Wir leben in einer Epoche, in der selbst nüchterne Menschen plötzlich in die Knie gehen. Autokraten feiern ein Comeback, das niemand bestellt hat. Kriege verschieben Grenzen und Gewissheiten. Demokratien scheinen auf tönernen Füßen zu stehen. Und die ökologische Katastrophe wartet nicht mehr hinterm Horizont, sie tritt längst durch die Tür. Inmitten dieser Schwere liegt ein schmales Buch auf dem Tisch – Trotz alledem!– und behauptet allen Ernstes, dass Hoffnung möglich ist. Nicht als naive Selbstberuhigung, sondern als entschlossene Haltung. Genau deshalb lohnt es sich, darüber zu sprechen.
Hoffnung im Angesicht des Ungeheuren
Jean Ziegler ist kein Mann der Illusionen. Und sein Buch ist kein Wellness-Ratgeber für bedrängte Zeiten. Er kennt das Unrecht, die Gewalt, die Arroganz der Mächtigen so gut wie kaum ein anderer. Der Text, der sich hier entfaltet, ist ein Rückblick und eine Kampfansage zugleich.
Er zeigt: Große Brüche, dunkle Epochen, kollektive Abstürze gab es immer. Und trotzdem haben sich die Gesellschaften immer wieder neu erfunden. Nicht weil die Geschichte freundlich war, sondern weil Menschen mutig blieben, sogar dann, als alles verloren schien.
Diese Spur zieht Ziegler kompromisslos durch:
Wer die Verhältnisse versteht, darf sich nicht abspeisen lassen. Wer sieht, was kaputtgeht, kann auch erkennen, wo Heilung beginnt. Hoffnung ist für ihn kein Gefühl, sondern eine Verpflichtung, ein Arbeitsauftrag an jeden von uns.
Warum dieses Buch gerade jetzt wirkt
Du liest vom Triumph der Autokraten, von Putins Krieg, vom demokratischen Zerfall der USA, vom galoppierenden Klimakollaps – und spürst sofort, dass Ziegler diese Bedrohungen nicht kleinredet. Das Buch dreht sich gerade deshalb um Hoffnung, weil die Welt in Teilen unhaltbar geworden ist.
Sein zentraler Gedanke:
Solange Menschen sich empören können, handelt es sich nicht um Endzeit – sondern um Anfang. Hoffnung entsteht, wenn wir die eigenen Kräfte wiederfinden und begreifen, dass Geschichte nicht das ist, was uns zustößt, sondern das, worin wir handeln.
Das macht das Buch wertvoll:
Es ist eine Einladung, die eigenen Ohnmachtsgefühle in Handlungskraft zu verwandeln. Kein moralischer Zeigefinger, eher eine Art innerer Kompass – klar, widerständig, politisch wach.
Ziegler schreibt gegen die Resignation an
Der Autor dokumentiert nicht nur Missstände, er öffnet Räume, in denen Zukunft wieder denkbar wird: die Tradition des Humanismus, die Kraft solidarischer Bewegungen, der Mut kleiner Gruppen, die Großes anstoßen.
Das Buch zeigt, dass gesellschaftliche Veränderungen nie mit Erlaubnis der Mächtigen beginnen. Sie beginnen mit einzelnen Menschen, die etwas nicht mehr akzeptieren wollen. Zwischen den ernsten Passagen blitzt immer wieder der trotzige Humor eines Mannes auf, der viel gesehen hat und dennoch nicht kapituliert.
Hoffnung als kollektive Praxis
Ziegler geht weiter als viele politische Essayisten: Er verbindet persönliche Haltung mit weltpolitischer Analyse.
Hoffnung entsteht nicht im Rückzug, sondern im Mitwirken.
Nicht in Betäubung, sondern in Bewusstheit.
Nicht in Zynismus, sondern in dem Mut, sich berühren zu lassen.
Das Buch hilft dabei, diesen Mut wiederzufinden.
Es schenkt keine falsche Sicherheit.
Es stärkt die Fähigkeit, aufrecht zu bleiben, während die Welt schwankt.
Trotz alledem! – Warum ich die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht aufgebe
Autor: Jean Ziegler
Verlag: C. Bertelsmann
Erscheinungsjahr: 2024
Format: Gebundenes Buch und E-Book
Umfang: Rund 192 Seiten
ISBN: 978-3-570-10514-1
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