Aufstand in Hamburg – Altonaer Museum bleibt

Hamburg im Ausnahmezustand hat es lange nicht mehr gegeben. Es gilt nach wie vor das beliebte Klischee vom drögen, das meint verschlossenen, Hamburger, der die Zähne höchstens mal für ein Fischbrötchen auseinander kriegt und sich ansonsten mit dem Nebel hanseatischer Unterkühlung ummantelt. Den einzigen Aufstand, den der Hamburger kennt, ist nach dem Essen der Gang zum Klo.

Doch nun sieht es anderes aus. Eine Handvoll Irrer proben den Stinkfisch-Aufstand gegen Hanseatische Kultur und gegen jene Mehrheit der Hamburger Bürger, die mit Herz und Verstand diese Stadt zu dem machen, was sie ist: Eine Stadt der Toleranz und der Vielfalt mit einem ganz ureigenen Hamburger Charme. Der Stinkfisch-Aufstand angezettelt von den Hamburger Grünen im Verbund mit unzurechnungsfähigen Christdemokraten fordern uns alle mit einem bisher kaum geahnten Ausmaß an Ahnungslosigkeit heraus. Ihre Streichliste – das sogenannte Sparpaket – ist ein Affront gegen den gesunden Menschenverstand.

Stuth 21Als allererstes gilt es diesen Aufstand in Hamburg zu übertölpeln und mit einem Gegenaufstand in diesem Herbst aus dem Rathaus zu schreien. Es gilt zunächst den übel Verrat am und den Verkauf des Altoner Museums zu verhindern. Ich wäre sofort bereit, das Museum zu besetzen. Besetzen ließe sich auch die Hamburger Kulturbehörde. Dabei wird man es sicher mit der Polizei zu tun bekommen. Aber offenbar gibt es keinen anderen Weg, die Stadtkämmerer und Verantwortlichen zum Dialog und an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Nebenbei sollte man gleich auch die GAL-Zentrale zu Klump machen. Den ihr Verrat wiegt schwerer, als die der Ballerköppe der Konservativen. Apropos: Ich dachte, die christlich-orientierten Demokraten wären die Bewahrer von Werten und Bildung. Das sieht mit diesem Sparpaket Ahlhauscher Prägung ganz anders aus. Ich frage mich, wie man mit einem christlich geprägten Gewissen noch schlafen kann, wenn man die Schließung des Altonaer Museums – in das man noch bis zuletzt noch 3 Millionen Euro pumpte – beschließt, bleibt mir ein Rätsel.


Kundgebung gegen Schließung: Ursula Richenberger Marketing Altonaer Museum

Gerade (Freitag, 15. Oktober 2010) kommt die Meldung rein, dass der Hamburger Senat Kritiker zum Kultur-Krisengipfel einlädt, wie das Hamburger Abendblatt weiß. Vor allem das Abendblatt engagiert sich in diese Sache sehr, wie es auch beim Hamburger Gängeviertel der Fall war. Das ist sehr löblich. Denn das Hamburger Abendblatt ist eine echte Macht in dieser Stadt.

Hamburger Abendblatt: Deutsches Schauspielhaus – Die Debatte und Proteste um die Kürzungspläne des Senats
(Im Video: Statements von Wilflried Maier (GAL), Amelie Deuflhard (Kampnagel) und Jürgen Flimm (Staatsoper Berlin) zu den Sparplänen des Senats bei der Diskussion auf Kampnagel am 12. Oktober 2010:)

Hier aber nun die versprochene Presseschau zum Thema:
Es geht doch! Bravo! Denn: Zum ersten Mal stellen sich CDU und GAL in Altona offen gegen die Sparpläne von CDU und GAL im Hamburger Rathaus: Die Bezirkspolitiker wollen die Schließung des Altonaer Museums nicht hinnehmen. Es gebe Alternativen, sagte der kulturpolitische Sprecher der GAL-Fraktion in Altona, Sven Kuhfuß, in einem Gespräch mit NDR 90,3. Reformen könnten das Haus erhalten und zum Sparen in Hamburg beitragen.
Quelle: NDR Regional – Altonaer Museum: Schwarz-Grün gegen Schwarz-Grün

Weitere Veröffentlichungen in diesem Zusammenhang auf NDR online:
– Altonaer Museum: Protest gegen Schließung
Droht in Norddeutschland ein Museensterben? (Video)

Museum aktuell: Klarstellung zu den tatsächlichen Besucherzahlen im Altonaer Museum

News-Port: BI ALTONAER MUSEUM BLEIBT! Entwurf eines Dritten Gesetzes

Auf Hamburg1 ein Video mit einem peinliches Interview mit einer unfähigen und offenbar überforderten kulturpolitischen Sprecherin der CDU, Brigitta Martens. Sie eiert rum bei beim präszisen Nachfragen von Schalthoff, kommt nicht auf den Punkt. Und dann wieder doch. Schalthoff: „Haben Sie mit der massiven Form der Protest gerechnet?“ Martens: „Ja. Und ich finde auch gut, dass sie da sind …“
Brigitta Martens, kulturpolitische Sprecherin der CDU, zu Sparbeschlüssen

taz.de Hamburg: Spardebatte – Schauspielhaus droht mit Pleite

medienwatch & metainfo (gfok)
: Altonaer Museum, RA Strate: Schließungsbeschluss des Senats: rechtlich unhaltbar

Faz.net: Die Hamburger Kulturkrise – Noch ist der Protest bemerkenswert dezent

Ein Podium zur Kulturpolitik diskutierte auf Kampnagel Sparmaßnahmen und Protestkultur in der Hansestadt Hamburg
In Hamburgs Kulturetat schwingt sich die Abrisskeule warm: Dem Hamburger Schauspielhaus will der schwarz-grüne Senat den halben Produktionsetat streichen, das Altonaer Museum soll geschlossen werden. Gegen die Einschnitte regt sich in der Bürgerschaft aber erst wenig Widerstand, klagten die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion von Kulturschaffenden.
Unter anderem mit Jürgen Flimm, Chef der Berliner Staatsoper.

[audio://sommer-in-hamburg.de/wp-content/uploads/2010/10/dlf_20101013_1737_d7d5e2c8.mp3|titles=Aufstand der Hamburger]
Quelle: Deutschlandradio Kultur – Aufstand der Hamburger vom 13.10.2010

HAMBURGER FEUILLETON: Kultur geht anders als Shoppen – Kommen­tar unse­res Gast­au­tors Anselm Lenz, Dra­ma­turg in Hamburg

Kulturschutzgebiet Hamburg

Auch Altkanzler und Ehrenbürger der Stadt Hamburg Helmut Schmidt meldet sich in einem Brief an den Direktor des Altonaer Museums zu Wort: „Für mich ist seit Kinderzeiten das Altonaer Museum ein fester Bestandteil meiner hamburgischen Heimat. So fern der Senat im Ernst das Museum schließen lassen wollte, so könnte ich das nur als schwerwiegenden Fehler ansehen.“
Helmut Schmidt, den 8. Oktober 2010

Und ein Schmankerl noch von medienwatch & metainfo (gfok): Kunst ist kein Marketing-Hit – Ein Kommentar von DG Reiß zur „Kreativität“ und den Kampagnen zur „Kultur- und Kreativwirtschaft“.

Altonaer Museum bleibt! Großer Volks-Ratschlag im Altonaer Theater am 1.11.10

Mehr Infos u. a. bei Facebook:
http://www.facebook.com/pages/Altonaer-Museum-Offen-bleiben/163045337043629
http://www.facebook.com/pages/Sommer-in-Hamburg/117352818310557

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