Miles Davis wird 100: Hamburg feiert eine Jazz-Legende in der Elbphilharmonie
1. Mai 2026 – 6. Mai 2026
Der Mann mit der Trompete hat den Jazz verändert. Immer wieder. Immer radikal. Miles Davis suchte sein Leben lang nach neuen Klängen. Nach neuen Wegen. Stillstand war für ihn keine Option.
2026 wäre er 100 Jahre alt geworden. Hamburg nutzt diesen Anlass für ein großes Festival in der Elbphilharmonie. Fünf Konzerte, internationale Stars und ein außergewöhnlicher Musik-Marathon holen die Welt von Miles Davis zurück auf die Bühne – und in die Stadt.
Ein Jahrhundert Miles Davis
Kaum ein Musiker hat den Jazz so stark geprägt wie Miles Davis. Seine Bands setzten immer wieder neue Maßstäbe. Vom Cool Jazz über modalen Jazz bis zum Jazzrock. Seine Alben sind bis heute Meilensteine der Musikgeschichte.
Zum Jubiläum lädt die Elbphilharmonie zu fünf Konzerten ein. Auf der Bühne stehen Künstler, die das Erbe von Miles Davis weitertragen – alte Weggefährten ebenso wie Stars einer neuen Generation.
Zu den Gästen zählen etwa der Bassist Marcus Miller, einer der wichtigsten musikalischen Partner aus Davis’ später Phase. Auch der Trompeter Ambrose Akinmusire kommt nach Hamburg, ebenso der Saxofonist Ravi Coltrane, Sohn von John Coltrane – einst Bandkollege von Miles Davis.
Die Konzerte im Überblick
Das Festival zeigt, wie weit der Einfluss von Miles Davis reicht. Jedes Konzert widmet sich einer anderen Phase seines Werks.
Ambrose Akinmusire spielt gemeinsam mit dem Brussels Jazz Orchestra Musik des legendären zweiten Miles-Quintetts aus den 1960er-Jahren.
Der amerikanische Schlagzeuger Bobby Previte interpretiert das berühmte Album „Bitches Brew“ neu – jene wilde Mischung aus Jazz und Rock, die Ende der 1960er eine ganze Musikrichtung auslöste.
Die NDR Bigband widmet sich dem Klassiker „Sketches of Spain“. Das Album verband erstmals spanische Musik mit Jazz und gilt bis heute als revolutionär.
Ein weiteres Highlight: Terence Blanchard tritt gemeinsam mit Ravi Coltrane auf. Beide setzen dem kreativen Duo Miles Davis und John Coltrane ein musikalisches Denkmal.
Den Abschluss bildet Marcus Miller mit dem Projekt „We Want Miles!“. Sein Ensemble spielt Musik aus der elektrischen Phase von Davis – darunter Stücke aus den Alben „Tutu“, „Amandla“ und „We Want Miles“.
50 Stunden Miles Davis – der Marathon
Doch fünf Konzerte reichen nicht aus, um ein Werk dieser Größe zu zeigen. Deshalb gibt es zusätzlich den „Miles 100 Marathon“.
Vom 1. bis 6. Mai 2026 verwandelt sich die Elbphilharmonie in einen Treffpunkt für Jazzfans. In einer Pop-up-Bar im Kaispeicher laufen fast alle Alben von Miles Davis – insgesamt 64 Platten aus mehr als 40 Jahren Karriere.
Das bedeutet: über 50 Stunden Musik. Von „Birth of the Cool“ über „Kind of Blue“ bis zu den späten Experimenten wie „Doo-Bop“. Gespielt wird alles auf einem hochwertigen Vintage-Soundsystem.
Dazu gibt es Drinks der bekannten Pacific Bar aus dem Schanzenviertel. Der Eintritt zum Marathon ist frei.
Warum sich der Besuch lohnt
Miles Davis hat den Jazz nie als feste Form gesehen. Für ihn war Musik Bewegung. Veränderung. Risiko.
Genau das zeigt auch dieses Festival. Es blickt zurück auf eine große Karriere – und gleichzeitig nach vorn. Denn viele Musiker auf der Bühne führen die Ideen von Davis weiter.
Für Jazzfans ist das Festival deshalb mehr als ein Konzertprogramm. Es ist eine Reise durch ein ganzes Jahrhundert Musik.
Und vielleicht die beste Gelegenheit, Miles Davis neu zu entdecken. Eine kleine Bemerkung meinerseits seit mir hier erlaubt: Ich für meinen Teil habe nach der Erfahrung eines grauenhaften Sounds im Großen Saal der Elbphilharmonie keinem elektrisch verstärktes Konzert mehr dort beizuwohnen.
FAQ
Wer war Miles Davis?
Miles Davis war einer der wichtigsten Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts. Der amerikanische Trompeter, Komponist und Bandleader wurde 1926 in Illinois geboren und prägte über Jahrzehnte die Entwicklung des Jazz.
Mit Alben wie „Kind of Blue“, „Bitches Brew“ oder „Birth of the Cool“ veränderte er immer wieder die musikalische Richtung seiner Zeit. Seine Bands waren zugleich Talentschmieden: Musiker wie John Coltrane, Herbie Hancock oder Wayne Shorter spielten zeitweise bei ihm und wurden später selbst zu Legenden.
Miles Davis galt als musikalischer Visionär. Er blieb nie bei einem Stil stehen, sondern suchte ständig nach neuen Klängen und neuen Formen des Jazz.
Wie hat Miles Davis den Jazz geprägt?
Miles Davis hat den Jazz mehrfach neu erfunden. Kaum ein anderer Musiker hat so viele Stilrichtungen geprägt.
Ende der 1940er Jahre half er, den Cool Jazz zu entwickeln – eine ruhigere, elegantere Form des Jazz. In den 1950er-Jahren revolutionierte er das Genre erneut mit modalem Jazz, besonders mit dem Album „Kind of Blue“, das bis heute als meistverkauftes Jazzalbum der Geschichte gilt.
Ende der 1960er ging Davis noch weiter: Mit „Bitches Brew“ verband er Jazz mit Rock, Funk und elektrischen Instrumenten. Damit entstand der Jazzrock, der die Musik der 1970er stark beeinflusste.
Sein Einfluss liegt nicht nur in seinen Alben, sondern auch in seiner Rolle als Bandleader. Viele der bedeutendsten Jazzmusiker ihrer Generation spielten in seinen Bands.
Wann und woran ist Miles Davis gestorben?
Miles Davis starb am 28. September 1991 in Santa Monica, Kalifornien. Er wurde 65 Jahre alt.
Die Todesursache war eine Kombination aus Lungenentzündung, Atemversagen und den Folgen eines Schlaganfalls. Davis hatte in den letzten Jahren seines Lebens mit mehreren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Seine frühere Drogensucht (vor allem Heroin in den 1950ern, später zeitweise Kokain) hat sein Leben und seine Gesundheit belastet – das wird in Biografien und Nachrufen klar beschrieben.
Trotz seines frühen Todes bleibt sein musikalisches Erbe enorm. Seine Aufnahmen, Ideen und Bands haben die Geschichte des Jazz dauerhaft geprägt – und inspirieren bis heute Musiker auf der ganzen Welt.

