Gute Nachrichten für das Kulturschiff MS Stubnitz: Nach langem Suchprozess hat sich eine neue Zwischenlösung für den Liegeplatz ergeben – und sie könnte sogar die Perspektive für einen dauerhaften Standort bieten.
Nach langem Suchprozess zur Sicherung der MS Stubnitz für die Zukunft hat sich mit Baakenhöft im Baakenhafen eine neue Zwischenlösung für den Liegeplatz ergeben. Die Stelle ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut angebunden und bietet möglicherweise sogar eine echte Perspektive für die Zukunft des Kulturschiffs.
Die Behörde für Kultur und Medien Hamburg (BKM) bestätigt offiziell den neuen Liegeplatz für das Kulturschiff MS Stubnitz am Baakenhöft. Durch die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte nun diese neue Perspektive für die Stubnitz gefunden werden.
Es wird geprüft, ob mit dem geplanten Neubau der Oper auf dem Baakenhöft und den neuen Freiflächen dort auch ein langfristiger Liegeplatz für die Stubnitz entstehen kann – und so ein sehr besonderer Ort der vielfältigen Kultur in Hamburg geschaffen wird.
Die Stubnitz als Kulturschiff
20 Jahre (1994–2013) war das Projekt in 22 Städten und 11 Ländern unterwegs. Immer wieder war es zu Gast in Hamburg – das erste Mal 1994, dann 2000, 2001, 2003, 2006, 2007, 2009, 2010, 2011, damals immer an den Landungsbrücken. 2013 kam es, gestartet in Rostock, über London und Dünkirchen nach Hamburg und lag erstmal am Baakenhöft. Von 2014 bis heute bespielte die Stubnitz den östlichen Kirchenpauerkai, damals noch gänzlich unbebaut.
Kaum bebaut und bezogen Ende 2019 folgte eine verhandlungsintensive und holprige Phase. Corona und vereinzelte Anwohnerbeschwerden schlugen stark aufs Gemüt. 2023 fand die Kampala-Hamburg-Berlin Residency “Afropollination” statt. Im selben Jahr im Herbst kam es zum zwischenzeitlichen Umzug an die Elbbrücken.
Spätestens seit dem Ende der Sternbrücke als Club-Hotspot merkt man in Hamburg, wie sich das kulturelle Geschehen abseits der Reeperbahn in die östliche Innenstadt ausbreitet. Die Stubnitz lag 2017 schon mal temporär am Baakenhöft, als Teil des Festivals Theater der Welt, an welchem das geschichtsträchtige, stillgelegte Afrikaterminal im Baakenhafen als zentraler Spielort zum „African Terminal” und „Free Port Baakenhöft” wurde.
Vom Baakenhafen aus fuhren Schiffe der Deutschen Ost-Afrika Linie. Es ist ein Ort kolonialen Erbes, der auch die Tatsachen des deutschen Genozids an den Herero und Nama mit sich bringt. Stubnitz direkt neben einer Oper am Baakenhöft könnte ein kultureller Schmelztiegel werden, der in dem Spannungsfeld von Aufarbeitungs- und Erinnerungskultur einerseits und Hoch- sowie Tidekultur andererseits seinesgleichen sucht.
Dass Hamburg nun einen Weg einschlägt, der tatsächliche, langfristige Zukunft und Planungssicherheit für die 62-jährige Geschichte Stubnitz mit sich bringen kann, stimmt zuversichtlich. Bis das Realität werden kann, wird weitergemacht: Die Ausrichtung des Projektes bleibt kuratorisch international und eklektisch, ein audiovisuell immersiver Ort musikkultureller Begegnung für alle.

