Schule: Statistik zeigt die hohen Schulkosten in Hamburg

Schule: Statistik zeigt die hohen Schulkosten in Hamburg

Wer hätte das gedacht!? Auch bei den Schulkosten ist Hamburg ganz weit vorn. Auf Platz zwei hinter Niedersachsen in einer bundesweiten Statistik zu den Kosten eines Schulebens bis zur 12. Klasse in Deutschland.

Auch das ist wahr: Hamburg ist im Städte-Ranking vom Economist die „lebenswerteste Stadt“ der Repubik. Das kann ich bestätigen. Aber das weiß ich schon länger, deshalb mache ich ja diese Website SOMMER IN HAMBURG.

Aber Hamburg ist natürlich nicht nur schön, liebens- und lebenswert. Hamburg ist in erster Linie … sehr teuer. Die Mieten in den spannenden Stadtteilen sind für große Teile der Bürger nahezu unerschwinglich. Die Lebenshaltungskosten steigen und steigen, so dass man kaum noch weiß, wo man noch sparen soll. Und jetzt wurde eben klar, dass Hamburg auch bei den Schulkosten ganz weit vorne spielt. Heißt: Sehr, sehr teuer ist:

Mehr Informationen finden sich hier

Wir wollen uns die Zahlen noch mal auf der Zunge zergehen lassen, wobei die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr geradezu herausragen:

    Schulkosten in Hamburg

  • Schultüte und Schulranzen: 225,- €
  • Einschulungsfeier: 200,- €
  • Schulessen: 4.258,80 €
  • Hortkosten: 13.020,- €
  • Klassenfahrten: 3.000,- €
  • Schulbücher: 525,97 €
  • Öffentlicher Nahverkehr: 3.163,20 €
  • Arbeitsmaterialien: 776,18 €
  • Sonstiges: 1.574,49 €
  • Gesamt: 26.743,64 €

Dass das Schulessen nicht billig ist, wenn man Qualität möchte, leuchtet ein. Aber die Preise für den öffentlichen Nahverkehr in Hamburg sind ein einziger Skandal. Denn man muss die Sache mal ins Verhältnisse setzen. Erstens geht es hier um Kinder, die einen Anspruch auf Bildung haben und dank der Schulpflicht gar nicht anders können, als zu Schule zu gehen. Dann spricht man über die traditionell katastrophale Verkehrslage in der Stadt und die Feinstaubbelastung nicht nur durch Dieselfahrzeuge. Und gerade das, was Abhilfe bringen könnte, der öffentliche Nahverkehr nämlich, ist in weiten Strecken geradezu unbezahlbar. Selbst für kürzeste Strecken dürft ihr, wenn ihr Pech habt, schnell mal 2,20 Euro berappen und das nur für eine Fahrt in eine Richtung. Vor allem wenn man es mit den öffentlichen Verkehrssystemen in anderen großen Städten vergleicht, ist es nicht nur viel zu teuer für viele Familien, sondern auch viel zu kompliziert. Hier steigt kaum einer noch durch und Abhilfe ist nicht in Sicht.

Gerade weil wir Eltern unsere Kinder zur Schule schicken müssen, ist dieser immense Anteil der Fahrkartenpreise an den Schulkosten ein echter Skandal. Aber der Bürger schluckt es und zieht keine Konsequenzen. Die Bonbons aus dem Familienministerium, die teuren Wahlgeschenke, die es wieder mal richten sollen, stellen die Eltern ruhig, so vergessen sie schnell das viele Geld, dass die Schule ihrer Kinder verschlingt.

Ich kenne viele Nachbarn, für die diese Kosten kein Problem sind. Beamte, Lehrerinnen, Künstler, Ärzte, Rechtsanwälte, Queer-Familien mit 4 Verdienern. Aber ich kenne auch andere Bürger, die es nicht hinterher geschmissen kriegen. Verkäuferinnen, Hartz-IV-Empfänger, Rentner, Arbeitslose, Kranke, Alleinerziehende. Ich lebe in Ottensen, einen Hamburger-Stadtteil, in dem es eine gesunde Mischung gibt, ein guter Querschnitt der Bevölkerung. Und als Elternrat weiß ich, dass viel getan wird für Familien, die sich Klassenfahrten und gutes Essen nicht leisten können. Aber wenn der Staat schon volle Kassen hat, Steuern weder senken, noch abbauen will, dann muss er sein Geld in die Schulen, die Ausbildung unserer Kinder stecken und in die Unterstützung von Familien, die sie dringend brauchen. Das zeigen diese Statistiken. Was sie nicht zeigen ist, dass auch Familien Kindergeld und andere Vergünstigungen beziehen, die es überhaupt nicht nötig haben. Das nenne ich: Ungerecht. Die Statistik zu den Schulkosten in Hamburg und Deutschland ruft deshalb auch dazu auf, diese Sache gerade zuziehen und die Unterstützung derjenigen, die es nicht brauchen, sofort einzustellen, um das Geld an anderer, sinnvoller Stelle einzusetzen. So sehe ich das.

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