Demos Hamburg 1. Mai – Der Tag der Arbeit

Tüchtig auf die Fresse wird es geben. Neben friedlichen und politischen Veranstaltungen, ist der Laden des traditionellen Arbeiterfeiertags auch für Hohlbratzen geöffnet, die sich etwa in Hamburg in der Schanze ein Stelldichein geben. Was es sonst noch gibt an Demos zum 1. Mai erfahrt ihr hier.

Das Herausragende und Gemeinsame bei den Demonstrationszügen und Kundgebungen zum 1. Mai ist stets der Ruf nach Gerechtigkeit und Vater Staat. Der solls richten. Über die Jahrzehnte erkennt selbst ein Blinder mit dem Krückstock die Überregulierung nahezu sämtlicher Lebensbereiche und ein grundsätzliches Zuviel an Staat. Dass dieser mitunter die Dinge falsch reguliert und manche Bereiche gar nicht – Stichwort: Finanzkrise – ist ein anderes Thema. Auch das diejenigen, die heute nach mehr Staat rufen, mehr Staat und mehr Gerechtigkeit, mehr Steuern, morgen gegen die staatliche Vorratsdatenspeicherung, gegen Volkszählung und Polizei stehen, nehmen diese selbst nicht als Widerspruch wahr. Eine seltsame Welt in der wir leben. Müssen.

Die erste Demo in der Schanze findet unter dem Motto “Stadt selbst machen“ schon am 30. April 2011 um 15.00 Uhr statt. Hier heißt es: Tanz in den MaiÜberregionale Demo gegen kapitalistische Zustände, für den Erhalt der Flora und das Recht auf Stadt! Investoren enteignen – Stadt aneignen – Rote Flora verteidigen! Die ganze Sache ist äußert Heikel, die „autonome“ Gemeinde wnkt mit ihren einfach strukturierten KLischees durch das Feuer der Shoppingmeile Sternschanze und schrappt am wasserwerfenden Abgrund entlang bis der Galaostrich Kopf steht. Dabei scheut man nicht vor ganz flachen Plattitüden zurück, mit denen man sich offenbar selber Mut macht: Neoliberale Privatisierungsmodelle angreifen! Grundbuch zerscheppern! Mit Grundbuch ist natürlich nicht das Grundgesetzt gemeint. Und Neoliberal ist ein Gespenst zum Anfassen.

Der Tag der Arbeit, Maifeiertag oder Kampftag der Arbeiterbewegung ist also kein Fest, bei dem die Arbeit – von der man ja nicht einmal weiß, wer sie erfunden hat (ich war es jedenfalls nicht) – an sich gefeiert wird. Es ist ein internationaler Tag der Solidarität und der Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeiter und Angestellten. Aber was ist darauf geworden?!

Und so heißt es bundesweit und auch in Hamburg:
Heraus zum revolutionären 1. Mai 2011 – Klasse gegen Klasse!


Heraus zum revolutionären 1. Mai 2011 in Hamburg – Klasse gegen Klasse!

Keine Ahnung, was genau hier mit Klasse gemeint ist. Menschen, die einer bestimmten gesellschaftlichen Klasse zugeordnet werden? Von wem? Es handelt sich um Menschen. Ihr Klassen sind mir egal.

Das Bündnis für einen revolutionären 1. Mai in Hamburg lädt um 18.00 Uhr zum Altonaer Bahnhof, von wo aus man wahrscheinlich revolutionär gegen die Schanze zieht.

Doch es gibt Gott sei Dank auch noch den DGB. Traditionell veranstaltet er die größten Kundgebungen des Maifeiertags, so auch dieses Mal am 1. Mai 2011 in Hamburg. Vom Besenbinderhof, wo man sich gegen 10.30 Uhr trifft, geht es um 11.00 Uhr bezeichnenderweise zum Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek. Die ungesunde Kopfarbeit vor dem Computer hat die menschengenehme, handfeste Arbeit ins Museum verfrachtet.


1. Mai 2011 – DGB-Maiveranstaltung ab 13.00 Uhr beim Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, 22305 Hamburg – Map

Kreativ und humorvoll geht es bei der Euromayday Parade in Hamburg zu, der, wie schon im Vorjahr beim Park Fiction auf St. Pauli am Hafen startet. Die Aktionen rund um diesen „Euromayday“ sind zwar ziemlich verkopft – „Prekarität, das ist heute die Variable, mit der wir rechnen“, aber gedankenreich und wasserdicht verargumentiert. Dennoch ist diese Veranstaltung eine Happening, eine Freakparade, ein soziales Netzwerk in Bewegung. Euromayday gibt es in praktisch jeder europäischen Metropole, die auf sich hält, wie bei Facebook nachzulesen.


1. Mai 2011 – Euromayday Parade Hamburg am Sonntag, 1. Mai von 14:00 – 17:00, Park Fiction, Sankt Pauli, Fischmarkt 19, 22767 Hamburg – Map

Euromayday Parade Hamburg: Wieder mit Kinderwagen! Und hier geht’s lang: Bernhard-Nocht-Str., Zirkusweg, Kastanienallee, Taubenstr., Reeperbahn, Hein-Hoyer, Clemens-Schultz/Paul-Roosen-Str., Holstenstr., Max-Brauer-Allee, Bodenstedtstr, Goldbachstr, Haubachstr., Lessingtunnel, Barner Straße, Bahrenfelder Straße, Spritzenplatz.

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