Das Reeperbahnfestival – drei Tage von Club zu Club

Auch wenn es sich so manch einer nicht eingestehen mag, so ist die Festivalsaison für dieses Jahr vorbei. Die schönen Tage, an denen man mit Mülltüte bekleidet und kaltem Getränk in der Hand in einer Menschenmenge stand, sich hin und her schubsen ließ und dabei leidenschaftlich jede Textzeile mitsang, sind nur noch Erinnerungen an den verflossenen Sommer. Doch halt, bevor jetzt zu große Traurigkeit aufkommt, so ganz stimmt das ja gar nicht, denn eines fehlt ja doch noch: das Reeperbahnfestival!

Das Konzept

Es ist ja nicht so, dass sonst auf der Reeperbahn nichts los wäre, aber an diesem späten Septemberwochenende, von 22. bis 24. September, übertrifft sich die nächtliche Flaniermeile noch einmal um einige Runden. Denn im Rahmen des Reeperbahnfestivals treten rund 180 Bands auf über 20 Bühnen in diversen Clubs und auf zwei Open-Air Bühnen auf. Die Idee ist von dem texanischen South By Southwest-Festival übernommen. Anders als bei den meisten sommerlichen Musikfestivals findet hier der Großteil des Programms nämlich in geschlossenen Räumlichkeiten statt. Begleitend zu dem Festival wird der Musikcampus veranstaltet, der der Musikindustrie und den Plattenfirmen als Neuigkeiten- und Kontaktbörse dient.

Die Musik

Rund 180 Bands aus aller Welt werden im Rahmen des Reeperbahnfestivals eine der Bühnen auf der Reeperbahn erklimmen. Dabei wurde ein breites Spektrum an Genres zusammengebucht, das wohl kaum ein Musikliebhaberherz kalt lässt. Sowohl Größen aus dem Pop-, Rock und Indiebereich geben sich hier die Ehre wie auch viele Elektroacts. Das Booking ist hierbei weniger, als bei anderen Festivals, von der Suche nach dem großen Headliner geprägt, sondern ist stets versucht auch viele kleinere Bands und Geheimtipps auf den Kiez zu locken, um sie der neugierigen Musikgemeinde zu präsentieren.

Randprogramm

Neben diesem reichlichen, das Herz erwärmenden und die Beine herausfordernden, Musikprogramm gibt es auch noch ein großen Rahmenprogramm neben den musikalischen Darbietungen. Auf dem Spielbudenplatz wird wieder ein kleiner Markt errichtet, der begonnen bei allerlei Köstlichkeiten für den Gaumen, über stylische Streetwear bis hin zur Kunst fürs eigene Wohnzimmer alles anbietet. Viele Künstler sind hier auch direkt vor Ort , persönliche Unikate herzustellen.

Tipps und Tricks

So schön es auch besonders im verregneten September ist, dass sich das Reeperbahnfestival zu großen Teilen in geschlossenen Räumen abspielt, so ärgerlich wird das, wenn man eine Band unbedingt sehen will und nicht mehr eingelassen wird. In einen Club passen nun einmal nicht unbegrenzt viele Leute hinein und deshalb sollte man, will man einen Act auf Biegen und Brechen erleben, lieber ein bisschen früher vor den Eingangspforten stehen.

Wem ein Ticket für das gesamte Festival zu teuer ist, dem seien zum Schluss noch einmal die kostenlosen Veranstaltungen ans Herz gelegt. In einigen kleineren Clubs, wie auch bei den Bühnen auf dem Spielbudenplatz ist kein Ticket nötig und jeder kann hier ganz kostenlos ein bisschen in das Festival reinschnuppern.

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