Paul Colliers Manifest für den sozialen Kapitalismus

Paul Colliers Manifest für den sozialen Kapitalismus

In Zeiten der drohenden globalen Klimakrise, der Wirtschaftskriege und des Wiedererstarkens des Nationalismus müssen wir über die Zukunft unseres Wirtschaftens nachdenken. Genau das tut Paul Collier in seinem Buch „Sozialer Kapitalismus“.

Viele wollen, dass sich etwas ändert, aber die meisten wissen nicht, was und fürchten um ihre Sicherheit und Privilegien. Doch dass es so wie bisher nicht weitergehen kann, leuchtet den meisten Menschen ein. Doch statt zu einem politischen Pragmatismus hinzuschwenken, scheinen Populisten und Ideologen die Oberhand gewonnen zu haben. Und somit schreitet die Spaltung der Gesellschaften weiter voran. In diesem Manifest des sozialen Kapitalismus stellt Paul Colliens die Diagnose und stellt Heilmittel vor. Ein beachtenswerter Beitrag zur Zukunft unserer Gesellschaften.

Der Alarmruf eines weltbekannten Ökonomen – ausgezeichnet mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2019

Paul Collier, einer der bedeutendsten Ökonomen unserer Zeit und besonders in Deutschland hochgeschätzt, legt ein Manifest für einen erneuerten Kapitalismus vor. Seine Diagnose: Es geht nicht nur um Verteilung zwischen Arm und Reich, viel gefährlicher ist der neue Riss durch das Fundament unserer Gesellschaft – zwischen den städtischen Metropolen und dem Rest des Landes, zwischen den meist urbanen Eliten und der Mehrheit der Bevölkerung. Eine Ideologie des Einzelnen greift um sich, die auf Selbstbestimmung beharrt, auf Konsum abzielt und sich dabei von der Idee gegenseitiger Verpflichtungen verabschiedet. „Die Rottweiler-Gesellschaft“, so Collier, „verliert den Sinn für sozialen Zusammenhalt“ – und in dieses Vakuum stoßen Populisten und Ideologen. Schonungslos und leidenschaftlich verurteilt der konservative Ökonom diese neue soziale und kulturelle Kluft. Und er präsentiert ein sehr persönliches Manifest für einen sozialen Kapitalismus, der auf einer neuen Ethik der Gemeinschaft beruht.

»Collier macht konkrete Vorschläge, die vielen Leuten nicht gefallen werden.«
Die Welt, Stefanie Bolzen (23. Februar 2019)

Paul Collier

Paul Collier ist Professor für Ökonomie und Direktor des Centre for the Study of African Economies an der Universität Oxford. Seit vielen Jahren forscht er über die ärmsten Länder der Erde und untersucht den Zusammenhang zwischen Armut, Kriegen und Migration. Sein Buch »Die unterste Milliarde« (2008) sorgte international für große Aufmerksamkeit und wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Lionel Gelber Prize und der Corine. 2013 erhielt Collier für seine Arbeit den A.SK Social Science Award. »Sozialer Kapitalismus!« wurde 2019 mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis ausgezeichnet. Im Siedler Verlag sind von ihm die Bücher »Gefährliche Wahl« (2009) und »Der hungrige Planet« (2011) erschienen.

Fazit zu Sozialer Kapitalismus
Es ist nicht so, dass es keine Unternehmer oder Unternehmer gibt, die die Ansatz des Ökonomen Collier teilen. Sie gehen anders mit ihrer Belegschaft und der Gesellschaft um, werden ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht und für die nicht Profimaximierung um jeden Preis das oberste Ziel ist. Das darf man nie vergessen, sonst gerät man schnell in die Falle einfacher und populärer Antworten. Und das ist eben Teil des beschriebenen Problems, der Entsolidarisierung und der populistischen Scheinlösungen, von denen sich gerade sehr viele Leute angezogen fühlen. Trump, der Brexit und die russische Politik zeigen deutlich, wohin so ein Irrweg führt. Collier schlägt etwas anderes vor: Gemeinschaft und Verantwortung.

Er schlägt die ethische Erneuerung von Organisationen vor, fordert eine neue PRAGMATISCHE Politik des Zusammenhalts vor und erklärt das ausführlich. Die Lösungen leuchten ein und scheinen doch so weit entfernt.

Das Buch ist sehr gut geschrieben und auf jeden Fall für jeden verständlich. Auch, wenn Collier immer wieder schwierige Begriffe wie Rawlsche Theorie der Gerechtigkeit und Utilitarismus benutzt. Bei diesen komplexen Themen geht es nicht anders und man muss man Leser eine gewisse Bildung voraussetzen. Das Buch voller sehr kluger Gedanken und erklärt uns das Phänomen Trump und das Erstarken nationaler, isolatorischer Tendenzen. Er erklärt die Spaltung der Gesellschaft und wie es dazu gekommen ist. Die Lösung dieser Probleme ist nicht einfach, aber gerade deshalb ist es gut, Vorschläge zu machen, sie zu prüfen und zu diskutieren. Genau das macht Pauli Collier in seinem lesenswerten Buch „Sozialer Kapitalismus“.

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Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft

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von Paul Collier
320 Seiten, Siedler Verlag (25. Februar 2019)
ISBN 3827501210
Hardcover 20,- Euro

Lesenswertes Interview zum Buch und zum Theme mit Paul Collier auf Deutschlandradio Kultur.

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