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Emma (15) über die Zukunft: Das Titelbild des Beitrags Drei tolle Bücher für ein neues Leben

Drei tolle Bücher für ein neues Leben

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Noch 3 tolle Bücher als Geschenktipp. Es geht um ein neues Leben, dein Leben. Es ist wichtig, das Leben als solches zu verstehen. Dazu stelle ich ein Buch vor. Dann ist es ebenso wichtig herauszufinden, wie wir eigentlich leben und wohnen wollen. Und natürlich geht es um die Arbeit, die immer flexibler wird. Drei Impulse für das neue Jahr! Dein neues Ja!

Die bewegende Geschichte ihrer Reise zurück in das Leben

Kurz nach ihrem Hochschulabschluss erhält Suleika die Schockdiagnose: Leukämie. „Zwischen den Welten“ ist das bewegende Memoire einer jungen Frau, die nicht nur um das Überleben kämpft, sondern auch eine inspirierende Geschichte über den Neubeginn und ihre Reise zurück ins Leben erzählt.

ls sie ihr ihren Hochschul-Abschluss in der Tasche hat, ist die junge Amerikanerin Suleika Jaouad bereit, in die Welt zu ziehen. In Paris will sie sich ihren Traum eines Jobs als Kriegsreporterin erfüllen. Dann beginnen die Symptome. Jucken in Füßen und Beinen, Müdigkeit und sechsstündige Nickerchen, die ihre tiefe Erschöpfung nur noch verstärkten. Ein Arztbesuch kurz vor ihrem 23. Geburtstag ergibt die Diagnose: Leukämie. Mit einer 35-prozentigen Chance zu überleben. Zurück in New York verbringt sie die nächsten vier Jahre in einem Krankenhausbett, lässt Chemotherapien und eine Knochenmarkspende über sich ergehen.

Sie kämpft um ihr Leben und dokumentiert ihren Kampf in einer preisgekrönten Kolumne Life, Interrupted in der New York Times. Danach gilt sie als geheilt, doch Suleika muss erkennen, dass der Heilungsprozess erst jetzt wirklich anfangen sollte. Zusammen mit ihrem neuen besten Freund Oscar, einem kleinen weißen Terrier, geht sie auf einen Roadtrip quer durch die USA, 100 Tage und 15.000 Meilen. Sie besucht auf ihrer Reise Menschen, die ihr während ihrer Zeit im Krankenhaus geschrieben hatten: ein Teenager in Florida, der ebenfalls an Krebs litt; eine kalifornische Lehrerin, die den Tod ihres Sohnes betrauerte; ein Insasse des Todestraktes in Texas, der die Enge eines Raumes nachempfinden konnte.

Suleika Jaouad ist Emmy-Preisträgerin, Autorin, Vortragsrednerin, Krebsüberlebende und Aktivistin. Sie arbeitete in Barack Obamas President’s Cancer Panel. Ihre Advocacy-Arbeit, Reportagen und Vorträge führten sie vor die United Nations, ins Kapitol und auf die TED-Hauptbühne. Wenn sie nicht mit ihrem VW Bus und ihrem Hund Oscar unterwegs ist, lebt sie in Brooklyn.

Die größte Herausforderung meiner Krebserfahrung fing an, als die Krankheit besiegt war.

Suleika Jaouad

Fazit

Das Buch dreht sich überwiegend über die Krebserkrankung der Autorin. Die Krankenhausaufenthalte und der Kampf gegen den Krebs nehmen den meisten Raum ein und nicht wie das Cover suggerierte, die große Reise nach der Befreiung von allen Zwängen.

Mag sein, dass auch das Schreiben die Autorin rettet. Und es mag sein, dass es für Betroffene, die ebenfalls eine Krebsdiagnose haben oder hatten, spannend ist, das zu lesen. Es ist ein Buch über den Tod und über das Leben. Insofern ist der Titel folgerichtig.

Es ist ein sehr amerikanisches Buch, auch das gilt es festzuhalten. Es ist sehr gut zu lesen und sehr umfangreich. Aber es beschreibt sehr oft Erfahrungen, die wir hier in Deutschland nicht unbedingt so machen und es ist die Frage, ob diese Art auch unsere Leser emotional erreichen kann. Und doch kann das Buch auf hier Hoffnung machen. Hoffnung auf Heilung und auf das Leben. Daher gehört es zu meinen 3 Büchern für ein neues Leben in neuen Jahr.

Zwischen den Welten – Was mich die Begegnung mit dem Tod über das Leben lehrte

von Suleika Jaouad
Buch hier kaufen
480 Seiten, Goldmann Verlag (18. Oktober 2021)
ISBN 3442314445
Paperback 16,- Euro

Ein zutiefst bewegendes und leidenschaftliches Werk. Ich werde mich noch viele Jahre an diese Geschichten erinnern, weil Suleika Jaouad sie in mein Herz eingeprägt hat.

Elizabeth Gilbert, Autorin von Eat Pray Love

Leseprobe „Zwischen den Welten „

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Ein junges Hamburger Ehepaar arbeitet sich einmal um die Welt

Das Buch „Die Modern-Work-Tour“ des Hamburger Ehepaares Anna und Nils Schnell ist im Gabal-Verlag erschienen. In ihrem inspirierenden Reise- und Arbeitsbericht erzählen sie von den Erfahrungen einer 15-monatigen Reise, die sie in 34 Länder auf 4 Kontinenten führte. Dabei gingen sie unter anderem der Frage nach, wie Menschen moderne Arbeit und New Work weltweit gestalten.

Wie gestalten Menschen moderne Arbeit und New Work weltweit? Welche Herausforderungen und Gemeinsamkeiten haben wir? Und welche grundlegenden Prinzipien lassen sich daraus für unsere Arbeitswelt der Zukunft ableiten?

Mit dem Ziel, New Work weltweit zu erleben und sich selbst einzubringen, Wissen zu vernetzen, Herausforderungen kennenzulernen und neue Erkenntnisse für den Standort Deutschland zu gewinnen, haben die Autoren im Laufe ihrer modernen Walz mit Menschen in mehr als 120 Unternehmen weltweit gesprochen. So haben sie unter anderem erfahren, wie sinnstiftendes Arbeiten den Titel eines Geschäftsführers von CEO zu CPO (Chief Purpose Officer) in Australien verändert hat und welche Ableitungen für das Arbeiten des ganzen Unternehmens dabei entstanden sind. Oder wie interne Wissensvernetzung einem Unternehmen in Nigeria zum Erfolg verhilft, welches das Walt Disney Afrikas werden will.

In ihrem inspirierenden Reisebericht stellen Anna und Nils Schnell die besten Beispiele moderner Arbeit in Anekdoten, Geschichten und Berichten vor und zeigen weltweite Inspirationen zum modernen Arbeiten auf. Basierend auf den von ihnen erarbeiteten Modern-Work-Prinzipien werden jeweils einzelne Beispiele aus dem internationalen Arbeitskontext vorgestellt und innerhalb der Prinzipien diskutiert. Das Ziel der Autoren dabei ist es, Menschen in Unternehmen konkrete Handlungsoptionen an die Hand zu geben, um als Individuum, Team und Unternehmen in Zukunft erfolgreich arbeiten zu können.

Anna Schnell ist Diplom-Erziehungswissenschaftlerin und arbeitet als Business Coach für Unternehmen. Sie ist Dozentin an verschiedenen (internationalen) Hochschulen/Bildungseinrichtungen, Autorin und Fachautorin. Sie ist Geschäftsführerin von MOWOMIND mit internationaler Erfahrung in nahezu 40 Ländern. Mit der #modernworktour, die sie und ihren Mann Nils Schnell bislang auf vier Kontinente geführt hat, schaffte Anna Schnell es auf die Shortlist beim New Work Award 2020. Als Keynote-Speakerin gibt sie ihrem Publikum Impulse zu internationalem Arbeiten, New Work und der Zukunft der Arbeit sowie zu Nachhaltigkeit in Unternehmen.

Nils Schnell hat Erwachsenen-Weiterbildung auf Diplom studiert und war interner Coach und Prozessentwickler bei führenden deutschen IT-Unternehmen. Darüber hinaus ist er Autor und Fachautor. Er ist Geschäftsführer von MOWOMIND mit internationaler Erfahrung in nahezu 40 Ländern. Mit der #modernworktour, die ihn und seine Frau Anna Schnell bislang auf vier Kontinente geführt hat, schaffte Nils Schnell es auf die Shortlist beim New Work Award 2020. Als Keynote-Speaker gibt er seinem Publikum Impulse zu internationalem Arbeiten, New Work und der Zukunft der Arbeit sowie Mut und dem Sprengen der persönlichen Komfortzone.

Buchtrailer „Die Modern Work Tour – Eine Weltreise in die Zukunft unserer Arbeit“ Anna & Nils Schnell

Fazit

Ja, diese jungen Leute. Diese kinderlosen, kreativen jungen Menschen, der Flusen im Kopf Weltreisen sind. So ist das heutzutage. Warum auch nicht, wenn man keinerlei Verantwortung trägt und nur für sich selber sorgen muss. Ist trotzdem mutig, aber eben doch eine sehr eigene Welt.

Hinzu kommt, dass ich diese Sache mit der Arbeit nicht verstehe. Arbeit ist überbewertet und sollte nicht Lebensinhalt sein. Jedenfalls nach meiner Meinung. Arbeit ist gut und schön, aber eher ein notwendiges Übel, als etwas, das man ständig umkreisen muss. Das ist mein Abstand zu den Autoren und dem Buch.

Natürlich ist es sehr spannend und interessant, andere junge Leute anderswo auf der Welt zu treffen und zu verstehen, wie sie leben und eben arbeiten. Das finde ich sehr gut und interessant, ist für mich der eigentliche Kern des Buches.

Denn was genau Modern-Work in Zeiten der heraufdämmernden „Künstlichen Intelligenz“, der Forderungen nach dem „Bedingungslosen Grundeinkommen“ und der Ausweitung der einfachen Arbeiten im Service, Verkauf, Logistik, Reinigung und Dienstleistungen, was genau die Zukunft unserer Arbeit sein und weshalb man sie in fernen Ländern finden soll, bleibt mir schleierhaft. Die sehr gut ausgebildeten und sehr engagierten Autoren dieses Buches sind jung und ich glaube, dass Ihnen etwas Lebenserfahrung was die Sache mit der Arbeit angeht fehlt. Aber ich kann mich auch irren. Denn so tief habe ich mich in dieses sehr gut gemachten Buch nicht eingearbeitet.

Ich kenne Digitale Nomaden, die um die Welt ziehen, und so sonst wo aus arbeiten. Habe sie in diesem Jahr in Bulgarien besucht und mir die Sache mal angeschaut. Ich bin auch engagiert in der GWÖ (Gemeinwohl Ökonomie), die sich um die Zukunft von Unternehmen und damit von Arbeit kümmert. Und diese Prinzipien finden sich auch in dem vorliegen Buch, in der Modern-Work-Tour.

Nur braucht man um „Sinn“ zu ermöglichen, seine Fähigkeiten zu entfalten und um selbstbestimmt Verantwortung zu tragen nicht dahin wo der Pfeffer wächst, sondern findet es hier in der Selbstständigkeit. Anregungen aber für gute Arbeit bietet das Buch genug. Wie diese aber in Angestelltenverhätnissen umzusetzen sind, kann ich mir nicht vorstellen.

Die Modern-Work-Tour – Eine Weltreise in die Zukunft unserer Arbeit

von Anna und Nils Schnell
Buch hier kaufen
Seiten,
ISBN
Hardcover 25,- Euro

Leseprobe „Die Modern-Work-Tour“

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Cover: Statt einsam gemeinsam

Positiv in die Zukunft blicken und das Älterwerden neu erfinden!

Das 3. der drei tollen Büchern heißt „Statt einsam gemeinsam“ und bildet damit das eigentlich Ziel der beiden Bücher zuvor.

Herausgekommen ist ein bei aller Nachdenklichkeit gutgelauntes Buch zwischen Faktencheck und Selbstbefragung.

Antje Weber, Süddeutsche Zeitung

Wie keine Generation zuvor werden die Babyboomerinnen im Alter gesünder und vor allem auch mobiler sein. Ob mit Freundinnen, Familie oder in anderen Gemeinschaften stehen ihnen immer mehr Möglichkeiten offen, gemeinsam alt zu werden. In Statt einsam
gemeinsam erzählen Christiane Hastrich und Barbara Lueg sehr persönlich von ihren Erfahrungen mit unterschiedlichen Lebensund Wohnmodellen und zeigen auf, wie das Älterwerden selbstbestimmt gelingen kann.

Die aktuell 55- bis 75-Jährigen werden das Altern neu erfinden – insbesondere mit Blick auf die Frage, wie und wo sie zukünftig wohnen möchten. Denn Wohnraum wird immer knapper, zugleich sind die Rentner*innen von morgen weniger sesshaft und wünschen sich, unabhängig und flexibel zu sein. Daher sind auch die Lebensmodelle im Alter so zahlreich und individuell wie noch nie.

Für ihr neues Buch haben die TV-Redakteurinnen Christiane Hastrich und Barbara Lueg verschiedene Möglichkeiten selbst erprobt und auch mit Gleichaltrigen darüber gesprochen, wie man im Alter zufrieden und autonom leben kann: in der Alters-WG oder im Tinyhouse, als Dauercamper oder im Mehrgenerationenhaus, im Altenheim oder als Auswanderin. Dabei stellen die Autorinnen die Fragen, die auch Jüngere bereits jetzt beschäftigen: Welche Lebensform streben wir für später an?

In einer Mietwohnung in der Stadt bleiben oder dort, wo wir es uns leisten können? Allein, mit Partnerin oder lieber mit Freundinnen? Nach ihrem erfolgreichen Plädoyer Das Schönste an uns sind wir blicken Christiane Hastrich und Barbara Lueg auch mit Statt einsam gemeinsam positiv in die Zukunft einer ganzen Generation – authentisch, einfühlsam und witzig. Ihre mutmachenden Erlebnisse und Erkenntnisse ergänzen sie durch wichtige Fakten und nützliche Tipps rund ums Thema.

Christiane Hastrich, geboren 1965 im Rheinland, hat Japanologie und Personalmanagement studiert und arbeitet als Fernsehredakteurin im aktuellen Nachrichtengeschäft. Als Patchwork-Mutter von fünf erwachsenen Kindern hat sie sich nächtelang Zukunfts- und Altersmodelle ausgemalt und findet, jetzt ist Zeit zum Handeln.

Barbara Lueg, geboren 1965, ebenfalls aus dem Rheinland, hat Kunstgeschichte und Politik studiert und arbeitet als Fernsehreporterin für aktuelle Nachrichten und längere Dokumentationsformate. Sie ist Mutter von drei erwachsenen Kindern, wohnt in München mit ihrer Lebensgefährtin und rätselt schon länger, wo ihr Platz im Alter sein könnte. Das erste gemeinsame Buch der beiden Das Schönste an uns sind wir ist im Eisele Verlag erschienen.

Fakten & Zahlen aus Statt einsam gemeinsam (Auszüge)

Generation Babyboomer

  • Sie stehen so gut da wie keine Rentengeneration vor ihnen: Sie sind gesünder, gebildeter und haben eine höhere Lebenserwartung.
  • Zugleich haben die Rentner*innen von morgen weniger Geld zur Verfügung – in den nächsten 20  Jahren  werden  vermutlich  25  bis  35  Prozent  der  Senior*innen  auf staatliche Hilfe angewiesen sein.
  • In den kommenden fünfzehn Jahren werden jährlich eine Million Menschen der Generation Babyboomer in Rente gehen. So wird Wohnraum, heute ohnehin bereits knapp, das größte Problem sein.

Älterwerden heute

  • Zwei Drittel aller hochbetagten Rentner*innen wünschen sich Unabha?ngigkeit und möchten in den eigenen vier Wänden leben, mit der Option, im Notfall betreut zu sein.
  • So verbringt bislang beispielsweise eine Rentner*in in München nur noch sechs Wochen in einem Heim.
  • Die Zahl der Pflegebedu?rftigen insgesamt nimmt stark zu: 2018 gab es in Deutschland 4000 Pflege-Wohngemeinschaften – jede dritte davon ist in den letzten zehn Jahren entstanden.

Wie altern Frauen?

  • Wa?hrend Männer ha?ufig dazu neigen, im Hamsterrad zu verharren, beginnen immer mehr Frauen im Zuge der Wechseljahre, ihr Leben neu zu strukturieren.
  • 2019 gingen unter den 60- bis 70-jährigen Rentnerinnen 20 Prozent einer bezahlten Tätigkeit nach.
  • Fast die Hälfte dieser Frauen nennt den Spaß an der Arbeit als Motiv. Etwa jede fünfte Frau gab als Hauptgrund für Erwerbstätigkeit im Rentenalter finanzielle Motive an.

Tinyhouse, Campingplatz und Seniorenheim

  • Das Konzept Tinyhouse wurde in den USA erfunden, als durch die Finanz- und die Immobilienkrise immer mehr Menschen eine billige Bleibe brauchten. 2015 kam die Idee nach Deutschland.
  • Die Größe eines Tinyhouse variiert zwischen 20 und 40 qm Wohnfläche plus Garten.
  • Fertigmodelle oder Anfertigungen nach Maß – mit Solarzelle, Windturbine und Luxusbad – kosten zwischen 35.000 und 100.000 Euro.
  • Schätzungen zufolge leben bereits über 300.000 Menschen in Deutschland dauerhaft auf einem Campingplatz, teils »nur geduldet«.
  • Pflegeleistungen sind in Polen oder Thailand günstiger als in Deutschland: 35 qm mit Bad und Vollverpflegung, Wa?scheservice und WLAN kosteten 2019 im Seniorenheim »Erania« in Polen 1.470 Euro – vergleichbare Leistungen in Deutschland mindestens das Doppelte.

Drei Fragen an die Autorinnen

Wir scheinen im Alter die Qual der Wahl zu haben, wie wir leben möchten. Aber sind die Aussichten angesichts steigender Altersarmut und immer knapperem Wohnraum wirklich so rosig?

Barbara Lueg: Ja, die Aussichten sind aus meiner Sicht rosig, weil sie so ungeheuer vielfältig sind. Die Wahl ist weniger Qual als vielmehr Möglichkeit. Es gibt für unsere Generation keine vorgezeichneten Wege mehr, weil Generationenverträge längst nicht mehr funktionieren. Alles ist denkbar. Und genau deshalb sollten wir uns auch Gedanken machen. Natürlich sind Altersarmut und knapper Wohnraum ein Thema, aber die Möglichkeiten, die wir haben, sind eben auch Möglichkeiten für den kleinen Geldbeutel und dennoch charmant und gesellig. Die gute Nachricht ist: es gibt für jeden von uns, für jede Begehrlichkeit auch eine Lösung.

Christiane Hastrich: Es geht darum was wir aus unserer Zukunft machen: Was ist mir wichtig und was bin ich bereit dafür zu tun? Im Kreis von lieben Menschen, tolle Reisen, Abenteuer und Inspiration oder der herrliche eigene Garten als Rückzugsort der Freude, ein eigenes kleines Reich und dennoch so viel Gemeinschaft, wie die Tagesform es zulässt. Ohne große Geldsorgen, fit genug fürs Yoga oder den 5-km-Seniorenlauf. Das sind eben keine Wunschträume, das geht! Mit Mut und Engagement gibt es diese Chance auf eine rosige Zukunft.

Wir haben in jeder Wohnform Menschen getroffen, die ihr ganz persönliches Glück gefunden haben, ob auf dem Campingplatz, im Tinyhouse oder in der Mehrgenerationenvilla. Geeint hat sie, dass sie sich Gedanken gemacht haben, was und wohin sie später wollen und dann auch den Schritt gewagt haben. Ich denke, je früher klar war, wohin die Reise geht, desto besser konnten sie ihr Ziel umsetzen. Die Zeit ist eben endlich und wer sich keine Gedanken macht, muss, wenn es schlecht läuft, nehmen, was übrig bleibt. Jetzt mit Ende 50, Anfang 60 stehen wir noch vor einem Buffet von Möglichkeiten.

Tinyhouse oder Seniorenresidenz, Öko-Gemeinschaft in der Schweiz oder Altersressort in Thailand: Welches Modell ist Ihr persönlicher Favorit?

Barbara Lueg: Mein persönlicher Favorit ist die Alters-WG mit Freunden in der Stadt, weil sie alles beinhaltet, was mir wohl wichtig sein wird: Gemeinschaft. Geborgenheit. Gespräche. Theater. Kino. Mit Menschen, die mir nah sind. All das bedeutet Leben. Fröhlichkeit. Gemeinsame Abenteuer. Rückzugsmöglichkeit, wenn nötig, aber auch lange Abende mit allen am Küchentisch. Für mich die perfekte Mischung. Am besten hat jeder seine eigene Wohnung im selben Haus.

Christiane Hastrich: Eingebettet sein in einem Kreis von Menschen, denen ich vertraue und auf die ich mich verlassen kann: das möchte ich. Ebenfalls gefällt mir der Gedanke, einen Teil zur Gemeinschaft beizutragen mit Dingen, die ich gut kann. Aber ich mag auch mal die Türe schließen können, wenn ich meine Ruhe brauche und ich möchte nicht um Erlaubnis fragen, wenn ich mal meine Meinung ändere oder vielleicht meine Küche kanariengelb streichen möchte. Ich bin lieber in Gesellschaft als sehr lange alleine, ich möchte die Wahl haben. Insofern tendiere ich zu einem Wohnmodell mit einem abgeschlossenen Appartement, eigener Küche – am liebsten mit einem gemeinschaftlichen Garten oder einer Terrasse, auf der man sich mit Freunden und toleranten Komplizen trifft. Fürs Tinyhouse besitze ich zu viele Dinge, an denen mein Herz hängt, und ich bin leider viel zu groß – aber dieses heimelige, flexible Wohnen finde ich verlockend.

Für Ihr Buch haben Sie mit vielen Gleichaltrigen und Älteren gesprochen, mit Expert*innen und Pionier*innen wie dem ehemaligen Bremer Bürgermeister Henning Scherf, der seit über 30 Jahren in einer Alters-WG lebt. Gibt es ein Rezept für ein entspanntes und glückliches Älterwerden?

Barbara Lueg: In allen Gesprächen und Begegnungen wurde eines besonders deutlich: Einsamkeit zwingt Menschen in die Knie. Im Alter einmal mehr. Wenn wir in die Jahre kommen, brauchen wir Austausch, Gesellschaft, Inspiration und vor allem so etwas wie menschliche Wärme. Das hält wach und lebendig und macht glücklich. Alle Wohnmodelle, in denen wir probegelebt haben, berücksichtigen genau das. Und alle Menschen, mit denen wir gesprochen haben, waren im Alter entspannt und glücklich, wenn sie Gemeinschaft um sich herum spüren und leben können.

Christiane Hastrich: Gesundheit ist sehr wichtig um agil und im Leben bleiben zu können. Wer sich früh darum kümmert, dem geht es länger besser – da war die Meinung einhellig. Freunde und das Gefühl noch gebraucht zu werden, auch das bleibt Konsens für ein glückliches Leben. Wer gefordert ist und sich selbst immer wieder ins Leben schmeißt, sich inspirieren lässt, der fühlt sich besser. Nur um sich selbst zu kreisen, macht am Ende nicht glücklich. Ausreichend Geld zu haben hilft beim Wünsche erfüllen, ist aber weniger wichtig als gedacht: auch auf dem Campingplatz lässt es sich gut leben! Älterwerden bleibt eine Herausforderung, aber eben auch eine schöne!

Statt einsam gemeinsam – Wie wir im Alter leben wollen

von Christiane Hastrich und Barbara Lueg
Buch hier kaufen
320 Seiten, Eisele Verlag (29. März 2021)
ISBN 3961611106
Paperback 20,- Euro

Leseprobe „Statt einsam gemeinsam“

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