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Buchcover: Der Duft von Zimt

Über das Franzbrötchen – ein altes Geheimnis und eine Prise … Romantik

3 Kommentare

Hamburg ist ohne Franzbrötchen nicht denkbar. Es gehört so selbstverständlich zum Leben in unserer wundervollen Stadt wie der Hafen und die Alster. Es rankt sich manche Geschichte um das Zustandekommens des endemischen Gebäcks. Kein Wunder also, dass die Fantasie einer jungen Schriftstellerin sich der Sache annimmt. Historische Roman wie der vorliegende Der Duft von Zimt spielen in historischer Zeit mit historische verbürgten Ereignissen und Figuren, aber eben mit fiktiven, also erfunden, Geschichten und Begebenheiten. Wird sich die Entstehung unseres Franzbrötchen endlich klar wie die Elbe vor unseren Augen entfalten, so dass alle Fragen beantwortet werden?

Himmlisch duftender Zimt, ein altes Geheimnis und eine Prise Romantik

Hamburg, 1812: Die junge Josephine führt mit ihrem Onkel eine kleine Bäckerei. Doch die französische Besetzung der Stadt stellt die beiden vor die Herausforderung, genug Zutaten zu beschaffen. Als ihr Onkel aufgeben will, überredet Josephine ihn, Thielemanns Backhus allein weiterführen zu dürfen. Er hat nur eine Bedingung: Sie soll endlich heiraten – ausgerechnet den Postboten Christian Schulte, der überraschend wenig Mitgefühl für die Nöte der Hamburger Bevölkerung zeigt.

Gleichzeitig wird ihr der Soldat Pépin Sabatier, der in der Backstube ein und aus geht und stets von den Köstlichkeiten Frankreichs schwärmt, immer sympathischer. Besonders der Duft von Zimt hat es ihm angetan – genau wie Josephine. Zusammen mit Pépin kommt sie nicht nur einem alten Familiengeheimnis auf die Spur, sondern erfindet auch ein Gebäck, das Thielemanns Backhus retten könnte … das Franzbrötchen!

Rebekka Eder ist ein Pseudonym. Die Autorin wurde 1988 in Kassel geboren und hat Theaterwissenschaft und Germanistik in Erlangen, Bern und Berlin studiert. Schon während des Studiums begann sie, Romane zu schreiben. Nachdem sie als Journalistin und Werbetexterin arbeitete, machte sie ihre Leidenschaft zum Beruf. Heute schreibt und lebt sie auf dem nordhessischen Land. Sie ist fasziniert von geschichtsträchtigen Orten, alten Fotografien und gut gehüteten Familiengeheimnissen. Und nicht zuletzt hat sie eine große Schwäche für Zucker und Zimt.

Die wahre Geschichte des Franzbrötchens

Gesichert ist einiges, aber wer am Ende das klebrige Plunderteig-Brötchen mit Zimt erfunden hat, bleibt im Dunkel der Geschichte. Das Franzbrötchen soll hier in Altona in der Großen Bergstraße 96 – das Gebäude wurde im 2. Weltkrieg zerbombt – vom „Franscher Bäcker“ Johann Hinrich Thielemann während der französischen Besatzung erfunden worden sein. So raundabaunt. Nichts Genaues weiß man nicht. Es gibt aber Dokumente, wie Wikipedia weiß.

Es bleibt auf jeden Fall genug Spielraum für Geschichten, wie das Franzbrötchen in die Hamburger Schlünde kam. Denn vielleicht war alles ganz anders und Herr Thielemann hat die Leckerei andernorts abgekupfert.

Apropos: Die Besatzung durch Napoleons Truppen Anfang des 19. Jahrhunderts von 1806 bis 1814 – die Franzosenzeit – war für Hamburg eine Katastrophe. Und alles andere als romantisch. Plünderungen, Beschlagnahmungen, Belagerung und Erniedrigungen unter Marschall Davout waren für diese Zeit kennzeichnend. Eine Ahnung davon, wie sehr die Hamburger leiden mussten, liefert NDR-Online im Beitrag Besetzt und belagert: Hamburg unter den Franzosen.

Aber eine bittere Zeit mit Leid, Elend und Tod spricht nicht gegen die Erfindung einer Süßigkeit. Vielleicht wäre das Franzbrötchen ohne die schreckliche Besatzung durch die Franzosen sonst niemals entstanden.

Fazit der Lektüre des historischen Romans Der Duft von Zimt

Auf über 500 Seiten erstreckt sich die Geschichte von der jungen Josephine, ihren Onkel Johann Hinrich Thielemann und der französischen Besatzung und diesem einen Soldaten. Da ist also ordentlich was los und man braucht so einige Abende und Wochenenden den Schinken zu lesen.

Es gibt sogar noch ein Nachwort der Autoren, in dem sie noch einige Aspekte geraderückt. Doch ich will nicht vorgreifen. Ich will sagen, dass es sich hier um einen richtig tollen Roman handelt für alle die historische Stoffe lieben, die Hamburger mögen und mehr von seiner Geschichte erfahren wollen und dabei nicht auf Liebe und Romantik verzichten wollen. Er ist sehr gut zu lesen, schafft lebendige, plastische Figuren und lässt die alte Franzosenzeit in Hamburg vor unseren inneren Augen zum Greifen nahe wiedererstehen. Und kreist um diese wundervoller Leckerei des Franzbrötchens. Hamburg, meine Perle.

Der Duft von Zimt

Roman von Rebekka Eder
Buch hier kaufen
528 Seiten
Rowohlt Taschenbuch
(16. August 2022)
ISBN 3499008335
Taschenbuch 12,- Euro

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3 Kommentare

  • 9. September 2022 zu 07:49
    Nicole

    Hamburger Geschichte mit Liebe, Drama und Zimt hört sich mitreißend an. Beim Lesen am besten ein Zimtteilchen bereitlegen..

    Antwort
  • 14. September 2022 zu 21:21
    Falko

    Gerne würde ich die Historie des endemischen Gebäcks im Rahmen eines fesselnden Romans erfahren!

    Antwort
  • 22. September 2022 zu 21:17
    Sven

    Ohh… das klingt lehrreich.

    Antwort

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