Hamburger Hortreform 2013

Was war eigentlich bevor der Frosch in den Brunnen gefiel? Schulreform? Wären Hänsel und Gretel in einen Hort gegangen, den sich ihre Eltern hätten leisten können und hätten dort täglich so lange bleiben können, bis der Wald zu macht, wäre ihnen einiges erspart geblieben. Nun, wir leben in ganz anderen Zeiten und uns Hamburgern bleibt diesmal nichts, aber auch wirklich gar nichts erspart. Wie beispielsweise die Hamburger Hortreform!

Da soll zusamengestrichen und -gelegt werden, dass es eine Freude ist. Dabei hallen die Mantren der konservativen Politiker noch überall von den Wänden herab: Familie, Familie, Familien. Tja, aber wer bezahlts? Die Grünen offenbar nicht, die sind nach ihrer 7-jährigen Regierungsbeteiligung im Bund auch irgendwie pleite. Jedenfalls soll es nach der ganz offensichtlich nötigen Schulreform, nun eine Hortreform werden. Nur dass man so jenes mit dem Arsch umreißt, was man zuvor müselig zusammengezimmert hatte.

Sommer in Hamburg fühlt sich nicht zuständig, die Hortreform des Hamburger Senats und den üppigen Widerstand näher zu erläutern. Hortreform scheint darauf hinauszulaufen, die Kleinen in größere Gruppen zu kürzeren Betreuungszeiten (deshalb: Wo ist Paul? Wo ist Paula?) und höheren Kosten für die Eltern zusammenzufassen.

Jedenfalls scheint es bei der zunächst verschobenen Hortreform auf den ersten Blick nur Verlierer zu geben. Einerseits redet man von Bildung, Kinderbetreuung und Familienfreundlichkeit, andererseits tut man alles, um nur keinen Druck von den weniger bemittelten Familien zu nehmen. Das ist doch eine klare Aussage unserer Leistungsträger, unserer Bestimmer, wohin der Hase gefälligst zu laufen hat. Hatten wir wirklich etwas anderes erwartet?

Es ist was faul im Staate Dänemark, das wusste man schon zu Zeiten, als es noch keinen Hort gab, aber einen König. Den wünscht man sich zuweilen irgendwie zurück. Man hätte zu ihm aufschauen können und er hätten seine Hofschranzen und Finanzminsiter wenn nicht gar Beine gemacht, so doch die Leviten gelesen.

Doch eigentlich fehlt gar kein König, sondern eher ein Goldesel. Naja, und etwas Menschlichkeit vielleicht. Gibt es überhaupt je eine Reform, die durchweg gut und sinnvoll ist und zu der alle, die es sich eigentlich nicht leisten konnten, ja gesagt haben … wollen? So etwas weiß man im Stadt Dänemark schon lange nicht mehr. Ein Teil des heutigen Hamburgs zählte einst zum Königreich Dänemark. Wenn das nicht faul ist.

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