Das neue uMag – Relaunch des Lifestyle- und Kulturmagazins

Das neue uMag – Relaunch des Lifestyle- und Kulturmagazins

Der Hamburger Bunkerverlag aus den Zeisehallen in Ottensen gibt das Kultur- und Lifestylemagazin Umag heraus. Nun wurde Heft und Website neu aufgelegt, relauncht heißt das ist der Faksprak oder Redesign. Wie schon bei dem Online-Portal einestages haben hier Jung von Matt die Finger im Spiel. Wie fühlt sie das Mag nun an, was bringt das? Eine Review bei der Du eins von drei Kurzabos gewinnen kannst.

uMag Hamburg 2010Umagazin

Natürlich kannte ich das uMag vom Bunkerverlag, der auch das kostenlose Kulturnews-Heft herausgibt. Nur gelesen hatte ich es kaum. Aus diesem Grunde gehe ich ganz unschuldig an das Redesign, den Relaunch des Hamburger Lifestyle- und Kulturmagazins heran. Stößt man doch bei der Recherche zu dieser Review auf durchaus kritische Stimmen zum neuen Lack im alten Kleid, äh, zur neuen Tapeten im alten Raum.

Zunächst die allgemeinen Fakten:
uMag ist eine monatliche Zeitschrift aus dem Hamburger bunkverlag, die 2008 bei den LeadAwards ausgezeichnet wurde. Sie richtet sich an 20- bis 39-Jährige und nimmt im Segment der Kultur- und Lifestyle-Zeitschriften eine Alleinstellung ein: durch anspruchsvollen Journalismus, der die Lesegewohnheiten der Internetgeneration integriert und mit visuell-haptischer Erlebbarkeit verbindet. Der Copypreis liegt bei 3,30 Euro.
Quelle: uMag Pressemeldung

Copypreis? Nennt man das heut so? Copypreis? Manchmal habe ich das Gefühl, da rauscht einiges an mir vorbei. Aber eins nach dem anderen.

Design

Ja, also visuell-haptisch ist das neue Magazin auf jeden Fall gelungen. Das Papier ist natür und saugfähig, matt und griffig, der Umschlagkarton mit seinem kontrastreichen Titelbild sogar stumpf – so rutscht nichts aus der Hand.

Das neue Layout in Print und Web besorgte, wie könnte es auch beinahe anders sein, die Hamburger Top-Agentur Jung von Matt. Warum die nun unbedingt Slash Elbe heißen wollen, geht mir aber nicht auf. Sie waren es jedenfalls auch, die dem Zeitgeschichten-Portal einestages sein Aussehen verliehen (das ich ja damals im Auftrag von SPIEGEL ONLINE als Webdesigner mit umsetzen half).

Der Jung-von-Matt-Style ist beim Online-Auftritt vom Umagazine.de unschwer zu erkennen. Und so erinnert auch das Heft mit verschiedenen Elementen an gutes Online-Design. Etwa mit den Trennern (Linien unter den Healines), den farbigen Kästen auf den Bildern oder den CHECKBRIEFs-Spältchen über der Headline. Diese aber sind echt zu klein – mag ich nicht lesen, viel zu anstregend. Der Online-Auftritt scheint denn auch nicht vollends umgesetzte, da ist mehr rauszuholen.

Ich finde das Design gelungen, online ist es hier und dort witzig, immer effektiv und schnell … und dem Gesamtbild des Magazins angemessen.

Aber so wird auch verständlich, was die Kultur- und Lifestyle-Zeitschrift mit den „Lesegewohnheiten der Internetgeneration“ meint. Irgendwie stylisch, kurzweilig und … nur nicht zu lang. Denn die Artikel und Interviews haben eine recht ansprechende Länge und sind auch sehr gut zu lesen. An dieser Stelle ein großes Lob an alle Beteiligten.

Ganz spannend zu sehen, wie so etwas entsteht:

Inhalt
uMag, so erfahre ich im Inhaltsverzeichnis des Heftes, bedeutet „uniq“, „music“, „arts“ und „go head“, was wohl Zukunftsdingsbums heißen soll. Eine ganz coole Mischung eigentlich.

Wir finden in dem neuen Heft mehrere gelungene Bilderstrecken. Finde ich toll. Hier muss man sagen, dass die Bilder auf der Website manchmal besser zur Geltung kommen, aber auch sehr gut ins Heft passen. Es gibt einige Shortcuts im Magazin, Meldungen, erfreulich viele Interviews, Plattenbesprechungen. Doch an genauer dieser Stelle merke ich, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre.

Ich stolpere jedoch über den Artikel „Freundschaftsdienste“, den Beitrag über Social Communitys oder Social Networks. Ansonsten scheint man in diesem Thema nicht sehr vertieft, obschon das Layout diese jungen Netzwerker ansprechen soll. Man Interviewt dazu leider drei Nasen, die nicht wirklich was zu bieten haben, die man aber irgendwo da draußen schon mal gesehen hat.

Man belegt die Macht dieser Netzwerke mit der Geschichte von Markus Beckedahl und der Bahn und nennt Markus aber nicht beim Namen, sondern einfach Blogger. Er ist aber nicht irgendein Blogger und rasante Verbreitungen von Skandalen hat es im Netz schon vor Facebook und Twitter gegeben. An dieser Stelle erwarte ich jedoch von kaum einer Print-Redaktion einen tieferen Einblick.

Fazit
Ich finde es, im Gegensatz beispielsweise von Meedia, durchaus sinnvoll und auch konsequent, wenn Werber Zeitschriften und deren Website designen. Das haben sie auch immer schon gemacht, denn die Grenzen sind an dieser Stelle fliessend. Ich finde das neue Design des uMags trotz kleiner Schwächen gelungen. Es bereitet den Inhalt gut auf, mit dem es mit ihm eine Einheit bildet. Die Artikel sind kurzweilig und sicher für die Zielgruppe ansprechend. Das Schwächeln beim Thema Bloggen und Social Networks ist allgemein verbreitet und damit verzeihlich. Die Bildstrecken, die Interviews und auch die Story über den Modedesigner Partick Mohr sind wirklich toll. Also: Insgesamt Empfehlenswert!

Mehr Reviews:
http://zitronenkern.de
http://beastybasti.de

Hamburg, 12.03.2010. Die Gewinner des unverbindlichen uMag-Kurzabos sind: Adi, Miss G. und Christin. Herzlichen Glückwunsch!
Für alle, die nicht gewonnen haben ein kleiner Trost: Jeden Montag gibt es in diesem Hamburg Magazin eine neue Chance auf ein spannendes Giveaway.

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