Nachhaltigkeit auch beim Blumenkauf: So erblüht das gute Gewissen
Wir verschenken gerne Blumen – egal ob zum Geburtstag, zur Hochzeit oder dem Valentinstag. Doch die zunehmende Verlagerung der Blumenindustrie nach Afrika und Lateinamerika bringt einige soziale und ökologische Probleme mit sich. Hier erfahren Sie, wie Sie trotzdem mit frischen Schnittblumen eine Freude machen können.
Das Problem: Fairness und Umweltschutz spielen eine zu geringe Rolle
Blumen zum Valentinstag dürfen eigentlich für keine romantische Verabredung fehlen. Dabei sollte man sich jedoch bewusstmachen, woher die roten Rosen stammen. Dank der optimalen Klimabedingungen in Lateinamerika und Afrika wird dort der Großteil der Schnittblumen für den deutschen Markt produziert. Trotz des langen, wenig umweltfreundlichen Transportes ist dies dank günstiger Arbeitskraft die billigste Option. Doch die Arbeitsbedingungen dort sind meist unwürdig: niedrige Löhne und kaum geregelte Arbeitszeiten. Zugleich stellt der Anbau frischer Blumen auch stets eine Belastung für die Umwelt dar, da an Pestiziden nicht gespart wird. Allein ein Strauß Rosen aus Ostafrika verbraucht etwa 150 Liter Wasser, also eine gefüllte Badewanne. Dies trägt nur noch mehr zum bereits bestehenden Wassermangel bei. Wer gerade für besondere Anlässe aber nicht auf eine hübsche Blütenpracht verzichten möchte, sollte sich nach Alternativen umsehen.

Auf faire und ökologisch produzierte Schnittblumen zurückgreifen
In Deutschland gibt es mittlerweile eine Reihe von Siegeln, die Nachhaltigkeit und Fairness im Anbau der Blumen garantieren. Eines davon ist beispielsweise „Das grüne Zertifikat“. Dies behebt allerdings noch lange nicht den Wassermangel vieler Produktionsländer. Auch im Online-Blumenversand wird immer mehr auf die Nachhaltigkeit der Sträuße geachtet. Als Käufer hat man also die Möglichkeit, bewusster Blumen zum Valentinstag einzukaufen. In Supermärkten oder Discount-Blumenläden ist dies jedoch meist nicht der Fall. An dieser Stelle sollte man dann vielleicht lieber auf den Kauf von Blumen mit unklarer Herkunft verzichten. Wochenmärkte oder Gärtneeien können hierfür neben Online-Anbietern eine bessere Anlaufstelle sein.
Bewusst saisonale Blumen aus der Region kaufen
Während große Blumenhandelsketten ihre Schnittblumen meist aus dem Ausland beziehen, empfiehlt es sich, andere Alternativen in Betracht zu ziehen. Viele Online-Shops für Blumenversand arbeiten mittlerweile mit deutschen Blumenfarmen zusammen. Dies hat den großen Vorteil, dass nicht nur menschenwürdig produziert wird, sondern auch kein enormer Wassermangel besteht.

Wer weiterhin zu einer nachhaltigeren Blumenindustrie beitragen möchte, sollte außerdem saisonal kaufen. Mitten im Winter wachsen in Deutschland zwar keine Rosen, doch dafür können im Gewächshaus hübsche Freesien, Gerbera oder Tulpen angebaut werden. Diese machen zum Valentinstag sicherlich genauso viel Freude (mit einem besseren Gewissen) wie ein Strauß roter Rosen. Im Sommer besteht obendrein die Möglichkeit, auf speziellen Feldern selbst Blumen pflücken zu gehen.