, sondern malerisch untersuchte, wie er sich von innen anfühlt.
Trotz dieser unterschiedlichen Ausgangspunkte zeigen sich erstaunliche Gemeinsamkeiten. Beide experimentierten mit Farbe, Pinselführung und Maltechnik und machten persönliche Wahrnehmungen zum Ausgangspunkt ihrer Kunst.
Von Selbstporträts bis ins Weltall
Die Ausstellung ist in 13 Kapitel sowie einen Prolog und einen Epilog gegliedert. Der Rundgang beginnt bei frühen Selbstporträts und führt über Doppelporträts und Geschlechterbeziehungen immer weiter hinaus – bis in die Dimension des Weltalls.
Dabei geht es unter anderem um Frauenbilder, die Beziehung zwischen Mensch und Tier, Natur, Hände, Krankheit und Tod, Lebenszyklen und das „innere Sehen“.
Zu den bekanntesten ausgestellten Arbeiten gehört Edvard Munchs „Madonna“ aus den Jahren 1893 bis 1895. Auf Seiten Maria Lassnigs gehört „Traditionskette“ von 1983 zu den Schlüsselwerken der Ausstellung.
Wenn Malen und Leben zusammengehören
Der Ausstellungstitel „Malfluss = Lebensfluss“ stammt von einem Werk Maria Lassnigs. Er beschreibt zugleich einen zentralen Gedanken der Doppelschau: Kunst und Leben lassen sich bei beiden Künstlern kaum voneinander trennen.
Biografische Erfahrungen, körperliche Wahrnehmungen und starke Emotionen finden unmittelbar Eingang in ihre Arbeiten. Dadurch erzählen die Werke nicht nur von Lassnig und Munch selbst, sondern auch von den gesellschaftlichen Vorstellungen ihrer jeweiligen Zeit.
Führungen, Körperarbeit, Film und Theater
Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Neben klassischen Führungen bietet die Kunsthalle Tandemführungen unter dem Titel „Der Körper in der Kunst von Maria Lassnig und Edvard Munch“ an. Dabei werden kunsthistorische Betrachtungen mit einfachen Übungen aus der Körperarbeit verbunden.
Audiotouren stehen über die App der Hamburger Kunsthalle auf Deutsch, Englisch und in Leichter Sprache zur Verfügung. Die deutschsprachigen Audiotouren werden von Lina Beckmann und Mirko Kreibich vom Deutschen Schauspielhaus gesprochen.
Zum weiteren Programm gehören szenische Lesungen, Vorträge und Diskussionsveranstaltungen. Das Metropolis Kino begleitet die Ausstellung außerdem mit einem eigenen Filmprogramm.
Internationale Zusammenarbeit für eine außergewöhnliche Ausstellung
Die Doppelschau entstand gemeinsam mit dem Kunsthaus Zürich und in Zusammenarbeit mit der Maria Lassnig Stiftung in Wien sowie dem Munchmuseet in Oslo.
Hamburg und Zürich verfügen zusammen über den größten Bestand an Werken Edvard Munchs außerhalb Oslos. Für die Ausstellung werden diese Bestände durch internationale Leihgaben aus Museen und Privatsammlungen ergänzt.
Nach dem Ende der Hamburger Ausstellung wandert „Malfluss = Lebensfluss“ weiter nach Zürich.
Ausstellung: Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss
Termin:
27. März bis 30. August 2026
Ort:
Hamburger Kunsthalle
Galerie der Gegenwart
Glockengießerwall 5
20095 Hamburg
Umfang:
Knapp 200 Exponate auf zwei Geschossen
Gezeigt werden:
Gemälde
Arbeiten auf Papier
Fotografien
Filme
Skulptur
Begleitprogramm:
Öffentliche Führungen
Tandemführungen mit Körperarbeit
Audiotouren
Filmprogramm
Lesungen
Vorträge und Gespräche

