Cornern in Hamburg – Das Bezirksamt Altona lädt ein

Cornern in Hamburg – Das Bezirksamt Altona lädt ein

Der Bezirk Altona setzt zum Thema Cornern zwei Gesprächsrunden an um die Sache zwischen Bürgern, Anwohnern und Gastronomen am Alma-Wartenberg-Platz, der Susannenstraße, am Schulterblatt und der Stresemannstraße zu klären.

Cornern ist zu einem wichtigen Teil der Hamburger Straßenkultur geworden. Ich mag das Wort und in Ottensen am Alma-Wartenberg-Platz hat es ein italienisches Flair. Die Sache Lebensqualität und wird immer beliebter. Leider nicht bei allen. Bei den Anwohnern zum Beispiel, die sich bis spät in die Nacht belästigt fühlen oder bei den Geschäftsleuten, denn die Gastronomen fürchten Einkommenseinbußen als sich die Leute draußen am Bordstein lieber selbst versorgen. Zwei Gesprächsrunden im Bezirk Altona sollen das klären.

„Denn die Feiernden besorgen sich Bier und andere Alkoholika, günstiger als in der Gastronomie, zum Verzehr auf der Straße aus einem nahegelegenen Kiosk oder einem anderen Einzelhandelsgeschäft.“

Verstehen wir. Der berühmte Kiosk 2000 in Ottensen an der Bahrenfelder Straße muss nun auch um 24.00 Uhr schließen, wobei Penny direkt daneben bis 23.00 Uhr auf hat. Natürlich fällt das den Gastronomen nicht, obwohl sich das Aurel an der Ecke oder das Familieneck schräg gegenüber sicher nicht beschweren können. Bei gutem Wetter ist sogar der ganze Alma-Wartenberg-Platz befüllt, so dass auch die Restaurants, die dort ihre Tische und Stühle aufgeschlagen haben, sicher nicht zu kurz kommen.

In Hamburg ist Cornern erst seit Kurzem ein Thema

„Der Begriff stammt aus der Bronx, wo sich in den 1970er oder 1980er Jahren Breakdance-Crews an Straßenecken trafen um ihr Können zu messen. In deutschen Großstädten ist der Begriff seit Mitte der 2010er Jahre präsent.“
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Cornern

Es wird ja nicht nur „gefeiert“? Es wird auch einfach nur abgehangen, geredet und erzählt. Ein, zwei Stündchen und dann ist für viele Feierabend. Von wegen „feiern“! Ich versehe die Interessen der Anwohner, die auch ein Recht auf Ruhe habe. Und ich verstehe die Interessen der Gastronomen. Aber genauso verstehe ich die Interessen der Bürger, die einen Anlaufort brauchen, an dem sie sich sich unverbindlich treffen und einen lockeren Abend verbringen können. So, wie man das aus dem Süden und anderen Ländern der Welt kennt. Diese Funktion übernahmen in Deutschland lange Zeit die Eckkneipen, „die kleine Kneipe in unserer Straße“, wie Peter Alexander dereinst sang. Doch diese sind entweder verschwunden oder engen Clubs gewichen, in denen Getränke teuer und der Lärmpegel hoch ist. Außerdem fehlt dem Land eine Draußenkultur, denn das Bedrüfnis der Bürger, ihre Freizeit draußen zu verbringen – gerade in einem Gebiet, dass genau dies für rund 6 Monate im Jahre vom Wetter her nicht zulässt – muss respektiert werden.

Kinder haben noch dieses ganz natürliche Bedürfnis, draußen zu spielen, nach draußen zu laufen, draußen zu sein. Ich selbst war bei jeder sich bietenden Gelegenheit draußen um zu Kicken, Rad zu fahren, Indianer zu spielen oder die Gegend zu erkunden. Auch meine Tochter kennt das Bedürfnis, das ist ganz normal. Warum sollte das bei Erwachsenen, die in der Regel den ganzen Tag in einem blöden Bürogebäude verbringen müssen, anders sein? Nein, es ist gut und wichtig, dass den Menschen eine nicht reglementierte Gelegenheit geboten wird, sich frei und locker im urbanen Raum zu versammeln.

Nicht jeder Stadtteil hat einen so schönen Platz, wie St. Pauli den „Park Fiction“. Aber Ottensen hat den Alma-Wartenberg-Platz und der gehört den Bürgern. Können sich die Gastronomen nicht etwas einfallen lassen, um die wundervolle Kultur des Cornerns zu erhalten? Etwas günstigere Getränkepreise bei ausgeweiteten Verkaufslizenzen, die auch auf der Straße greifen? Wir brauchen flexible und großzügige Regelungen. Können die Behörden das Cornern verhindern, ohne massiv in die Bürgerrechte einzugreifen?

Wie dem auch sei, es muss alles getan werden, um die Kultur des Cornerns in Hamburg auch für unsere Gäste zu erhalten und zu fördern. Es muss einenen „Interessenausgleich“ geben. Dazu vielleicht eine Arbeitsgruppe, die Lösungen für alle erarbeitet? Was meint ihr?

Linksammlung zum Thema:

Zwei Gesprächsrunden zum Cornern mit dem Verbraucherschutzamt Altona

Cornern am Alma-Wartenberg-Platz

Cornern an der Susannenstraße, am Schulterblatt und der Stresemannstraße

Mittwoch, den 4. Oktober 2017 von 19 bis 21.00 Uhr
JesusCenter, Schulterblatt 63, 20357 Hamburg

Cornern am Alma-Wartenberg-Platz in Ottensen

Donnerstag, den 5. Oktober 2017 von 19 bis 21.00 Uhr
Großer Sitzungssaal des technischen Rathauses, Jessenstraße 1-3 22767 Hamburg

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