In Sachen Mode mal hip, mal zurückhaltend – aber immer trendy

In Sachen Mode mal hip, mal zurückhaltend – aber immer trendy

Zugegeben: Geht es um die Mode, gilt Hamburg neben Metropolen wie Mailand, New York, Paris oder auch Berlin im besten Fall nur als Geheimtipp. Warum eigentlich? Von angesagten Modeboutiquen über kleine, aber feine Designerläden bis zu exklusiven Shops großer Marken ist hier doch alles vertreten. Dazu folgen junge, ambitionierte Modedesigner in großer Zahl den Spuren großer Hamburger Namen wie Jil Sander, Karl Lagerfeld oder Wolfgang Joop.

Individueller Kleidungsstil als Ausdruck purer Lebensfreude

Hamburg macht kulturell so schnell keiner was vor – und das nicht erst seit Eröffnung der Elbphilharmonie: Musical-Bühnen begeistern mit ihren fulminanten Inszenierungen Publikum jeden Alters. Dazu rund 40 Theater-Bühnen und andere Spielstätten mit Opern-, Ballett-, Kabarett- oder Theatervorstellungen. Außerdem locken in der ganzen Stadt ungezählte Konzerte, Kinos, Museen, Ausstellungen und Attraktionen aller Art. Die Kulturszene scheint stets am Puls der Zeit. Doch geht es um Mode, spielt Hamburg nach Berlin stets die zweite Geige. Dabei hätte Hamburg durchaus das Zeug zur Top-Adresse in der deutschen Fashion-Welt. Vielleicht liegt es daran, dass sich der Modegeschmack der Hansestädter nur schwerlich in eine Schublade packen lässt? Stimmt es vielleicht, dass tatsächlich jeder Stadtteil seine eigene Mode trägt und Hamburg deshalb keinen eigenen Stil entwickelt hat? Doch ganz egal, ob nun beispielsweise Blankenese angeblich für legeren Chic, die Sternschanze für lässigen, urbanen Look oder das Karolinenviertel für modernen Retrostyle steht: Sicher ist, dass die Hamburger ihren individuellen Mode-Stil entfalten und entwickeln – mal zurückhaltend konservativ, mal herrlich provokant, aber immer mit großem Selbstbewusstsein und voller Lebensfreude. Und genau das sind doch die Komponenten, die auf den großen Catwalks in den Fashion-Metropolen dieser Welt Trends setzen.

Norddeutsche Mode mit dem gewissen Etwas

Chic, schön, trendy – das alles ist Hamburg also als Modestadt. Doch was das Nordlicht ganz sicher von der deutschen Hauptstadt unterscheidet, ist eine gesunde Portion Bodenständigkeit. Und ja, es stimmt: Viel mehr als anderswo tragen Hamburger gern sportliche Westen und gestreifte Shirts, dazu Designerjeans und hochwertige Taschen. Worauf es den Hamburgern vor allem ankommt: Von Kopf bis Fuß stets gut und ordentlich angezogen sein, möglichst immer im Trend. Dazu gepflegte Haare und ein dezentes Make-up. So funktioniert Mode auf Hanseatisch, am besten ohne großes Experimentieren. Vielleicht ist genau das der Grund, warum Hamburg als Modemetropole auch auf lange Sicht hinter dem saloppen Berlin ein Geheimtipp in Deutschland bleibt – auch wenn Kreative hier ihre Ideen verwirklichen, Mode aller Art gehandelt wird und zahlreiche Verlage und Mode-Blogger aktuelle Trends mitgestalten. Es vergeht sicher noch viel Zeit, bis Hamburg in einem Atemzug mit den großen Modemetropolen dieser Welt genannt wird – wenn überhaupt. Aber was ist schon so schlimm daran? Die Hamburger Modeszene wird auch weiterhin zu ihren faszinierenden Events in spannende Locations einladen und damit die nordische Mode als eine der schönsten Sachen im Leben gebührend feiern.

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