Das Kindermusical Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer

Das Kindermusical Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer

Da man mich nicht unbedingt als Musicalfan bezeichnen kann, wusste ich bisher auch nicht, dass es Kindermusicals in Hamburg gibt. Und was für welche! Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer von Christian Berg in der Komödie Winterhuder Fährhaus begeistert nicht nur die Kinder.

Ab Herbst bis zum Ende eines Jahres, vor allem in der Vorweihnachtszeit gab es in den letzten Jahren Kindermusicals in der Komödie in Winterhude. Das ist komplett an uns vorbei gegangen. Gut, vielleicht liegt es auch daran, dass unsere Kleine erst 4 Jahre alt ist.

Zufällig sahen wir auf der Bühne am Jungfernstieg Nachmittags zur Hamburger Theaternacht 2013 Christian Berg und sein Ensemble, dass Stücke auf Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer zum Besten gab. Unter anderem. Denn Christian Berg hat schon viele Kindermusical inszeniert. Meist zusammen mit Konstantin Wecker, der die Musik beisteuerte. Ja, und dann kam auch mir der eine oder andere Song bekannt vor. Christan Berg hat Musicals wie „Oh wie schön ist Panama“ nach dem Original von Janosch, „Alice im Wunderland“ nach dem Roman von Lewis Carroll, „Das Dschungelbuch“ nach Rudyard Kipling, „Peter Pan“ nach James M. Barrie, „Der kleine Lord“, „Cinderella“, „Wachgeküsst – Das Dornröschenmusical“, „Pinocchio – Das Musical“, „Tamino Pinguin“ und „Pettersson und Findus“ inszeniert und aufgeführt. Toll.

Jetzt wissen wir erst, was wir verpasst haben.

Also, die Geschichte von Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer kommt ja von der Augsburger Puppenkiste, die ab 1953 regelmäßig im deutschen Fernsehen lief. Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer ist ein Kinderbuch von Michael Ende aus 1960, was ich bisher auch nicht wusste. Das Stück wurde von der Augsburger Puppenkiste 1961/1962 zum ersten Mal im Kinderfernsehen gezeigt und 1977/1978 noch einmal neu „verfilmt“. Ich kann mich daran erinnern, dass ich als Kinder die Augsburger Puppenkiste im Flimmerkasten gesehen habe. Aber ich erinnere mich eher an Urmel aus dem Eis als an Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer. Deshalb kannte ich die Geschichte nicht.

So war unser Besuch der Premiere des Kindermusicals in der Komödie Winterhuder Fährhaus für uns alle eine ganz neue Erfahrung. Wir kannten das Stück nicht weiter, waren noch nie in diesem Theater und auch in keinem Musical, und die kleine schon gar nicht, sie war noch nicht in einem richtigen Theaterstück, das länger als eine halbe Stunde dauerte.

Das war für uns als Eltern also die erste Sorge: Würde unsere Maus durchhalten. Wir wussten nicht, wie lange das Musical dauern würde, rechneten aber mindestens mit einer Stunde. Und was soll ich sagen? Es ging zwei Stunden. Über zwei Stunden mit 20 Minuten Pause mittendrin, die genau richtig kam. Außerdem war die Sache so fröhlich und unterhaltend, dass unsere Kleine mühelos mitmachte und ihr nichts zu viel wurde. Im Gegenteil: Sie sang und klatsche aus vollem Leibe mit. Toll.

Jim Knopf und Lukas, der LokomotivführerJim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer

Die Bühne, also die Bühnenbauten war schlicht aber effektiv und sehr liebevoll ausgestaltet. Genau das richtige für Kinderaugen, denke ich mir. Nicht zu viel, aber dennoch interessante Details, die die Aufmerksamkeit der Kleinen forderte. Nun, viele Kinder kannten das Stück schon und waren natürlich viel älter, als meine Lütte. Viele Schulkinder halt, von 4 bis 12 alles vertreten, sage ich mal. Und die Eltern und Großeltern. Die waren auch begeistert.

Aber zurück zum Stück. Es war nie langatmig und selbst für die Erwachsenen kaum langweilig. Ich die Mischung von Szenenwechsel, Theater und Musical, also Gesang – hervorragend gelöst. Wenn meine 4-Jährige Tochter der Indikator wäre, war es bravourös inszeniert. Meine Tochter konnte dieser charmanten Kindergeschichte problemlos folgen. Selbst die Lautstärke im Theater war vollkommen in Ordnung, es war nicht zu laut für Kinderohren, wie man es vielleicht befürchten konnte. Nein, da passte alles zusammen.

Auch die Musik, die ist klasse. Wir haben uns gleich noch die CD für 10,- Euro gekauft und die läuft jetzt rauf und runter bei uns. Herrlich. So soll das sein.

Einmal aber hatte unsere Maus Angst bekommen. Und zwar als die grässlichen Frau Mahlzahn (prima gespielt von Marlitt Werner) aus der fürchterlichen Drachenstadt zu ihrem Kinderhasserlied anschwoll. Da sucht die Maus Körperkontakt, war aber wie gebannt von dem Geschehen auf der Bühne. „Ich hasse Kinder“, wurde gesungen und das hat sie beeindruckt. Aber Jim, Lukas und Prinzessin Li-Si konnten die Sache natürlich entschärfen.

Fazit: Ein rundum gelungenes Kindertheater, ein buntes Kindermusical mit toller Musik und wundervollen Darstellern. Was mir außerordentlich gut gefielt bei Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer war die Interaktion mit den Kindern. Das Publikum durfte und sollte mitsingen und mitmachen. Es wurden einige Kinder auf die Bühne gehöt und sogar Erwachsene für kurze Auftritte. Wirklich klasse, wie der ganze Saal mitsingt, tobt und kreischt. Ich gehe davon aus, dass die Intergration der Kinder bei den Christan-Berg-Musicals einfach mit zum Konzept gehört. Wunderbar. Alles in allem also: Unbedingt empfehlenswert!

Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer
Kindermusical ab 4 Jahren
Vom 5. Oktober bis 29. Dezember 2013
Verschiedene Termine Mittags oder Nachmittags
Tickets von 13,10 bis 18,60 Euro

Komödie Winterhuder Fährhaus

Hudtwalckerstraße 13
22299 Hamburg
Telefon 040 480680

www.komoedie-hamburg.de

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