Was ist ein Halbmarathon?

Am Wochenende in Hamburg heißt es wieder Halbmarathon, hella, Halbmarathon. Aber was ist das? Was verstehen wir unter einem Halbmarathon? Weshalb halb? Und warum dürfen Skater mit … laufen, wo sie doch auf einem Brett anschubsen? Viele offene Fragen, die wir in diesem Beitrag schliessen wollen.

Nach der Schlacht bei Marathon im Jahre 490 v. Chr machte sich ein Eilbote, mit Namen Philippides und ziemlich großen Füßen, auf in das 40 Kilometer entfernte Athen, um die Siegesnachricht zu überbringen. Da der Mann aus unerfindlichen Gründen die ganze Strecke gelaufen, Marathon gelaufen sein soll, starb er just nach Verkündung der Nachricht. Vermutlich an Kreislauf, denn Griechenland war auch schon damals ziemlich warm und eher für Nachdenken denn für extreme Besportung geeignet. Philippides jedenfalls war tot und vermutlich das erste geschichtlich verbürgte Opfer des Sports. Sport ist Mord weiß unser Volksmund.

Seit dem versucht nun gerade unser Volksmund eben diesem Tod zu entrinnen, in dem er um die Wette vor ihm davon läuft. Drahtig und mager wetzt man dutzende von Kilometern über den Asphalt und möchte einen Preis dafür bekommen, eine Belohnung. Endorphine oder eine Medaille, am Besten aber Geld. Das ist unser moderner Marathonlauf, der im Sommer unsere Innenstädt außer Kraft setzt und blockiert und eine gigantische Laufschuh- und Sport-Bekleidungsindustrie ernährt. Die Zeiten, in denen der das Ding einfach Turnschuh hieß, sind lagen vorbei. Heute gibt es für jeden Scheiß einen Schuh: Runner-Schuh, Marathonschuh, Triathlon-Schuh, Schuhbidu und Tennis-Socke.

Der Halbmarathon dagegen hat eine ganz andere Geschichte. Die magersüchtige Bürovorsteherin Bernadine Zulunder sollte für ihren Abteilungsleiter eine wichtige Nachricht an den Chef der Wurstbude an der Industriebrache in einer nicht näher benannten mitteleuropäischen Stadt, ganz ähnlich wie Hamburg. Der Sage nach lag der Bus dieser Fettbraterei gute 40 Kilometer vom Büro entfernt, über die uralte Fussgängerbrücke aber nur knappe 20 Gehminuten. Da der guten Bernadine im Paternoster eine Hack abbrach, die Zeit aber drängte, legte sie die Strecke mit nur einem Schuh zurück. Selbst die Nachricht wurde auf einem halben, einem abgerissenen Zettel eines Schreibblocks transportiert. Nach dem sie eine halbe Tasse Kaffee und ein halbes Fischbrötchen bei der Wurstbude als Wegzehrung zu sich genommen hatte, machte sie sich auf den Weg zurück ins Büro. Sie wollte schließlich den Feierabend nicht verpassen. Als sie schließlich erschöpft aber erleichtert ankam, war schon die halbe Belegschaft im Feierabend. Da sie keine halben Sachen mochte, fuhr mit dem einen Schuh auch nicht mit dem Bus nach Hause, sondern machte auch diese Strecke im lockeren Dauerlauf. Allerdings nur die halbe Strecke. Ihr Mann gabelte seine entkräftete Frau unterwegs auf und brachte sie in der Sachkarre nach Hause.

Daher kommt das also mit dem Halbmarathon. Ich bin mir nicht sicher, ob man deswegen die halbe Stadt sperren muss und ob ich mir diese halbe Sache als Zuschauer an der Strecke halb anschauen soll.

Aber immerhin gibt es noch Inline-Skaten. Also Inliner-Rennen. Erst dachte ich Skaten mit nem Bord. Nein Skaten mit Inlinern. Das sieht zwar bescheuert aus, ist aber vielleicht so halb so seltsam wie der wahre hella Halbmarathon in Hamburg

Inline SkaterInline Skating at its bests!

hella Halbmarathon Hamburg 2011
Sonnabend, 02.07.2011
17.00 Uhr 600 m Bärenlauf
Start: Hallerstraße / Ecke Rothenbaumchaussee

17.30 Uhr 600 m Skaten
Start: Hallerstraße / Ecke Rothenbaumchaussee

Sonntag, 03.07.2011
9.30 Uhr 21,0975 km Skaten Halbmarathon
10.00 Uhr 21,0975 km Laufen Halbmarathon
Start: Reeperbahn. Ziel: Rothenbaumchaussee.
St.Pauli-Alster-Eppendorf

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Fotos: Dark Dwarf, zacharmstrong

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