Die 43. Sitzung des Hamburger Spendenparlaments

Die 43. Sitzung des Hamburger Spendenparlaments

Heute Abend findet im alten Hauptsaal A der Universität Hamburg die 43. Arbeitssitzung des Hamburger Spendenparlaments statt. Hier stimmen die rund 3500 Mitglieder des seit 13 Jahren wirkenden Spendenparlaments über die Förderung verschiedener Hamburger Projekte ab, die die Not von obdachlosen, von Armut oder Isolation bedrohten Menschen in der Hansestadt lindern sollen. So heißt es denn auch: Hanseaten gegen Armut, Obdachlosigkeit und Isolation.

<Hamburger Spendenparlament SitzungKinder des Vereins ‘LUst an KUnst und LUst am LEben’
bedanken sich bei Hamburger Spendenparlament

Jeder in Hamburg und um Hamburg herum hat natürlich schon einmal vom Hamburger Spendenparlament gehört. Was die denn da so machen, weiß man dann aber doch nicht so genau, nur das es gut ist, das weiß man. Vielleicht.

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, die wir seit den 70er Jahren eigentlich permanent haben und viele Mittel für öffentliche oder soziale Einrichtungen gestrichen werden, Vater Staat gezwungen scheint zu sparen, gerade in diesen Zeiten ist es besonders wichtig den Schwächsten der Schwachen Beistand zu leisten. Und genau das tut das Hamburger Spendenparlament.

Ich könnte an dieser Stelle viel schreiben und berichten, denn das Thema ist spannend und gibt einiges her. So bin ich der Meinung, dass wir nicht alles dem Staat überlassen dürfen. Jeder einzelne ist verantwortlich und sollte etwas tun, sollte seinen konkreten Beitrag leisten, dass die Bedingungen in dieser Gesellschaft und auf dem ganzen Planeten für alle Menschen besser werden. Leider sehen das nicht alle so und nur große Töne spucken – das kann jeder.

“Tue Gutes und rede darüber”, so heißt es oft in den Sitzungen unseren Öffentlichkeits Ausschusses des Hamburger Spendenparlaments. Und dennoch bleibt viel Guten vor der Öffentlichkeit verborgen, findet still und leise statt, unterstützt durch viele wundervolle Ehrenamtliche Helfer in unserer einmaligen Stadt.

Spendenparlaments Sitzung in der Hamburger UniArbeitssitzung des Hamburger Spendenparlaments

Die Idee, Spender in einem demokratischen Verfahren an der Vergabe ihrer Spendengelder zu beteiligen, ist relativ jung. Urheber ist der ehemalige Chef des Diakonischen Werks und Landespastor in Hamburg Dr. Stephan Reimers.

Am 6. November 1995 wurde das Projekt “Hamburger Spendenparlament” zum ersten Mal der Öffentichkeit vorgestellt, und zwar auf der gemeinsamen Geburtstagsparty von Hinz & Kunzt, dem Hamburger Obdachlosenmagazin, und von der Hamburger Tafel, die Bedürftige mit gespendeten Lebensmitteln versorgt.

Die Hamburger Presse – und hier insbesondere das Hamburger Abendblatt – ignoriert diese Sitzungen und auch andere Aktionen des Hamburger Spendenparlaments regelmäßig. Nicht spektakulär genug, so heißt es dann, da passiert halt nichts, keine Skandale, meist nicht mal ein prominentes Gesicht, nichts für eine Schlagzeile, die Otto Normalo hinter dem Ofen hervorlocken würde. Das Abendblatt ist ja nicht alleine mit dieser Meinung. Denn so funktioniert die Presse, Ausnahmen bestätigen die Regel (siehe gestern Abendblatt! Denn der Mensch will Action, Drama, Angst – Sex & Crime in den Titeln halt. Lediglich das NDR-Radio 90,3 bildet hier eine rühmliche Ausnahme. Bitter finde ich das, dass Presse mit einer wichtigen Verbreitung offenbar nur so funktioniert.

Ist hier nicht ein Umdenken, eine andere Haltung vonnöten? Oder interessiert das viele Bürger einfach nicht, wie oberflächlich und genetisch-reaktiv sie tagtäglich funktionieren.

Das Hamburger Spendenparlament ist jedenfalls oft genug auf sich allein gestellt. Hat manchmal nur seinen Infostand auf Straßenfesten und bestimmen Veranstaltungen, um auf sich aufmerksam zu machen und neue Mitglieder, Spender und Ehrenamtlich zu gewinnen …

http://spendenparlament.de

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