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Motorradgottesdienst – Verkehrschaos und Verlogenheit

4. August 2010 von Mark von Gestern

Brandheiß

Die Partei der Lederbeinigen Ressourcenvergeuder und der Club der Gesegneten Klimakiller teilten gestern die Hansestadt in Lärmende und Gerechte. Ich war der Gerechte!

MotorradwinkerWir kennen das schon. Alljährlich wird für die Schweinebiker, die sich gierig dem kirchlichen Segen abholen, weil sie aberglauben, dass sie so nicht bei 120 km/h auf die Fresse fallen und sich das Genick brechen, die Hansestadt geteilt. Da gibt es für drei Stunden kein Durchkommen mehr.

Altona ist vom Rest der Welt für diese Zeit verkehrstechnisch abgeschnitten. Denn mit Gottes Hilfe lotst man die über 20.000 speckbäuchigen Biker quer durch die Stadt vom Michel zur A7. Anstatt sie bei den Elbbrücken in die Elbe zu entsorgen …

A7 Richtung IkeaDas Christenvolk säumt winkend Brücken und Bürgersteige und freut sich am Klimagas, dem Brummbrumm der japanischen Reishobel und an den christlich gesegneten Kolonnen der Ignoranz. Echt, das einzig Positive war, aus dem Augenwinkel eine Inspiration der aktuellen Mode der Motorradbekleidung zu sehen.

Ich legte mich mit einer verkehrsabriegelnden Polizistin an, die nicht verstand, warum ich mich so aufregte, da das Ereignis schon wochenlang in den Medien angekündigt wurde.

Nun macht man aber einen großen Bogen um die vielen Medien, die einen ja oftmals für dumm verkaufen wollen. Was nun? Ok, sich aufzuregen, macht erstrecht keinen Sinn, eigentlich muss man da drüber stehen. Aber wenn man frischgebackener Vater ist und nicht nach Hause kann deswegen …

Der nächste Schutzmann drohte mir mit einem Punkt in Flensburg und € 40,- Strafe, weil ich angeblich beim Abbiegemanöver, um den Stau zu umfahren, meine Frau per Handy angerufen hätte. Lüge. Lüge. Dann könnte man ja gleich an die Jungfrauengeburt und Christi Himmelfahrt glauben, Herr Wachtmeister!

Im Übrigen beschwere ich mich über ihr Verkehrschaos hier und wäre bereit die Strafe sofort bar zu zahlen, wenn diesem Wahnsinn Einhalt geboten würde …

Ich bin dann aber abhauen!

Für die evangelische Kirche – in diesem Fall Nordelbien! – sind die abergläubischen Motorradfahrer ein gefundenes Fressen. Die meisten der Zweiradchristen zahlen natürlich keine Kirchensteuer, sondern nehmen die Rosinen (den Segen) für ihr eigenes Überleben.

Ich fürchte, so hat der Herrgott das nicht gemeint – macht die Erde und euch selbst kaputt, aber lasst euch gefälligst vorher segnen!

Ich bin echt sauer über diese Stadtpolitik und über dieses zutiefst verlogenen Ereigniss, dass trotzdem tausende von Touristen in unsere schöne Stadt lockt. Macht das doch außerhalb oder in Oortkaten wo ihr unter euch seit!

Von Stadt und Kirche will ich nichts mehr über Umweltschutz und Nachhaltigkeit hören, denn das ist nicht glaubwürdig, wenn man für christliche Motorradfahrer – ohnehin eine unbedeutende Sekte – großräumig sperrt. Als wären die Todgeweihten etwas Besseres und müssen sich deshalb nicht dem normalen Verkehrschaos in Hamburg stellen!

Ich will eine schöne und nicht eine laute und abgesperrte Sonntagsstadt!

Blödiane: http://www.mogo.de

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