Eine wilde Nacht draußen auf der Reeperbahn in Hamburg

Eine wilde Nacht draußen auf der Reeperbahn in Hamburg

Eine Sache, die hat die Frau, von der hier die Rede sein wird, mit Sicherheit gelernt: Nämlich mit dem Unerwarteten zu rechnen, und wenn die Dinge nicht nach Plan verlaufen, sie hinzunehmen und einfach weitergehen. Eine Geschichte rund um das Casio Reeperbahn.

Ihr Plan, eine Nacht in Hamburgs Casino Reeperbahn zu verbringen, verhalf ihr ungewollt dazu, die Lektion zu vertiefen. Das fand sie wohl toll und anziehend, eine Nacht des Glanzes, des Glamours und des Glücksspiels. Nur verwandelte sich diese Nacht in eine einzige Katastrophe, von der sie ein guter Freund am Ende „retten“ musste. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.

Sie war schon mehrmals in Hamburg gewesen, denn einer ihrer Ex-Freunde ist dort geboren und aufgewachsen. Leider stellte sich heraus, dass der Ex hinter meinem Rücken Blondinen bevorzugte, und nach einer tränenreichen Trennung fand sie sich mich mit einem Leben ohne diesen Lover ab. Wie das so ist.

Bei jedem ihrer früheren Besuche war die Reeperbahn wie für viele andere ein geradezu magischer Anziehungspunkt. Der Rotlichtbezirk, St. Pauli, hatte diese eigenartige Kultwirkung und schien ein schäbiges Las Vegas, aber mit einem unverwechselbaren Flair und Charakter. Leider war aber ihr Ex nicht sehr daran interessiert, das Casino Reeperbahn näher kennenzulernen. Glückspiel interessierte ihn nicht. Sie fand eine alte Bekannte, die Lust hatte, einen drauf zu machen und tauchte ein in die verruchter Glitzerwelt des trunkenen St. Paulis.

Die Mädels beschlossen, dass das Casino Reeperbahn ein ultimatives Reiseziel wäre, warfen sich entsprechend in Schale und waren wild entschlossen, eine stilvolle Nacht mit allem, was sie meinten, das dazugehören sollte, zu genießen.

Nicht für Erfolg gekleidet

Der erste Hinweis darauf, dass diese Nacht zum Scheitern verurteilt sein würde, war, als sich beim Anziehen des „kleinen Schwarzen“ dessen Reißverschluss verabschiedete. Böses Omen, aber irgendwie passt es zum Wahnsinn auf der Reeperbahn. Wenn sie ganz still stand, sah es toll aus, aber sobald sie sich bewegte, wurde sie zu einer wandelnden Peepshow. Siehste. Sie wollte jedoch die Sehenswürdigkeiten der Reeperbahn auf sich wirken lassen und nicht Teil dieser sein!

Auch ihr verdammtes Reservekleid, dass sie bemühen wollte, war unbrauchbar, da das Sonnenöl, das sie im blinden Optimismus eingepackt hatte, darüber ausgelaufen war und es übersät war mit fettigen Flecken. Aber was halt es? Sie nahm eine Jacke, die ihr half das Unglück zu verbergen und setzte zurecht darauf, dass die Beleuchtung in den Clubs oder dem Casino trüb genug sein würde, um das Ungemach zu verstecken.

Schwarze Katzen und Taxis

Als die beiden loszogen, fing es an zu regnen und sie schnappten sich ein Taxi Richtung Reeperbahn. Aber nicht ohne von einem anderen Taxi bei regennasser Straße mit vollgesaut zu werden. Das Kleid trug jetzt noch eine Schicht Schmutz neben den Ölflecken! Schlechte Omen. Egal.

Vor dem Taxi, in dem sie saßen kreuzte eine schwarze Katze die Straße und was die Frauen in Angst versetzte. Was würde noch alles geschehen? Zum Glück roch das Taxi nach Knoblauch und das soll ja wohl böse Geister vertreiben. Das war ein Ausgleich, eine Chance. Oder nicht?

Ein Casino-Rätsel

Als sie an der Reeperbahn ankamen, konnte sie am Casino im Herzen St. Paulis nicht aufhören, darüber zu staunen, wie schön dieses alte Gebäude doch war und wie elegant es darstand. Und so waren schnell das ölverschmierte, schmutzige Kleid sowie die ruinierten Haare vergessen. Das galt auch für ihre Jacke im Taxi, aber zu dem Zeitpunkt war sie zu sehr vom Augenblick gefangen, um es zu bemerken.

Innen war das Casino weniger elegant, als erwartet, aber es erfüllte dennoch alle Kriterien für das, was sie im Sinn hatte. Sie zielt aufs Roulette, da sie eine deutsche Android-Casino-App auf ihrem Smartphone installiert hatte und ziemlich gut in dem Spiel geworden war, sodass sie als Erstes die Roulette-Tischen ansteuerte.

Groß zu gewinnen war der Plan

Die ersten paar Roulettespiele brachten große Ergebnisse und man wurde immer sicherer, sodass man sich schnell an größere Wetteinsätze versuchte. Ihre Freundin warnte sie noch, dass sie es langsamer angehen sollte, aber das war sinnlos, der wer vor Aufregung gefangen und felsenfest überzeugt ist, gleich abzusahnen, dem ist nicht mehr zu helfen.

Während ihre Freundin sich dann an den „90+“-Spielautomaten versuchte, beschloss sie, nun mit einem höheren Limit zu spielen. Sie setzte ganz einfach auf „Rot gewinnt“ und blätterte 300,- Euro hin. Das war eigentlich ihr Budget für die Nacht und alles, was sie gewonnen hatte zusammen, aber sie war sich so sicher, dass ich sie ihren Einsatz zweifach zurückbekommen würde, dass sie wie unter Zwang Risiko ging. Aber war da nicht diese schwarze Katze? Und tatsächlich landete der Ball auf Schwarz. Sie war entsetzt, sollte aber unbedingt die 300,- Euro irgendwie zurückgewinnen. Sie entschied, dass es an der Zeit war, stattdessen einen der Blackjack-Tische auszuprobieren, und nach ein paar „kurzen Händen“ war sie … weitere 600,- € los. Was für ein Irrsinn.

Mit der Vergangenheit konfrontiert

Während sie sich also deprimiert von den Spieltischen wegbewegte, hörte sie ihren Namen rufen. Es war ihr Ex, der, mit der schönsten Blondine, die sie jemals gesehen hatte. Er kam eifrig herüber, um sie im wohl hellsten Teil des Casinos als seine neue Verlobte vorzustellen. Geradezu perfekt, um ihr ölbeflecktes, schmutziges Kleid und die strähnigen, nassen Haare zu betonen. Seine Verlobte warf mir einen süßen, bemitleidenden Blick zu und als sie sich nach vorn lehnte, um Hi zu sagen, schreckte sie stark zurück und man erinnerte sich plötzlich an den Knoblauchgeruch im Taxi … und an die fehlende Jacke.

Diese „große Nacht“ auf der Reeperbahn war nicht gerade so, wie sie erwartet wurde und doch gewann ihre Freundin eine Art „Jackpot“ an den Spielautomaten und beharrte darauf, ihn mit ihrer Freundin zu teilen, denn dieser Ausflug war ja ihre Idee gewesen. Tja. Frauen. Schwierige Sache. Man denkt immer, Männer sind von Spielsucht und dem Blödsinn betroffen, den es mit sich bringt. Nein, Frauen können auch, wenn sie sich schön blöd anstellen. Den Casinos geht es jedenfalls gut.

Hinterlasse eine Antwort

*