Lesbisch Schwule Filmtage in Hamburg

Seit gestern, den 19. Oktober 2010, laufen in Hamburg die 21. Lesbisch Schwulen Filmtage. Es ist Deutschlands ältestes und zugleich größtes queeres Filmfestival und – auch dank der jährlichen Unterstützung durch die Hamburger Kulturbehörde – heute das zweitgrößte Filmereignis der Stadt. Bis zum 24. Oktober 2010 sehen wir in verschiedenen Hamburger Kinos Filme mit dem Länderschwerpunkt Brasilien und, in Zusammenarbeit mit MERSI – Menschenrechte und Sexualität von Amnesty International – mit dem Themenschwerpunkt Intersexualität.

Ich bin zwar hetero, aber ich sehe überhaupt nicht ein, warum solch spannende Themen im Film nur eine bestimmte Gruppe von Menschen interessant sein sollen. Nicht als Kritik gedacht, sonders als Aufmunterung für meine heterogenen Brüder und Schwestern mal einen Blick über eine warme Schulter zu riskieren. Es lohnt sich sicher.

Eine Fachjury verleiht an ein herausragendes Werk den mit 5.000 Euro bestdotierten „queeren“ deutschen Award: den Jurypreis der Lesbisch Schwulen Filmtage. Vom Publikum werden Preise für die besten Kurzfilme (lesbisch, schwul, gender bender), die beste Dokumentation und den besten Spielfilm vergeben. Alle fünf Preise sind mit jeweils 1.000 Euro dotiert. Der Wettbewerb Made in Germany fördert außerdem den deutschen Nachwuchs mit einem filmbezogenen Sachpreis.

die Filmtage zeichnen sich auch durch ihr rahmenprogramm aus: diskussionen, Workshops, Festivalparties und das Get-together nach den Filmen machen das Festival zu mehr als einer reinen Filmveranstaltung. Besonders wichtig ist der dialog zwischen FilmemacherInnen und Publikum: Viele internationale Gäste stellen ihre Filme persönlich vor und können Eindrücke und Anregungen von den ZuschauerInnen mitnehmen.

Die Film- und Gästeauswahl unterstreicht den internationalen Charakter und anspruch des Festivals: die Filmtage sind ein Forum für den Austausch über queere Filmkultur aus aller Welt.

Programm der 21. Lesbisch Schwulen Filmtage als PDF

Aufgrund des sehr großen Publikums-Interesses an dem Film „The Secret Diaries of Miss Anne Lister“ (diesen Sonntag, 20.15 Uhr) wird dieser in der kommenden Woche erneut zu sehen sein:

Im Rahmen des traditionellen „Nachbebens“, das am Samstag, 30.10. ab 21.15. Uhr im Metropolis-Kino stattfindet, wird der Film noch einmal gezeigt. Im Rahmenprogramm wird das Festivalteam außerdem die spannendsten und witzigsten Eindrücke des Festivals noch einmal Revue passieren lassen.
Schließlich wird dann noch der Gewinner oder die Gewinnerin des Publikumspreises „Made in Germany“ (für den besten deutschen Kurzfilm) verkündet und als Sachpreis die Option auf eine Veröffentlichung auf DVD überreicht.

Informationen zum Nachbeben

http://www.lsf-hamburg.de/tickets.html

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