Mord in der S-Bahn

Ich bin entsetzt und erschüttert von der Ermordung eines 19-Jährigen auf dem Bahnsteig der S-Bahn-Station Jungfernstieg mitten in Hamburg. Er wurde am 14.05.2010 um 21:25 Uhr von einem anderen jungen Menschen, der zu einer Gruppe Jugendlicher im Alter von 17 bis 18 Jahren gehörte, erstochen. Es ist alles in bester Video-Qualität dokumentiert und die Täter werden schnell gefasst werden. Aber was dann?

Man darf freilich nicht so tun, als hätte es das früher nicht gegeben. Schon vor dreissig Jahren und vermutlich länger hatte man Angst in U- und S-Bahnen oder im nächtlichen Bus. Dennoch beschleicht einen das Gefühl, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Dass wir es mit Jugendlichen zu tun haben, die rücksichtsloser und brutaler nicht sein können, mental verwahrlost und in einer monströsen Welt zwischen Killergames und Action-Movie. Und mit einer Billig-Lohn bzw. 1-Euro-Job-Perspektive. Ist es das?

Wie ist diese Gewalt in unseren öffentlichen Verkehrsmitteln zu verhindern? Was müssen wir tun, damit so etwas nicht geschieht? Wer kann etwas dazu beitragen, dass junge Menschen nicht auf diese furchtbare Art inmitten einer zivilisierten Welt zu Tode kommen müssen?

Meine Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des Opfers. Wir traurig, wie verzweifelt müssen sie sein. Ich wünsche ihnen Kraft und Durchhaltevermögen. Es wird keine Gerechtigkeit für diesen sinnlosen Tod geben.

Ich habe einen Neffen im selben Alter. Ich habe öfter mal Angst um seine Sicherheit. Was er erzählt, was da draußen an schwer gestörten jungen Leuten herumläuft, ist einfach nicht zu fassen. Nach meiner Meinung trägt jeder in dieser Gesellschaft Verantwortung für diese und für das Geschehen in ihr. Aber viele interessiert das nicht. Mal schaltet zum Wetter und twitter seine lausigen Belustigungen in die seltsame Welt da draußen …

19-Jähriger stirbt auf Bahnsteig

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