Kommentar zu Greta Thunberg und die Schuldemo in Hamburg gegen den Klimawandel

Kommentar zu Greta Thunberg und die Schuldemo in Hamburg gegen den Klimawandel

Schuldemo in Hamburg auf dem Rathausmarkt mit der nunmehr weltberühmten schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg am 1. März 2019.

Ich persönlich bin mir nicht sicher, ob die Komplexität der Umweltproblem bei den Schülern, die überall auf Schuldemos gegen den Klimawandel die Schule schwänzen, auch nur im Ansatz klar ist. Auch uns erwachsenen fällt es schwer, die Sache wirklich zu erfassen. Aber all das, was zu diesem menschengemachten Klimawandel geführt hat, hat uns Frieden, Wohlstand, Bildung, Gesundheit, ein längeres Leben, Sicherheit, Demokratie und Menschenrechte gebracht. Diese Zusammenhänge fallen unter den Tisch. Man kann nicht einfach auf erneuerbare Energien und Cradle-to-Cradle umsteigen – ohne schwerwiegende Folgen für die Sicherheit, die Bildung und den Wohlstand. Eine bessere Zukunft, um die sich die Schüler sorgen, gab es erst durch die Verfeuerung fossiler Brennstoffe.

Ich erinnere mich an meine Zeit zu den großen Friedensdemonstrationen der 80er-Jahre gegen den NATO-Doppelbeschluss und die Stationierung der Pershing-II-Atomwaffen. Wir waren viele und es war beeindruckend. Aber am Ende, nach dem Mauerfall mussten wir feststellen, dass wir Unrecht hatten. Es war richtig, was die Politik damals durchgesetzt hatte. Natürlich kann man das schlecht mit diesem Thema vergleichen. Es zeigt aber vielleicht, dass es um diffuse Ängste geht, die von allen Seiten befeuert werden und denen die Schüler mangels Medienkompetenz hilflos ausgeliefert sind.

Natürlich sind alle für Tiere und Natur und für den Schutz der Erde und des Lebens. Aber was sagst du den Menschen im Elend, den vielen Millionen Menschen, die in Armut und ohne Sicherheit, ohne Perspektiven leben müssen? Nicht hier in Deutschland, in anderen Ländern über all in der Welt? Ich maße mir nicht an, denen zusagen, sie sollten etwas anders machen, weil ich deren Leben nicht leben muss. Insofern ist es der pure Luxus hier auf diese Art auf die Straße zu gehen und Forderungen zu stellen. Ängste auszudrücken ist sehr gut, Dialog, Wissen und Geschichtsbewusstsein aber auch.

Was natürlich sehr begrüßenswert ist, ist das Engagement von Greta Thunberg, die so zum Vorbild für viele Kinder in Europa geworden ist. Dieses Engagement, die sich in den freitäglichen Schuldemos – Fridays for Future – ausdrückt, ist wunderbar und unterstützenswert. Die Schüler ermächtigen sich, nehmen teil, setzen sich ein, wollen etwas bewegen und nutzen die Demokratie, Druck auf die Politik und ihre Eltern zu machen, und um gesehen zu werden. Das ist legitim und gut so. Inwieweit die Aktion inhaltlich Sinn macht ist, ist eine andere Frage. Einige Schüler, Abiturientinnen sind ziemlich klugscheißerisch unterwegs und haben den schlimmen politischen Jargon der bestimmter Umweltaktivisten längst übernommen haben. Beängstigend, wie im Fall der Luisa in dem folgenden Video (ab Minuten 26). Sie redet von der schlimmsten Krise der Menschheit, aber das ist so nicht richtig. Die Menschheit nicht nur ganz andere Krisen erlebt und überlebt, und was die Entwicklung insgesamt angeht, gibt es viel Grund zum Optimismus. Für Pessimismus ist es jedenfalls zu spät. Aber ich will nicht eingehen auf die vielen positiven Entwicklungen weltweit, die in unseren Medien kaum Platz finden, weil nur Drama, Schreierei, Alarmismus und Gefahr interessant ist und verkauft.

Wie gesagt, dies hier ist ein inhaltlicher Kommentar zur Schuldemo in Hamburg, nichtsdestotrotz sind die Redebeiträge des aktuellen Videos sehens- und hörenswert.

Video mit den Reden auf der Schuldemo in Hamburg

#WeLOVEGreta #FridaysForFuture: 01.03.2019 – Rede Greta Thunberg u.a. – Fridays for Future Hamburg

Weitere Infos zum Klimawandel: www.klimawoche.de
Infos zur Aktion Fridays for Future www.fridaysforfuture.de und auf Facebook für Hamburg
Petiion #WeLOVEGreta: Ein LOVEstorm für Greta

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