Nichtwähler, Erstwähler, Letztwähler, Rechtswähler, Linkswähler – wen wählen zur Bundestagswahl 2017

Nichtwähler, Erstwähler, Letztwähler, Rechtswähler, Linkswähler – wen wählen zur Bundestagswahl 2017

Bald sind wir befreit. Wir Wähler. Nächste Woche werden die Wahlplakate wieder eingesammelt und wir sind die blöden Sprüche und die oft nervigen Kandidaten für ein paar Jahre los. Für die Frage der Fragen beim Bundestagswahlkampf 2017 haben wir noch etwas Zeit: Wen wählen? Lieber Nichtwählen? Wenn ich schon am Arsch bin, weshalb soll die Renten und Privilegien der demnächst 700 (!) Abgeordneten legitimieren? Eine Polemik.

Zunächst die gute Nachricht: Die Partei Bibeltreuer Christen (PBC), eine Art christliche Moslembruderschaft, ist noch da und tritt auch zur Bundestagswahl 2017 an. Also höret: „Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Auch dem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.“Lukas 12, Die Bibel

Keine Ahnung, wer die wählt oder mit dem „Gedanken“ spielt. Schauen wir Wähler uns also weitere Parteien an. Zum Beispiel die Ausserirdische Invasoren Partei Deutschland (AIPD) mit ihrem Slogan „Freiheit durch Unterwerfung! Die AIPD gestaltet alternativlose Politik für ein alternativlos besseres Morgen.“ Klingt folgerichtigt. Eine Wahl-Alternative für frustrierte Links- oder Rechtswähler.

AIPD - Ausserirdische Invasoren Partei Deutschland

Freiheit durch Unterwerfung! Die AIPD gestaltet alternativlose Politik für ein alternativlos besseres Morgen.

Wenn dem Wähler das zu doof ist und er mehr tun, mehr kämpfen möchte, gibt es am äußersten linken Rand echte Alternativen. Schauen wir uns die Kampfaufrufe der Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) an. Das sind Hardcore-Kommunisten nach sowjetischen Vorbild. Wir wissen ja nun, was für eine Scheiße dieser Sozialismus im Osten Europas und eigentlich überall auf der Welt war. Das kratzt die aber nicht. Das Gute bei diesen Leuten ist, dass wir klare Schuldigen haben für alles, was irgendwie schwierig ist, ungerecht und nicht gut funktioniert. An dieser Stelle unterscheiden sie sich nicht von ihren Erzfeinden vom äußersten rechten Rand der Gesellschaft. „Die USA sind im Verbund mit der NATO die Hauptkriegstreiber im Kampf um ihren Beuteanteil bei der Neuordnung der Region (Levante). Auch mit dem Krieg um die Ukraine wächst die Weltkriegsgefahr. Die Bundesregierung spielt sich als Friedensstifter auf. Dabei stehen ihre Soldaten schon in 21 Ländern.“ Unbelehrbar sind sie, ewiggestrig. Für einen Nichtwähler aber durchaus ein Krikelkrakel-Kreuzchen wert. Die MLPD hat den Untergang des Kommunismus offenbar unbeschadet überlebt. Ist aber vermutlich dem Aussterben geweiht. Teile der Friedensbewegung tragen den Irrsinn aber weiter. Und einige Direktkandidatinnen.

Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD)

Hardcore-Kommunisten MLPD

Apropos: Ich finde ja nicht, dass DIE LINKE eine demokratische Partei ist – genauso wenig, wie die eben besprochenen noch linkeren. Nicht, was das aktuelle Verhalten angeht, sondern was die Ziele der Partei betrifft. Sozialismus und NATO-Austritt ist nur zu dem Preis von Unfreiheit und mehr Staatsmacht zu bekommen. Und das bedeutet, dass Leute, die das nicht wollen, unterdrückt werden müssen. Womit wir beim Thema wären. Den Frauen und Feminusmus ist von der Linken traditionell besetzt. Vermutlich als Kontrasprogramm zur konservativen Müttchen-am-Herd-Fraktion. Da ich nun sehr viele Jobs gemacht habe, in vielen Firmen gearbeitet und mit vielen Frauen auch gesprochen habe, möchte ich gern mal wissen, welche Firma den Frauen weniger bezahlt, nur weil wie Frauen sind. Oder kann es sein, dass die Frauen im Durchschnitt weniger verdienen, weil sie in der Regel in Berufen arbeiten, die einfach gering bezahlt werden? Kassiererin, Verkäuferin, Krankenschwester, Arzthelferin, Grundschullehrerin – nicht selten in Teilzeitstellen? Und was die angebliche „Geschlechtergerechtigkeit“ betrifft, dürfen wir das Feld nicht den Sozialisten überlassen, die von gleichberechtiger Elternschaft nach Trennung nichts wissen wollen. Nach deren „Familienpolitik“, wenn man sie denn so nach deren Wahlprogramm bezeichnen will, gehören die Kinder nach der Trennung allein zur Mutter, der Vater hat gefälligst zu zahlen. Bedeutet: Wer auf Vater Staat steht und auf ihn zählt, ist bei der Linken genau richtig. Wenn dieser Staat dann in alle Lebensbereiche dringt und alles bestimmen will, aber nicht wundern, Ok?! Aber Gysi hat schon Recht: Solange die SPD sich nicht mehr um die kleinen Leute kümmert, braucht es eine Linkspartei.

Die Partei DIE LINKE

DIE LINKE – genauso unwählbar wie die anderen

Freie Kandidaten

Wie sieht es mit den freien Kandidaten aus. Nicht „Freie Demokraten“, also FDP, sondern „freie Kandidaten“. Diese gibt es nämlich. Obwohl – so genau weiß man das gar nicht. Sind sie nun eine Partei oder wie geht das? Eigentlich egal. Wir wählen einfach jemanden ins Parlament, den wir gar nicht kenne. Die Aussagen auf den Wahlplakten klingen wunderschön. Nur manchmal die Namen der Kanditaten nicht, wie die Selbstdarstellerin „Berangere Bultheel“, ein scheußlicher Name. Und eine seltsamte Partei, die SLDP. Könnte eine Vampir-Partei sein. Auch über die extremistische Kandidatin Brigitte Vollmer ist schwer etwas zu sagen. Ich bin nicht sicher, ob man hier noch Wort verlieren muss, als potentieller Wähler? Ich glaube: Nein!

Berangere Bultheel

Berangere Bultheel aus Hamburg gehört zu einer seltsamen Partei mit der Abkürzung SLDP

Durchgeknallte Forderungen der Kandidatin Brigitte Vollmer

Angeblich friedensbewegt und unwählbar wegen Hanebüchenheit: Brigitte Vollmer aus Hamburg-Altona

Frank Hofer

Freier Kandidat für den Bundestag Frank Hofer aus Hamburg

Bleibt natürlich nicht die PARTEI, über die wir nicht viele Worte verlieren müssen:

Shahak Shapira – Die PARTEI hat die Kontrolle übernommen (en subs)

Der Wähler – der große Unbekannte

Am Ende ist es natürlich so, dass meine Themen als Wähler, also das, was mich unmittelbar und auch dringend interessiert, gar nicht auf der Agenda der Parteien ist. Kaum eine Partei hat Themen, die mich interessieren auf der Agenda. Und wenn, dann entweder nicht konsequent oder ich habe kein VERTRAUEN in deren Umsetzung: Etwa Umsetzung der Resolution 2079 des Europarats (2015, gleichberechtigte Elternschaft/Wechselmodell für Trennungs- und Scheidungskinder); Abschaffung des Soli, der EEG-Umlage, Hartz-IV-Sanktionen, der Zeitumstellung (alles für Arme und Geringverdiener belastend oder allgemein gesundheitsgefährdend); Nachhaltige Schulreform (lernen nach den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen, späterer morgendlicher Schulbeginn usw.); Reform des Wahlgesetzes, so dass es nicht zu immer mehr Bundestagsabgeordneten kommt; Begrenzung der Amtszeiten für Bundeskanzler; konsequente Wohnungspolitik um soziale schwache Menschen zu schützen; Sicherung des Wohnraums für RenterInnen, die nicht genug Rente beziehen (können) …

Dabei geht ein großer Skandal beinahe völlig unter. Es werden wohl diesmal locker 700 Abgeordnete, wegen des korrupten Wahlrechts, dass die Abgeordneten natürlich nicht ändern. Sie sägen doch nicht am Ast auf dem sie sitzen. Ich könnte wirklich kotzen. Aber ich bleibe ganz ruhig. Denn schließlich gibt es eine Partei, die sich meiner wahren Interessen als Wähler annimmt:

Zwei Sitze im Bundestag für jeden Abgeordneten

To big to fail – zwei Abgeordnetensitze für jeden

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