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Tag des offenen Denkmals Hamburg 2026: Rund 175 Orte öffnen ihre Türen

11. September 2026 – 13. September 2026

Tag des offenen Denkmals 2026 - Denkmaltag in Hamburg

Vom 11. bis 13. September 2026 öffnen rund 175 Hamburger Denkmalorte für mehr als 500 Führungen, Rundgänge und Kulturangebote. Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ geht es in Maschinenräume, Speicher, Schiffe, Kirchen und Gebäude, die sonst nur selten öffentlich zugänglich sind.

Hamburg zeigt seine Geschichte gern von außen. Hinter die Türen der alten Speicher, Fabriken, Kontorhäuser, Schiffe und technischen Anlagen kommt man dagegen nicht ohne Weiteres.

Beim Tag des offenen Denkmals macht die Stadt eine Ausnahme. Drei Tage lang öffnen historische Gebäude und Anlagen ihre Türen. Fachleute, Vereine, Eigentümer und Ehrenamtliche erklären, wie die Orte entstanden sind, welche Funktionen sie hatten und warum ihr Erhalt bisweilen eine Aufgabe für Menschen mit sehr viel Geduld ist.

Rund 175 Denkmalorte und mehr als 500 Veranstaltungen stehen 2026 im Hamburger Programm. Der größte Teil der Angebote ist kostenlos. Für zahlreiche Führungen ist allerdings eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Drei Tage Denkmaltag in Hamburg

Bundesweit findet der Tag des offenen Denkmals traditionell am zweiten Sonntag im September statt. Hamburg macht daraus ein ganzes Wochenende.

Von Freitag bis Sonntag gibt es Sonderöffnungen, Architekturführungen, Rundgänge, Ausstellungen, Konzerte und Familienprogramme. Einige Veranstaltungen führen in Gebäude, die normalerweise überhaupt nicht betreten werden können. Andere zeigen vertraute Hamburger Orte aus einer ungewohnten Perspektive.

Das Spektrum reicht vom Leuchtturm an der Elbe bis zur alten Landeszentralbank, vom historischen Bauernhof bis zum Hochseeschiff und von der ehemaligen Fabrik bis zum Museumszug.

„NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“

Das bundesweite Motto lautet „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. In Hamburg passt es besonders gut.

Hafenanlagen, Bahnstrecken, Brücken, Schleusen, Wassertürme, Speicher und Kraftwerke haben die Entwicklung der Stadt geprägt. Sie bewegten Waren und Menschen, lieferten Wasser und Energie oder verbanden Stadtteile miteinander.

Das Programm richtet den Blick deshalb nicht allein auf prachtvolle Fassaden. Es geht auch um jene Bauwerke, die lange einfach funktionieren mussten. Manche von ihnen wurden erst dann richtig beachtet, als ihre ursprüngliche Aufgabe endete.

Denkmalschutz bedeutet dabei nicht, eine Stadt einzufrieren. Gute Denkmalpflege bewahrt Geschichte und sucht zugleich nach einer sinnvollen heutigen Nutzung. Gerade ehemalige Fabriken, Speicher und technische Anlagen zeigen, wie spannend dieses Weiterbauen sein kann.

Auftakt mit wanderndem Open-Air-Kino

Eröffnet wird das Wochenende am Freitagabend mit dem Künstlerkollektiv „A Wall is a Screen“.

Der Rundgang beginnt um 20.30 Uhr am Heinrich-Hertz-Turm bei der Hamburg Messe, Eingang Mitte. Von dort zieht das Publikum durch den öffentlichen Raum. An verschiedenen Stationen werden Kurzfilme auf Hauswände und Fassaden projiziert.

Die Umgebung wird dabei Teil des Films. Architektur, Stadtgeschichte und bewegte Bilder treten miteinander in Beziehung. Erst vor Ort wird bekannt gegeben, welche Wände zu Leinwänden werden.

Der etwa 90-minütige Rundgang findet draußen statt. Eine Anmeldung ist nach Angaben des Veranstalters nicht erforderlich.

Mit der historischen S-Bahn durch Hamburg

Passend zum diesjährigen Thema kehrt ein Stück Hamburger Verkehrsgeschichte auf die Schienen zurück.

Der historische S-Bahn-Museumszug 472 062 fährt am Samstag von 11.30 bis 17.30 Uhr zwischen Altona und Bergedorf. Die Züge dieser Baureihe wurden zwischen 1974 und 1984 gebaut und gehörten jahrzehntelang zum Hamburger Stadtbild.

Für die Fahrt ist ein gültiges HVV-Ticket erforderlich. Ein zusätzliches Veranstaltungsticket wird nicht benötigt.

Wer die alten Wagen noch aus dem täglichen Betrieb kennt, bekommt möglicherweise einen kleinen Zeitsprung serviert. Jüngere Fahrgäste können dagegen feststellen, dass auch öffentlicher Nahverkehr einmal ganz anders aussah, klang und vermutlich roch.

Hafenrundfahrt mit der Barkasse

Am Sonntag verbindet ein Barkassenshuttle den Hamburger Hafen mit dem Harburger Binnenhafen.

Die Hansa III fährt unter anderem zwischen der Hohen Brücke und dem Kanalplatz in Harburg. Unterwegs geht es vorbei an Hafenanlagen, Werften, Docks und Industriebetrieben. Informationen zur Route und zu den sichtbaren Denkmälern gehören zur Fahrt.

Die ersten Fahrten beginnen um 9.30 Uhr. Bis zum Abend pendelt die Barkasse mehrmals zwischen Hamburg und Harburg. Für einzelne Abfahrten ist eine Anmeldung erforderlich.

Der Weg ist hier selbst Programmpunkt. Das entspricht dem Motto besser als jede PowerPoint-Präsentation über historische Verkehrsnetze.

Schiffe und Hafenarbeit im Schuppen 50a

Das Deutsche Hafenmuseum im Schuppen 50a widmet sich dem Güterumschlag, dem Schiffbau und der Arbeit im Hamburger Hafen.

Die denkmalgeschützten Kaischuppen wurden zwischen 1907 und 1912 errichtet. An der Kaikante liegt die Viermastbark PEKING. Zum Ensemble gehören außerdem der Schutendampfsauger IV und der Schwimmkran Saatsee.

Am Samstag und Sonntag gibt es Führungen über den Wandel der Hafenarbeit. Am Sonntag steht eine Führung über die Rethebrücke und die Zukunft der Hamburger Hafeninfrastruktur auf dem Programm.

Von 14 bis 17 Uhr können Familien kleine Hafendioramen aus Pappe und Papier bauen. Einige der besonderen Führungen und Aktionen sind nur mit Anmeldung zugänglich.

Vom Kühlschiff zum Kulturort: die MS Stubnitz

Die 1964 in Stralsund gebaute MS Stubnitz war 25 Jahre lang als Kühl- und Transportschiff in der DDR-Hochseefischerei unterwegs. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das Schiff zu einem mobilen Kunst- und Kulturort umgebaut.

Heute liegt die Stubnitz am Kirchenpauerkai in der HafenCity. Sie gilt als technisch authentisches Industriedenkmal von nationaler Bedeutung.

Am Samstag werden um 11, 13 und 15 Uhr Führungen angeboten. Am Abend folgt ein Konzert mit internationalen Künstlern. Weitere Führungen gibt es am Sonntag. Von 14 bis 19 Uhr öffnet das Schiff außerdem zum Open Ship.

Für die Führungen und das Konzert ist eine Anmeldung vorgesehen. Das Open Ship kann ohne eine solche Reservierung besucht werden.

Der Leuchtturm Wittenbergen öffnet

Das Unterfeuer Wittenbergen steht seit 1900 am Rissener Elbufer. Gemeinsam mit dem Oberfeuer Tinsdal bildet es eine Richtfeuerlinie für Schiffe, die elbabwärts fahren.

Der historische Stahlleuchtturm gehört zu den ältesten erhaltenen Exemplaren seiner Bauweise. Normalerweise kann er nicht von innen besichtigt werden.

Am Samstag und Sonntag ist der Leuchtturm jeweils von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Mitarbeiter der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung bieten nach Bedarf Führungen an.

Mit engen Treppen und begrenztem Platz muss gerechnet werden. Leuchttürme wurden schließlich gebaut, um Schiffen den Weg zu zeigen – nicht um größeren Besuchergruppen komfortable Pausenräume anzubieten.

Brutalismus in der ehemaligen Landeszentralbank

Zu den architektonisch besonders markanten Teilnehmern gehört die ehemalige Landeszentralbank an der Willy-Brandt-Straße.

Das Gebäude wurde 1981 nach Plänen von Hannes Westermann und Hans-Joachim Pysall errichtet. Sein Grundriss folgt einem Raster aus gleichseitigen Dreiecken. Diese Form setzt sich in verschiedenen Bereichen des Gebäudes fort.

Im Inneren befinden sich zahlreiche Werke norddeutscher Künstler, darunter Arbeiten von Eduard Bargheer. Am Samstag läuft von 11 bis 17 Uhr ein Familienprogramm. Zwischen 11.15 und 16.30 Uhr werden nach Bedarf Hausführungen angeboten.

Der Bau zeigt, dass auch die lange Zeit gescholtene Architektur der Nachkriegsmoderne inzwischen Geschichte geworden ist. Beton altert eben ebenfalls – nur etwas entschlossener.

Großmarkthalle bereits ausgebucht

Die Großmarkthalle an der Banksstraße gehört zu den eindrucksvollsten Bauten der Hamburger Nachkriegsmoderne.

Das Gebäude von 1962 wird von einem weit gespannten, wellenförmigen Betondach geprägt. Die Konstruktion verbindet technische Funktion mit erstaunlicher Eleganz.

Für Freitag, Samstag und Sonntag wurden Führungen durch die historische Halle angeboten. Sämtliche Termine sind derzeit als ausgebucht gekennzeichnet.

Das ist bedauerlich, zeigt aber auch, wie groß das Interesse an Bauwerken ist, die im Alltag kaum jemand als klassische Sehenswürdigkeit behandelt. Manchmal möchte halb Hamburg genau durch jene Tür, an der sonst nur „Zutritt verboten“ steht.

Hofgeschichte in den Vier- und Marschlanden

Auf dem Hof Eggers in der Ohe wird Hamburger Geschichte ausgesprochen ländlich.

Der denkmalgeschützte Biohof in Kirchwerder umfasst eine große Reetdachlandschaft und mehrere historische Gebäude. Im Mittelpunkt steht ein Kornspeicher von 1535. Er gilt als ältestes unverändert erhaltenes Wirtschaftsgebäude Hamburgs und wird derzeit denkmalgerecht instand gesetzt.

Am Sonntag ist der Hof von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen beginnen um 10.30, 13.30 und 16.30 Uhr.

Für Familien werden von 13 bis 18 Uhr Rundfahrten mit einem Oldtimer-Traktor angeboten. Um 14 Uhr tritt die Volkstanzgruppe Vierländer Speeldeel auf.

Hier wird deutlich, dass Hamburgs Geschichte nicht nur aus Hafen, Handel und Kontorhäusern besteht. Zur Stadt gehören ebenso Landwirtschaft, Deiche, Mühlen und jahrhundertealte Höfe.

Vom Planetarium über das Gängeviertel bis zum Röhrenbunker

Das Programm verteilt sich über alle Hamburger Bezirke und deckt fast jede Epoche der Stadtgeschichte ab.

Die Aussichtsplattform des Planetariums kann am Freitag von 9 bis 21 Uhr, am Samstag von 12 bis 22 Uhr und am Sonntag von 10 bis 19 Uhr kostenlos besucht werden.

Das Gängeviertel öffnet am Samstag von 14 bis 18 Uhr. Im Museum der Arbeit führt ein Rundgang über das Gelände der früheren New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie. In Ottensen beteiligt sich unter anderem der ehemalige Werkhof der Seifenfabrik Dralle.

Auch der Röhrenbunker in Hamburg-Nord, das Kraftwerk Bille, der Hochbunker am Weidenstieg, die historische Großtankstelle Brandshof, das Speicherstadtrathaus und die Restaurierungswerkstatt von St. Jacobi gehören zum Programm.

Dazu kommen Parks, Schulen, Villen, Kirchen, Friedhöfe, Wohnhäuser und Gedenkstätten. Hamburg hat rund 13.000 geschützte Denkmäler. Das Wochenende zeigt zumindest einen bemerkenswerten Ausschnitt davon.

Erinnerungsorte gehören zur Stadtgeschichte

Nicht jedes Denkmal ist schön, und nicht jedes erzählt eine Geschichte, bei der man sich behaglich zurücklehnen kann.

Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, die Gedenkstätte Bullenhuser Damm, das denk.mal Hannoverscher Bahnhof, die Israelitische Töchterschule sowie das Informationszentrum über Zwangsarbeit in Hamburg gehören ebenfalls zum Programm.

Diese Orte erinnern an Verfolgung, Deportation, Zwangsarbeit und nationalsozialistische Verbrechen. Ihre Erhaltung ist keine nostalgische Verschönerung der Vergangenheit. Sie bewahrt Spuren, die einer Stadt unbequem sein müssen.

Der Denkmaltag gewinnt gerade dadurch an Bedeutung. Er zeigt nicht nur, worauf Hamburg stolz sein kann, sondern auch, woran die Stadt erinnern muss.

Familienprogramm zwischen Hafen und Bauernhof

Kinder müssen sich beim Denkmaltag nicht ausschließlich lange Vorträge über Dachkonstruktionen anhören.

Im Speicherstadtmuseum gibt es eine Tour für kleine Baumeister. Im Deutschen Hafenmuseum entstehen Miniatur-Hafendioramen. Auf dem Hof Eggers fahren Oldtimer-Traktoren, und in der St. Petri- und Pauli-Kirche in Bergedorf wartet eine Kinder-Kirchen-Rallye.

Das Kunsthaus Baurs Park verbindet Kinderworkshops mit einem gemeinsamen Picknick. Auch in der ehemaligen Landeszentralbank wird ein Familienprogramm angeboten.

Bei einigen Aktionen ist eine Anmeldung erforderlich. Die Altersangaben und Teilnahmebedingungen sollten deshalb vorher im Veranstaltungskalender geprüft werden.

Zwei Kulturereignisse an einem Samstag

Am Samstag findet parallel die Nacht der Kirchen Hamburg statt. Beide Veranstaltungen arbeiten 2026 miteinander zusammen.

Tagsüber können historische Kirchen, technische Anlagen und andere Denkmäler besichtigt werden. Am Abend öffnen mehr als 100 Kirchen für Musik, Kunst, Gespräche und Gottesdienste.

Die Kombination liegt nahe: erst Architektur und Stadtgeschichte, später Gospel, Laserkunst oder eine stille Andacht. Wer beides vollständig absolvieren möchte, benötigt allerdings eine sehr optimistische Vorstellung von Zeit, Wegen und der Belastbarkeit der eigenen Füße.

Eine überschaubare Route ist deshalb die bessere Wahl.

Rechtzeitig anmelden und Wege planen

Viele Gebäude sind nur während einer bestimmten Führung zugänglich. Bei begehrten Zielen sind die Plätze schnell vergeben. Einige Termine sind bereits ausgebucht.

Andere Orte bieten laufende Führungen oder freie Besichtigungen ohne Anmeldung an. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Angaben zum jeweiligen Denkmal.

Im offiziellen Onlineprogramm kann nach Tagen, Uhrzeiten und Bezirken gefiltert werden. Ein Merkzettel hilft bei der persönlichen Planung.

Sinnvoll ist eine Route innerhalb eines Stadtteils. Wer ständig zwischen Rissen, Bergedorf und Harburg wechseln möchte, verbringt den Tag sonst vor allem mit einem sehr gründlichen Studium des Hamburger Verkehrsnetzes.

Auch Hinweise zur Barrierefreiheit sollten vorab geprüft werden. Historische Schiffe, Leuchttürme, Bunker und alte Treppenhäuser sind häufig nur eingeschränkt zugänglich.

Tag des offenen Denkmals Hamburg 2026: Termin und Programm

  • Datum: Freitag, 11. September, bis Sonntag, 13. September 2026
  • Orte: rund 175 Denkmalorte in allen Hamburger Bezirken
  • Programm: mehr als 500 Führungen, Rundgänge, Ausstellungen, Kultur- und Familienangebote
  • Motto: „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“
  • Auftakt: Freitag um 20.30 Uhr am Heinrich-Hertz-Turm
  • Eintritt: überwiegend kostenlos
  • Anmeldung: bei zahlreichen Führungen und Sonderveranstaltungen erforderlich
  • Koordination: Hamburger Denkmalstiftung
  • Die App zum deutschlandweiten Denkmaltag gibt es hier: www.tag-des-offenen-denkmals.de/app
Kostenlos

Heinrich-Hertz-Turm

Hamburg Messe, Eingang Mitte
Hamburg, 20357 Germany
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