Flyer, Termine, Plakate und Events für Esoteriker

Flyer, Termine, Plakate und Events für Esoteriker

Kennen alle die 4 wichtigsten W-Fragen? Wer? Was? Wo? Wann? Offensichtlich nicht. Auch Typographie und Schriftauszeichnung sind für viel ZeitgenossInnen Böhmische Dörfer, von denen man noch nie gehört hat. Aber Flyer drucken, Termine bekannt geben und Events ankündigen, das können auf einmal alle. Oft versteht man dabei zwar Bahnhof und denkt, das Date ist was für Esoteriker, also Eingeweihte, da kann ich nicht hin. Doch das ist sicher nicht im Sinne des Erfinders. Wie sieht denn nun eine gute Ankündigung aus?

Manchmal, so scheint. sind gerade die einfachsten Regeln die schwersten. Warum ist das so? Warum fällt es vielen Menschen so schwer, sich klar und deutlich auszudrücken? Denn gerade, wenn es darauf ankommt, man also Publikum ansprechen und anlocken will, ist das besonders wichtig.

Zuweilen wird im Namen eines zweifelhaften Designs die Verständlichkeit einer Optik geopfert, die cool, lustig, brillant, besonders kreativ und stylisch genau so und nur so zum angekündigten Event passt. Ach, wirklich? Und warum kann ich das nicht lesen? Wo steht der Eintritt? Welches Hamburg noch mal? Ich finde die Straße nicht? Wann gehts los? Wer besonders und wie genau? Keine Ahnung. Sieht aber gut aus.

Warum das so ist? Weil die Leute keine Ahnung von Typographie und Schriftauszeichnung haben, nicht einmal vom Hörensagen kennen sie die einfachsten grafischen Regeln. Wird in der Schule auch nicht gelehrt. Ich hatte bis zu meiner grafischen Ausbildung als Mediengestalter noch nie was vom Leerzeichen hinter einem Satzzeichen gehört. Aber alle wollen Flyer gestalten und Plakate drucken. Übers Netz ganz einfach, macht man z.B. hier.

Am Schlimmsten sind Versalien. Sie werden oft im Internet inflationär benutzt. Wenn ich gerade diese Veranstaltung ankündigen will und keine weiteren Infos zur Verfügung habe, muss ich Versalien kopieren, die, wenn Sie im Bulk, en Masse auftreten, sehr schwer zu LESEN sind.

Auch die Darstellung von Datum und Uhrzeit ist eine Sache für sich. Sie sind oftmals schlicht falsch oder gerne der anglo-amerikanischen Schreibweise entlehnt und damit untauglich fürs Deutsche. Ich kopiere den Krampf jedenfalls nicht, da ich eine halbwegs korrekte Schreibweise bevorzuge.

Unleserlich und sehr eigen

Ganz Schlimm allerdings wird es, wenn es um den Ort geht, als das Wo. Manche Knalltüten gehen davon aus, dass man ihren verdammten Laden sowieso kennt und weiß, wo er ist. Man kommt gar nicht auf die Idee, Straße und Hausnummer, Stadt und Postleitzeit zu nennen, obwohl genau das, gerade im Internet, sehr wichtig wäre. Ich kopiere alles und schaue bei GOOGLE-Maps kurz nach, wo das ist.

Also: Ich sehe es nicht ein, die Unkenntnis weiter zu unterstützen und verlautbare schon lange keine Termine mehr, die keine eindeutigen und internettauglichen Aussagen und Auszeichnungen zum Wer-Was-Wo-Wann und vielleicht auch Wie treffen.

Meine Tipps für die Auszeichnung von Terminen, Events und Ankündigungen auf Flyer, Plakaten und im Internet (z.B. auf Facebook).

  1. Wiederholungen: Wiederholt ruhig die Daten, das schadet nicht
  2. Rechtschreibung: Vermeidet ausschließliche Kleinschreibung
  3. Versalien: Vermeidet lange Sätze in Großbuchstaben
  4. Schreibweise: Datum und Uhrzeit müssen deutlich und korrekt benannt werden (siehe Zahlengliederung in der Typograhie)
  5. Exakter Ort: Straße, Hausnummer, PLZ und Ort sind genauso wichtig wie der Name der Location
  6. Geld: Eintrittspreis ist sehr wichtig, auch wenn es nichts kostet, schreibt man eben „Eintritt frei!“

Ist das wirklich so schwer? Ist das zu viel verlangt? Kann man sich bei Facebook, in Newslettern, auf der Website, auf Flyern und Plakaten nicht daran halten? Unser Leben wäre viel, viel einfacher.

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