Trading mit dem Handy: Ist das zu riskant?

Trading mit dem Handy: Ist das zu riskant?

Veränderte Rahmenbedingungen machen Traden heutzutage auch für Trader mit kleinem Kapital interessant. Täglich versuchen sich mehr Privatleute an der Börse. Sie treibt der Traum vom leicht verdienten Geld.

Die wenigsten geben dafür gleich ihren Beruf auf und traden anfangs in Teilzeit. Was liegt näher, als die Kursbewegungen mal schnell zwischendurch in der Mittagspause mit dem Handy zu checken? Da das besondere Umsicht erfordert, im Folgenden ein paar Tipps für Anfänger, die ihr Handy zum Traden nutzen wollen:

Technische Voraussetzungen

Aktuelle Handys verfügen alle über die Rechenleistung, um Trading Apps zu benutzen. Da alle Apps die Kursbewegungen graphisch darstellen, ist ein möglichst großes Display wichtig. Eine Größe von 5,5 Zoll sollten als absolutes Minimum betrachtet werden.
Wichtiger als die Rechenleistung ist heutzutage die Leistungsfähigkeit des Netzes. Der Alptraum eines jeden Traders sieht folgendermaßen aus: Man hat z.B. Dollar gekauft, aber der Kurs fällt plötzlich steil und man möchte die Position umgehend abstoßen, aber die Internetverbindung ist abgebrochen. Handynetze sind anfälliger für Störungen als Festnetze.

Auch der Batteriekapazität kommt eine große Bedeutung zu. Man stelle sich das Beispiel von eben vor, aber plötzlich ist der Akku alle. Auch hier kann man sich schützen, indem man eine Powerbank mitnimmt, die notfalls die Energieversorgung des Handys übernimmt.

Die Haltung des Traders

Von der technischen Seite ist das Traden mit dem Handy unter Beachtung gewisser Vorsichtsmaßnahmen ohne Weiteres möglich. Die Idee von überall zu traden ist verlockend. Bei Sonnenschein im Park die Kurse zu überwachen klingt wie die Verbindung von Arbeit und Urlaub. Aber genau darin liegt für viele ein großes Problem. Wer tradet, muss diszipliniert und hochkonzentriert zu Werke gehen. Nicht jeder schafft das im öffentlichen Raum. Zu viele Geschehnisse können den Trader ablenken. Wer mit dem Gedanken spielt, mit dem Handy zu traden, sollte sich ernstlich befragen, ob er die innere Stärke hat, sich auf das Traden zu konzentrieren.
Dazu kommt, dass mancher, wenn er nur mal schnell nach den Kursen sieht, vorschnell agiert. Auf dem 5 Minuten Chart sieht die Kursbewegung nach einer Trendwende aus und man verkauft. Dabei hätte eine Kontrolle des Stundencharts ergeben, dass der Trend sich unvermindert fortsetzt. Das ist nicht nur Anfängern passiert, aber das Handy kann nicht den gleichen Überblick bieten wie die drei heimischen Bildschirme zu Hause. Man kann diesem Nachteil des Handys nur durch Disziplin begegnen.

Risiko mindern

Kurse kennen nur zwei Richtungen. Trader sichern sich ab, sollte der Kurs sich in die nicht erwartete Richtung bewegen. Das macht er mit dem sogenannten Stop-Loss. Der Stop-Loss ist eine Kursmarkierung. Wenn sie erreicht wird, löst der Broker automatisch die Position auf. Auch wenn der Trader gerade offline sein sollte, weil das Handy gerade keinen Netzempfang hat. Den Stop-Loss sollte jeder Trader verwenden, aber wer vom Handy aus tradet und keinen Stop-Loss setzt, handelt grob fahrlässig.

Auch wenn es auf dem Handy spielerisch wirkt, für Trading fallen in Deutschland Steuern an. Selbst kleine Gewinne müssen versteuert werden.

Anfänger sollten kleine Positionsgrößen wählen. Das Verlustrisiko eines einzelnen Trades sollte nie mehr als 1 – 3 % des insgesamt zur Verfügung stehenden Trading-Kapitals betragen. Die meisten Trader benutzen Demokonten, um neue Strategien risikolos zu testen. Dabei verwendet man die gleiche Software und die gleichen aktuellen Kursdaten wie bei Echtgeldkonten. Anfänger profitieren noch mehr von Demokonten. Sie können sich mit der Trading-Software vertraut machen und üben. Fast jeder Broker bietet kostenlose Demokonten an. Man kann sich selbst ein Budget geben, das den eigenen Möglichkeiten entspricht und risikolos ausprobieren, wie man sich als Trader schlagen würde.

Emotionen kontrollieren

Anfänger sind oft überrascht wie emotional Trading sein kann. Spannung, Aufregung und die Freude über den ersten Gewinn lassen Trading wie ein Spiel erscheinen. Die große Gefahr dabei ist, dass man es wie ein Spiel gewinnen möchte. Dann wird der Stop-Loss bei gegenläufigen Kursen nach unten verschoben, anstatt mit einem kleinen Verlust aus dem Trade auszusteigen. Schließlich bleibt man auf diese Weise im Rennen und vielleicht dreht sich der Kurs ja noch. Läuft der Kurs wie gewünscht nehmen solche „Spieler“ den kleinsten Gewinn mit. Das gibt ihnen das gute Gefühl, gewonnen zu haben. Mancher Anfänger ist stolz darauf, dass neunzig Prozent seiner Trades im Plus landen. Während erfahrene Trader sofort wissen, dass da ein „Spieler“ am Werk ist, der seine Emotionen nicht im Griff hat. Am Ende des Monats wundern die Spieler sich dann, dass sie durch die 10 % Verlustdeals viel mehr Geld verloren als mit den kleinen Gewinnen eingefahren haben. Erfahrene Trader wundern sich darüber nicht, denn der „Spieler“ verkehrt die Grundmaxime des Traders in ihr Gegenteil: Man soll Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen. Denn es geht beim Traden nicht um das schöne Gefühl möglichst oft zu gewinnen, sondern darum möglichst viel zu gewinnen.

Hinterlasse eine Antwort

*