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Baila España erstmals in Hamburg: „Maja y Bastarda“ im MARKK
27. September 2026 @ 18:00 – 22:00
Hamburg bekommt an diesem Wochenende Besuch aus der zeitgenössischen spanischen Tanzszene. Am Sonntag, 27. September 2026, ist die Choreografin und Tänzerin Laila Tafur mit ihrer Performance „Maja y Bastarda“ im MARKK – Museum am Rothenbaum zu Gast.
Mit der Aufführung kommt zugleich das Festival Baila España erstmals nach Hamburg. Seit 2011 präsentiert das Festival zeitgenössischen Tanz aus Spanien und bringt aufstrebende Talente ebenso wie etablierte Künstlerinnen und Künstler auf deutsche Bühnen.
Zwischen Flamenco, Erinnerung und Gegenwart
In „Maja y Bastarda“ beschäftigt sich Laila Tafur mit Erinnerung, Identität und der Weitergabe von Tanztraditionen. Ausgangspunkt ist der Flamenco – allerdings nicht als unveränderliches kulturelles Erbstück, das möglichst originalgetreu bewahrt werden soll.
Tafur untersucht vielmehr, wie sich Bewegungen, Gesten und Ausdrucksformen über Generationen verändern. Was bleibt im Körper gespeichert? Was wird weitergegeben, verworfen oder neu zusammengesetzt? Und wer entscheidet eigentlich darüber, welche Form des Tanzes als authentisch, wertvoll oder künstlerisch legitim gilt?
Aus diesen Fragen entwickelt die Tänzerin eine hybride Bewegungssprache zwischen Tradition und Gegenwart. Ihr Körper wird zum Archiv unterschiedlicher Zeiten, kultureller Einflüsse und persönlicher Erfahrungen.
Eine Feier des Unreinen und Vermischten
Der Titel „Maja y Bastarda“ deutet bereits an, dass diese Performance nicht nach einer reinen oder eindeutigen Form sucht. Tafur greift bewusst Ausdrucksweisen auf, die als unseriös, unrein oder nicht kunstwürdig betrachtet wurden.
Vom Tablao bis zum Theater, von der Disco bis zur Höhle entsteht eine choreografische Collage, die kulturelle Vermischung nicht als Verlust begreift. Gerade das Uneindeutige, Widersprüchliche und aus verschiedenen Quellen Zusammengesetzte wird zum Motor ihrer Arbeit.
Damit stellt „Maja y Bastarda“ auch traditionelle Vorstellungen von Volkskultur infrage. Kultur bleibt nicht stehen. Sie wandert, nimmt neue Einflüsse auf und verändert ihre Gestalt. Tanz erscheint hier nicht als Museumsstück, sondern als lebendige körperliche Sprache.
Das passt ausgezeichnet zum Aufführungsort. Im MARKK begegnet eine zeitgenössische Performance den Fragen, mit denen sich auch ethnologische Museen auseinandersetzen müssen: Wem gehören kulturelle Ausdrucksformen? Wie werden sie gesammelt, eingeordnet und weitergegeben? Und wie lässt sich Tradition zeigen, ohne sie in einer vermeintlich unveränderlichen Vergangenheit einzuschließen?
Laila Tafur: Tanz zwischen Bühne, Museum und Forschung
Laila Tafur wurde 1984 in Granada geboren. Sie studierte Choreografie unter anderem in Reykjavík, Lissabon und am Institut del Teatre in Barcelona. Zwischen 2017 und 2021 setzte sie ihre künstlerische Ausbildung am Museo Reina Sofía in Madrid und am MACBA in Barcelona fort.
Bei Choreografiewettbewerben in Maspalomas und Madrid wurde sie als beste Tänzerin ausgezeichnet. Sie arbeitete unter anderem mit Janet Novás, Xavier Le Roy und Jérôme Bel zusammen. Heute verbindet Tafur ihre eigene künstlerische Arbeit mit einer Lehrtätigkeit am Conservatorio Superior de Málaga.
Ihre Biografie spiegelt bereits jene Beweglichkeit wider, die auch „Maja y Bastarda“ prägt: Tanz entsteht für sie nicht nur im Theater, sondern ebenso im Austausch mit Museen, bildender Kunst, Wissenschaft und unterschiedlichen europäischen Szenen.
Baila España kommt nach Hamburg
Das Festival Baila España wurde 2011 vom Instituto Cervantes Bremen und dem steptext dance project Bremen initiiert. Unterstützt wurde es von der Kulturabteilung der Spanischen Botschaft in Berlin.
Inzwischen findet das Festival auch an den Standorten des Instituto Cervantes in Frankfurt, Berlin und München statt. 2026 ist Hamburg zum ersten Mal dabei.
Das Festival zeigt jedes Jahr ausgewählte Choreografien aus Spanien und vermittelt einen Eindruck davon, wie breit und lebendig die dortige Tanzszene arbeitet. Klassische Traditionen treffen auf politische, gesellschaftliche und persönliche Themen. Körper, Herkunft und Identität werden dabei nicht nur dargestellt, sondern auf der Bühne unmittelbar verhandelt.
Mit „Maja y Bastarda“ beginnt die Hamburger Ausgabe nicht mit gefälliger Folklore, sondern mit einer Arbeit, die den Flamenco ernst nimmt und gerade deshalb dessen Grenzen überschreitet.
Baila España 2026 im Überblick
- Veranstaltung: Laila Tafur – „Maja y Bastarda“
- Festival: Baila España
- Datum: Sonntag, 27. September 2026
- Beginn: 18 Uhr
- Veranstaltungsort: MARKK – Museum am Rothenbaum
- Adresse: Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg
- Veranstalter: Instituto Cervantes Hamburg
- Kooperation: MARKK – Museum am Rothenbaum
- Schwerpunkt: zeitgenössischer Tanz, Flamenco, Erinnerung und kulturelle Identität

