Japan Filmfest Hamburg – JFFH 2019

Japan Filmfest Hamburg – JFFH 2019

20 Jahre Japan Filmfest Hamburg! Das älteste japanische Filmfestival Deutschlands feiert im Mai Geburtstag! Zum Jubiläum gibt es auch eine spannende Fotoausstellung.

2019 findet das Japan Filmfest Hamburg zum 20. Mal statt. Ein besonderes Jubiläum, das gemeinsam mit über 40 aus Japan angereisten Gästen ausgiebig gefeiert werden will. Doch so ein Geburtstag bietet auch eine Gelegenheit zu einem kleinen nostalgischen Rückblick, denn von den bescheidenen Anfängen des JFFH 1999 bis hin zu seinem Status als etabliertes Kulturevent der Stadt Hamburg in der Gegenwart ist viel geschehen. 20 bewegende Jahre, die durch seine kleinen und großen Geschichten, Begegnungen mit ganz besonderen Künstlern und Gästen, sowie das abwechslungsreiche Filmprogramm in den Erinnerungen der Menschen lebendig bleiben. Aus diesem Anlass laden wir, der Verein Nihon Media e. V., unser Publikum mit dem Besuch der Fotoausstellung „20 Jahre Japan-Filmfest Hamburg“ auf eine kleine Zeitreise in die Geschichte des Festivals ein. Die Ausstellung wird gleichmäßig auf unsere drei Festivalkinos, das Metropolis Kino, das 3001 Kino und das Studio-Kino aufgeteilt.

Das älteste rein japanische Filmfestival Deutschlands

Ende der 1990er Jahre fand das im Aufbruch befindliche wilde Kino von Regisseuren wie Takashi Miike, Takeshi Kitano und Shunji Iwai in der öffentlichen Wahrnehmung kaum Beachtung. Nur wenigen Eingeweihten waren die Namen ein Begriff, doch das sollte sich dank einiger Kino-Enthusiasten aus Hamburg ändern. Als das JFFH im Jahr 1999 als erstes rein japanisches Filmfest im deutschsprachigen Raum gegründet wurde, konnte noch niemand ahnen, welche Entwicklung das Festival nehmen sollte. Zunächst als einmalige Filmreihe in Guerilla-Taktik geplant, wurde dank der überwältigend positiven Publikumsresonanz schnell mehr daraus. Der große Erfolg führte die Macher des Festivals aber auch schnell an organisatorische Grenzen. 2002 wurde deshalb der Verein Nihon Media e. V. als Organisationsplattform gegründet. Ein Wendepunkt in der Geschichte des Japan Filmfest Hamburg, der es ermöglichte, das JFFH deutlich professioneller aufzustellen. Der Verein setzte sich das ehrgeizige Ziel, über die Förderung des japanischen Kinos hinaus eine deutsch-japanische Begegnungsstätte zu schaffen und als kultureller Brückenbauer insbesondere zwischen den beiden Partnerstädten Hamburg und Osaka zu fungieren.

Aller Anfang ist schwer: Das 3001 Kino als Keimzelle des Festivals

Was wäre ein Filmfest ohne seine Spielstätten? Von Beginn an war es uns wichtig, ein vertrauensvolles Verhältnis zu unseren Partnerkinos aufzubauen, ohne die ein reibungsloser Festivalbetrieb nicht möglich wäre. Zunächst etablierte sich das kultige 3001 Kino im Schanzenviertel als Stammhaus des JFFH. Das stetige Anwachsen der Zuschauerzahlen machte es jedoch rasch notwendig zu expandieren. Über einige Jahre begleitete uns das legendäre Hinterhofkino B-Movie auf St. Pauli, bevor wir mit dem Metropolis ein weiteres verlässliches Partnerkino hinzugewannen, das uns weitaus größere Premierenfeiern ermöglichte. 2014 komplettierte schließlich das traditionsreiche Studio-Kino in der Bernstorffstraße unsere Spielstätten. Doch die Zusammenarbeit mit den Kinos stellte das Festivalteam auch vor logistische Herausforderungen. So kam es des Öfteren vor, dass ein verspätet gelieferter Filmträger erst in aller letzter Minute und mit quietschenden Reifen in die Hände des Filmvorführers gelangte. Außerdem sahen wir uns in den Anfangsjahren mit einem durchaus „schwerwiegenden“ Problem konfrontiert. Wuchtige 35- und 16-mm-Filmrollen wurden per Luftpost nach Deutschland eingeflogen, so dass schnell mehrere hundert Kilo Filmmaterial zusammenkamen. Um Kosten zu sparen, wurden die Filme – Rückenschmerzen inklusive – von unseren Teammitgliedern per Privat-PKW an die Kinos verteilt. Dank moderner Trägermedien wie Blu-ray oder dem DCP-Format fällt dies heute deutlich leichter.

Kleine und große Begegnungen in 20 Jahren Japan-Filmfest Hamburg

Über all die Jahre hinweg prägten die Begegnungen mit unseren japanischen Ehrengästen das Japan Filmfest Hamburg. Gleich zu Beginn begeisterte Shunji Iwai (Swallowtail Butterfly) als einer der bedeutendsten Vertreter des japanischen Kinos der 1990er uns mit seinem Besuch. Einen weiteren legendären Festivalmoment verdanken wir 2001 dem Auftritt von Martial-Arts-Künstler Tak Sakaguchi (Versus, Shinobi: Heart Under Blade, Re: Born), als er im 3001 Kino bei dem Versuch, mit dem Samuraischwert einen Apfel zu spalten, die Leinwand zerstörte. Weitere zum Glück weniger nervenzerfetzende Highlights folgten: Gerne denken wir etwa an Professor Yoneo Ota von der ?saka University of Arts (2004) oder an Nobuhiro Yamashita, den Regisseur des Eröffnungsfilms des 6. JFFH „Linda, Linda, Linda” zurück. Aber auch die Besuche von Regie-Veteran Sadao Nakajima (2009), Godzilla-Regisseur Kazuki Omori (2012), Filmemacher John Cairns (Schoolgirl Apocalypse) und Kurando Mitsutake (Gun Woman) bleiben in besonders positiver Erinnerung. Eines der eindrucksvollsten Augenblicke des Festivals war aber sicherlich 2007 die Premiere des Films „Ode an die Freude“ mit dem großartigen, in diesem Jahr leider viel zu früh verstorbenen Bruno Ganz als Ehrengast. Neben fantastischen Kinomomenten gab es aber auch das ein oder andere Ausnahmeevent, das uns sowohl vor organisatorische als auch emotionale Herausforderungen stellte. Im Gedächtnis haften bleibt etwa die berührende Sonderausstellung TEGAMI – Perspektiven japanischer Künstler des Jahres 2011, die eine Antwort auf die Dreifachkatastrophe von Fukushima suchte. Aber auch der Besuch der sympathischen Samurai-Stunt-Gruppe Kengeki-kai 2013 unter ihrem Leiter Takeshi Irie und ihrem Samurai-Workshop samt einer öffentlichen Stunt- und Theatershow oder 2014 die aufwendig gestaltete Sonderausstellung des surrealistischen Ausnahmekünstlers und SFX-Spezialisten Screaming Mad George, wusste uns zu begeistern. In jüngster Zeit beeindruckte der energetische Auftritt von Kultregisseur Yoshihiro Nishimura (Tokyo Gore Police, Helldriver, Kodoku: Meatball Machine) viele unserer Zuschauer. Für einige Filmemacher wurde das Japan Filmfest Hamburg mittlerweile fast zu so etwas wie einer zweiten Heimat. Treuester Dauergast des Filmfestes ist beispielsweise der letztjährige Gewinner des Preises für eine außergewöhnliche künstlerische Leistung, Takuya Fukushima, der seit 2013 fast ununterbrochen das Filmfest besucht. Doch neben den Auftritten etablierter Filmemacher und Schauspieler sind es vor allem die Begegnungen mit den aufstrebenden Talenten des japanischen Kinos, die gerade am Beginn ihrer Karriere stehen, die uns die größte Freude bereiten.

Das JFFH im Austausch mit japanischen Kulturträgern und Festivals

Seit der Gründung des Japan Filmfest Hamburg begleitete uns der Wunsch, den direkten Austausch zwischen japanischen und deutschen Kulturschaffenden zu fördern. So wurde schon bald der Kontakt zur Hamburger Hochschule für bildende Künste und der Osaka University of Arts geknüpft. Nachwuchs-Regisseure aus Osaka sind seitdem regelmäßig zu Gast in Hamburg, um hier ihre aktuellen Werke erstmalig einem internationalen Publikum zu präsentieren. Daneben suchte das JFFH stetig nach weiteren Kooperationspartnern, darunter die Tokyo University of Arts, das Filmfest Skip City International D-Cinema (Kawaguchi City), seit 2017 das Jimbocho Filmfestival (Tokyo) und zuletzt das Tokyo Kanda Fantastic Film Festival sowie den Edo Culture Complex. Wichtige Verbindungen zur japanischen Filmszene, die es uns auch in Zukunft ermöglichen, spannende Kino-Produktionen exklusiv in Hamburg zu präsentieren.

Gestern, heute, morgen: Die Zukunft des Festivals

Eine junge Generation von Filmemachern macht sich heute einmal mehr in Tokyo, Kyoto und Osaka daran, das Kino neu zu erfinden. Und das JFFH bietet die großartige Gelegenheit, einen Blick in diese Herzkammer des japanischen Gegenwartsfilm zu werfen. Diese unerschrockenen Filmkünstler zu unterstützen ist uns ein großes Anliegen, weshalb das JFFH 2018 gleich mehrere Filmfestpreise zur Förderung des japanischen Kinos ins Leben gerufen hat. In diesem Jahr kommt mit dem Publikumspreis ein besondere Auszeichnung hinzu, die dem Publikum die Möglichkeit gibt, selbst Einfluss zu nehmen und mitzuentscheiden, welche Entwicklung im neuen japanischen Kino unsere besondere Unterstützung verdient.

Nach 20 aufregenden Festivaljahren lässt sich sicherlich mit etwas Stolz sagen, dass das traditionell im Japan-Monat Mai angesiedelte JFFH als fester Bestandteil des Hamburger Kulturkalenders nicht mehr wegzudenken ist. Zu diesem Erfolg trugen maßgeblich die zahlreichen ehrenamtlichen Mitglieder des Nihon Media e. V. bei, die sich mit unermüdlicher Energie den organisatorischen Herausforderungen eines Filmfests stellen und dem JFFH dadurch erst sein unverwechselbares Gesicht geben.
Auch zu seinem Geburtstag bleibt sich das JFFH treu und umfasst mit seinem Programm wieder über 70 aktuelle japanische Produktionen vom abendfüllenden Spielfilm bis zum experimentellen Kurzfilm, darunter zahlreiche Deutschland-, Europa- und Weltpremieren. Ob nun anspruchsvolle Arthaus-Filme in der Noh-Reihe, grell-wilde Genrestreifen in der Naginata-Reihe, farbenfrohe Anime oder die Leichtigkeit der Komödien der Rakugo-Reihe, für jeden Geschmack ist wieder etwas dabei. Mit den vielen erwarteten Gästen aus Japan steht auch bei der Jubiläumsausgabe des JFFH der Austausch zwischen Publikum und japanischen Filmschaffenden im Mittelpunkt.

Aktuelle Informationen zum geplanten Programm des 20. Japan Filmfest Hamburg im Internet

www.facebook.com/japan.filmfest.hamburg (
blog.jffh.de/
www.flickr.com/jffh

Offizieller Youtube-Kanal des JFFH: j.mp/jffh-youtube

Das Japan-Filmfest Hamburg findet seit 1999 jährlich kurz nach dem Kirschblütenfest statt. 2019 steht das fest im Kulturkalender der Hansestadt verankerte Filmfestival unter dem Motto „20 Jahre Japan-Filmfest Hamburg – 20 Jahre großes Kino aus Japan in Hamburg“. Das Filmfest ist eine Initiative des Nihon Media e. V. und wird überwiegend von ehrenamtlich mitwirkenden Vereinsmitgliedern und Unterstützern organisiert und durchgeführt. Ziel des Vereins ist es, einen Beitrag zur japanisch-deutschen Freundschaft zu leisten und Kulturschaffenden aus Japan in Deutschland eine Bühne zu geben.

JFFH – Japan Filmfest Hamburg

vom 22.–26. Mai 2019
Timetabel: https://jffh.de/de/timetable.html
Neu: Filmfest-Lounge des JFFH in der The Gone Away Bar, Milchstraße 25, 20148 Hamburg
Der Kartenverkauf läuft im 3001 Kino, Schanzenstr. 75
Programmhefte liegen auch in den Kinos aus (solange der Vorrat reicht)

Metropolis Kino, Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg
3001-Kino, Schanzenstraße 75, 20357 Hamburg
Studio Kino, Bernstorffstr. 93-95, 22767 Hamburg

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