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fluctoplasma 2026: Vier Tage Kunst, die Hamburg ins Gespräch bringen

22. Oktober 2026 – 25. Oktober 2026

Online-Banner: fluctoplasma 2026 Festival in Hamburg

Wie bleiben wir menschlich, wenn gesellschaftliche Gräben wachsen? Vom 22. bis 25. Oktober bringt fluctoplasma 2026 mehr als 50 Veranstaltungen nach Hamburg. Musik, Theater, Film, Literatur und Ausstellungen verbinden sich zu einem Festival, das schwierige Fragen stellt – und zugleich zum Zuhören, Mitmachen und Tanzen einlädt.

Ein Konzert hören, über Zugehörigkeit streiten, Geschichten kennenlernen, die im Alltag zu selten vorkommen: Bei fluctoplasma 2026 liegt all das dicht beieinander. Hamburgs Festival für Kunst, Diskurs und Diversität findet 2026 zum siebten Mal statt. Unter dem Motto „humanity in (dis)solution“ kommen Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und Menschen aus Aktivismus und gesellschaftlicher Debatte zusammen. Neun Spielorte und der öffentliche Raum werden dafür zur Bühne.

Im Mittelpunkt bei fluctoplasma 2026 stehen postmigrantische, jüdische, queere und diasporische Perspektiven. Das klingt zunächst nach einer anspruchsvollen Themenliste, wird im Programm aber sehr konkret: durch persönliche Familiengeschichten, Musik, die Erinnerungen weiterträgt, ungewöhnliche Performances und Gespräche darüber, wie Zusammenleben gelingen kann.

Der Festivaltitel spielt mit Auflösung und Lösung. Was passiert, wenn gesellschaftliche Verbindungen brüchig werden? Und wo entstehen neue Formen von Solidarität? fluctoplasma nähert sich diesen Fragen mit Kunst, Diskussion und gemeinsamer Erfahrung.

Der Auftakt: Gespräche, Börek und Musik

Los geht fluctoplasma 2026 am Donnerstag, 22. Oktober, in der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Einlass ist um 17.30 Uhr, das Programm beginnt um 18 Uhr. Angekündigt sind eine Keynote von Max Czollek und das Eröffnungspanel „Allein sind wir erledigt. Zusammen erledigen wir das.“

Ido Gotlib, Nhi Le und Julia Wissert sprechen unter der Moderation von Sonia Smolenski über Erfolge und unerfüllte Versprechen postmigrantischer Kulturarbeit. Die Veranstaltung entsteht in Kooperation mit CPPD und DAGESH, zwei Programmen von DialoguePerspectives.

Anschließend geht der Abend mit Sekt und Börek, einem Konzert von MADANII sowie einem DJ-Set von Booty Carrell und Bushfya weiter. Der Eintritt ist kostenlos. Wichtig für Deinen Besuch zur Eröffnung des fluctoplasma 2026: Für die offizielle Eröffnung und das Konzert von MADANII sollen jeweils eigene 0-Euro-Tickets gebucht werden.

Kunst zwischen Haltung, Erinnerung und Widerstand

Die Konferenz in fluctoplasma 2026 „the politics of being human“ im MARKK beschäftigt sich mit den Möglichkeiten von Kunst angesichts autoritärer Entwicklungen. Am Freitag, 23. Oktober, geht es mit Tunçay Kulaolu und Heinrich Horwitz um postmigrantisches Theater und das Verhältnis von Kunst und Politik. Am Samstag fragt die Journalistin Amina Aziz nach Besonnenheit, Haltung und berechtigter Wut.

Einen besonders eindringlichen Schwerpunkt setzt am 23. Oktober im Westwerk die Vorstellung von „Geboren, aufgewachsen und ermordet in Deutschland“. Çetin Gültekin und Mutlu Koçak erinnern an Gökhan Gültekin, der beim rassistischen Anschlag in Hanau ermordet wurde. Zugleich geht es um den Einsatz der Angehörigen für Aufklärung und Gerechtigkeit. Diese Veranstaltung beim fluctoplasma 2026 in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung ist kostenlos.

Zum weiteren Programm gehören Hami Nguyens „Das Ende der Unsichtbarkeit“ sowie die Filme „Gelbe Briefe“ und „Kein Land für Niemand“.

Verwandelbare Kleidung, Drag und neue Klangwelten

Wie unterschiedlich die künstlerischen Zugänge ausfallen, zeigen die Performances am Festivalwochenende. Irina Dzhus verbindet am 24. Oktober im resonanzraum in „ANTICON“ verwandelbare Kleidung mit mehrsprachiger Lyrik und elektronischer Musik. Nachwuchskräfte aus fluctoplasmaYOUNG arbeiten dabei auf und hinter der Bühne mit.

Am selben Abend bringt „Queer Religion“ im TONALi Saal persönliche Glaubensgeschichten und Neukompositionen von Tayfun Guttstadt zusammen. Am 25. Oktober folgt im LABOR des Ernst Deutsch Theaters „SALVATION (Glitter Doesn’t Care I’m a Boy)“: Shlomi Moto Wagner alias Mazy Mazeltov verbindet darin Drag, jüdische Mystik, Oper, Pop und Techno.

Musikalisch reicht das Festival außerdem von Salwa Jaradat mit „Nafas“ über den Alternative-Pop von Keshia bis zum zeitgenössischen Jazz des Ensemble ~su. Beim asambura ensemble werden in „diasporAsa – Erinnerungsmosaike gegen das Vergessen“ Texte, Bilder und überlieferte Wiegenlieder zu gemeinsam gestalteten Klangwelten. Das Format verbindet einen partizipativen Workshop mit einem Konzert im resonanzraum.

Auch Familien finden Angebote: Angekündigt sind unter anderem „Reilo und Reili“ sowie die Tanzperformance „BÄÄÄM“.

Zwei Ausstellungen erweitern das Festival

Die bereits am 17. Oktober eröffnete Ausstellung „aesthetics in (dis)solution“ im Vorwerkstift ist noch bis zum 25. Oktober zu sehen. Arbeiten unter anderem von Minh Duc Pham, Simone Dede Ayivi und Anca Munteanu Rimnic beschäftigen sich mit Material, Überlieferung und gesellschaftlicher Macht. Der Eintritt ist frei.

„Memory in Dissolution“ im Westwerk läuft vom 23. Oktober bis zum 1. November. Hier fragen unter anderem Jamila Barakat, Yara Haskiel und Christa Joo Hyun D’Angelo danach, welche Geschichten öffentlich sichtbar werden – und welche Erinnerungen bislang zu wenig Raum bekommen.

Termine, Spielorte und Tickets für fluctoplasma 2026

fluctoplasma 2026 findet vom 22. bis 25. Oktober 2026 statt. Zu den neun Spielorten gehören die Hochschule für Musik und Theater Hamburg, das MARKK, der TONALi Saal, das Westwerk, das Kölibri/GWA St. Pauli, das LABOR des Ernst Deutsch Theaters, der resonanzraum, das FUNDUS Theater und das Vorwerkstift.

Festivalpässe, Einzeltickets und Anmeldungen werden über die Festivalwebsite angeboten. Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Für die kostenlose Eröffnung ist eine Ticketbuchung vorgesehen. Beginnzeiten, Eintrittspreise und Anmeldebedingungen solltest Du für Deine ausgewählten Veranstaltungen jeweils im Programm prüfen.

Veranstaltet wird fluctoplasma von fluxus² e. V.; Konzeption und Durchführung liegen bei Studio Marshmallow. Die künstlerische Leitung übernehmen Nina Reiprich und Dan Thy Nguyen.

Vier Tage werden die großen gesellschaftlichen Konflikte nicht lösen. Aber sie können Gelegenheiten schaffen, einander genauer zuzuhören, Widersprüche auszuhalten und gemeinsam etwas in Bewegung zu bringen. Und manchmal beginnt das mit einem Gespräch, manchmal mit einem Konzert.

Hochschule für Musik und Theater

Harvestehuder Weg 12
Hamburg, 20148 Germany
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