Silvesterpartys in Hamburg

Silvesterpartys in Hamburg

Wo feiert ihr eigentlich Sylvester? Ja, es ist schon wieder so weit. Obwohl es mir doch ein wenig früh vorkommt. Aber selbst die Weihnachtsmärkte werden gerade aufgebaut und auch der Winter Dom ist gestartet, obwohl noch gar kein Winter ist. Also nochmal: Und? Was macht ihr an Sylvester? Wer sich zuhause eine Sause startet, verbringt Neujahr sicher damit, Konfetti aus Sofaritzen zu pulen, halbleere Bierflaschen aus den Fenstern zu werfen, Tische wueder zusammenzunageln, den Kühlschrank für den Speermüll vorzubereiten und die Böden mit nicht nennbaren chemischen Substanzen in einen akzeptablen Zustand zu bringen. Wer sich das ersparen möchte, feiert Sylvester in Hamburg auswärts. Nur, wo?

Die Silvesterpartys der Hansestadt

Die Vorweihnachtszeit ist traditionell auch die Zeit, in der man shoppt bis der Arzt kommt und sich die Frage stekkt: “Was machst du Silvester”? Schön, dass der Todestag des römischen Bischofs Silvester I., dem Patron der Haustiere und guter Futterernten, noch immer so euphorisch gefeiert wird, doch irgendwie nervt der alljährliche Partyzwang doch ganz gewaltig. Dabei hat natürlich jede Kneipe, jede Bar, jeder verdammte Laden seine eigene Feier, ob mit Eintritt oder ohne, ob mit Anmeldung oder spontan. Umso schwieriger wird die Auswahl. Überall und vor allem bei uns in Hamburg bieten sich viele Gelegenheiten, sich öffentlich unters Volks zu mischen, Raketen zu zünden und am fremden Sekt zu nippen.

Der größte Grauen aber ist die heilose Knallerei, die hierzulande, um Gegensatz zu den allermeisten Ländern dieser Erde, frei und erlaubt ist. Geplatze Trommelfelle, abgerissene Gliedmaßen, schwere Verbrennungen, Verlust des Augenlichts bis hin zur standesgemäßen Alkoholvergiftung – Sylvester ist stets die unfassbare Freude der Ärzte und Pfleger, der Notfallschwestern und Chirurginnen.

Der Hafen als Partymeile

Das Gros der bekannten Partys findet man rund um den Hamburger Hafen. In der Eventlocation des Hamburger Caterers “Der Blaue Hummer”, der ehemaligen Fischfabrik am Hafen, wird den Gästen von “DJ Kai Hopkins” ordentlich eingeheizt. Einlass erhalten nur Gäste über 18 Jahren und um gepflegte Kleidung wird gebeten. Nähere Informationen gibt es auf http://www.der-blaue-hummer.de/. Mehrere tausend feierwillige Besucher werden traditionell auch auf dem Festplatz Nord, im Café Seeterrassen (am Parksee im “Planten un Blomen”) oder im “Cruise Center Altona” erwartet. Seit dem letzten Jahreswechsel steht auch die HafenCity bei den Partygängern hoch im Kurs – zumal ja auch seit fast genau einem Jahr die U-Bahnlinie 4 für eine bessere Erreichbarkeit sorgt. Höhepunkt ist natürlich das große Feuerwerk auf Höhe der Landungsbrücken. Dazu lassen traditionell die großen Pötte im Hafen ihre Hörner erklingen.

Für alle, die es ruhiger mögen

An den Landungsbrücken, überhaupt im gesamten Hafenraum und vor allem auf dem Kiez kann es in der Silvesternacht auch ganz schön dramatisch zugehen. Die Menschenmassen erreichen hier oftmals eine Dichte – auch im alkoholischen Sinne – die dem Mensch- und Individuum sein doch schwer abträglich ist. Wer keine Lust hat, den Jahreswechsel eingeklemmt zwischen angetrunkenen und ewigen Jugendlichen zu verbringen, kann sich in Hamburg natürlich auch ruhigere Plätzchen suchen. Zu Hause bleiben und lesen ist immer noch ein Geheimtipp. Für das gediegene Bürgertum empfiehlt sich: klassische Neujahrs- und Silvesterkonzerte oder, wer es richtig langweilig und spießig mag, “vornehme Silvester-Dinner”. In Hamburg gibt es für jeden die passende Art, in das neue Jahr hineinzurutschen. Krass und gefährlich auf den öffentlichen Plätzen an Hafen und Alster, nicht weniger besoffen aber mit Tanz und Tralala bei den einschlägigen Party, Wohnung verwüsten privat oder eben sich für gutes Geld lecker bedienen lassen. Und wenn man Kinder hat? Keine Rede davon …

Was plant ihr?

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