Sitzblockade & Konzert, Blockupy & Abgeordnete am Tag der Elbphilharmonie

Sitzblockade & Konzert, Blockupy & Abgeordnete am Tag der Elbphilharmonie

Tag der Elbphilharmonie 2014. Tausende Neugierige strömen in die HafenCity und freuen sich auf einen sommerlichen Tag mit tollen Konzerten und einer interessanten Besichtung der Baustelle Elbphilharmonie. Dort treffe ich zufällig „meine“ Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft Gabi Dobusch (SPD) und durchstreife mit ihr das Gebäude. Während unten in der HafenCity Wasserwerfer die überschaubare, doch lauthalsige Demo von Blockupy HH begleiten. So wars:

Relaxen in der HafenCity

Man stapft also nichts ahnend mit der Familie Richtung Elbphilharmonie und hat sogar einen Parkplatz in der HafenCity gefunden. Sage aber nicht, wo. Soll ja einigermaßen geheim bleiben. Normalerweise kommen wir nicht mit dem Auto, aber an diesem Tag kamen wir vom Reiten mit der Kleinen.
Plötzlich vernehmen wir Lärm und tatsächlich – eine Menschenauflauf, eine Demo, Musik, Parolen, Knarzen der Lautsprecher. Gar nicht mitbekommen, dass hier den Demo ist. Schnell wird klar, was hier los ist. Auch ohne die Spruchbänder, Fahnen und Schilder erkennt man den Antikapitalistischen- und gerne immer auch scheißegal Antifaschistischen-Widerstand, der sich gerne schwarz kleidet, hin und wieder aber auch drapiert in bunten Kostümen und kreativen Pappbastellagen erscheint. Ein schrottiges Fahrzeug mit rauchenden jungen Fräuleins und lauter Musik vervollständigt das Bild. Es geht nicht nur gegen den Kapitalismus, den man abzuschaffen wünscht, sondern auch gegen die Elbphilharmonie – in den Augen der Protestler DAS verhasste Symbol für „protzige Elitenkultur“ – und wenn man schon mal dabei ist, gegen den Faschismus, die EU, gegen Totalüberwachung, NSA und Polizei … und leck mich doch am Arsch, was weiß denn ich nicht alles.
Das Problem am Bau Elbphilharmonie scheint für manche zu sein, dass man die Sache nicht den Amerikaner, der EU oder der NATO anlasten kann. Ja, nicht einmal dem Kapitalismus. Oder?

Bullshit-Kampfbegriff „Elitenkultur“

Auf dem Plakat einer armer Irren stand zu lesen: „Wer am 25.5.2014 bei der 1. nationalsozialistischen EU-Parl. & (HH-BV-)Wahlen gültig wählt wählt den NUCLEAR worst case.“ Was für ein ausgemachter Schwachsinn. Und wen soll das davon überzeugen, ungültig zu wählen, außer ausgesuchter Paranoiker, die am Wochenende nicht in die Klinik müssen?

„Bild 6“ der obigen Bildergalerie zeigt eine Handvoll heruntergekommener Demonstranten, die auf Polizisten, die den Zugang zur Elbphilharmonie verwehren, einreden und sie bezichtigen, mit Gummiknüppel-Einsatz und Pfefferspray sie zu unterdrücken. Große Bewunderung für die Nervenstärke der zugelaberten Polizeibeamten steigt in mir auf.

Eine versuchte Sitzblockade unmittelbar vor der Elbphilharmonie war ebenfalls gescheitert.

Man kennt die Leute in Hamburg. Es sind eh meist immer dieselben. Ich habe bei dieser Art Proteste kaum ein einziges nachvollziehbares Argument gehört, das den wilden Aufmarsch plausibel erscheinen ließe. Klar, alle Hamburger prangern die Steuerverschwendung und die extremen Kosten dem Bau der Elbphilharmonie an. Das ist nichts Neues und es wird ja untersucht. Wir alles sind auch gegen die Überwachung durch die NSA. Aber was heißt denn „Elitenkultur, Korruption und Verschwendung in Hamburg“? Das Aufgebot der Wasserwerfer und die vielen Polizisten, die diese Art von Demos begleiten müssen, ist eine Art der Verschwendung in Hamburg, die die allermeisten Bürger absolut ablehnen. Aber es geht nicht anderes, weil der Widerstand eben tapfer gegen die Ungerechtigkeiten der ganzen Welt … tatsächlich „kämpft“. Muss man sich deshalb mit Polizisten schlagen? Kinder und Bürger, die einen schönen Tag im „öffentlichen Raum“ verbringen wollen, in Angst und schrecken versetzen? Und weshalb sollten wir den Kapitalismus abschaffen? Der Kapitalismus ermöglicht es immerhin, dass man sich nach der Demo wunderschönen Alkohol beim EDEKA in der HafenCity kaufen und sich mies betrinken kann.

Ich hab mal die Kamera draufgehalten:
Die Kommentar dieses Youtube-Videos musste ich sperren, weil die Sympathisanten dieses Demo-Zirkus sehr verletzend und aggressiv sind.

Mehr dazu beim NDR:

Besichtigung der Baustelle Elbphilharmonie

Natürlich gab es auch charmante Begegnungen, die das Leben nicht zerstören, sondern bereichern. Ich habe mich gefreut, zufällig „meine“ Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft (MdHB) Gabi Dobusch (SPD) zu treffen und mich mit ihr etwas über dies und das unterhalten zu können. Ich bin natürlich auch auf Facebook mit ihr „befreundet. Dort stellte sich heraus, dass sie eine ehemalige Arbeitskollegin einer guten Freundin von mir ist. So klein ist die Welt. Sie ist sehr sympathisch und eine engagierte, bürgernahe Politikerin, der ich meine Stimme sehr gerne gebe. Zufälligerweise sitzt sie auch im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Elbphilharmonie“ (kurz: PUA Elbphilharmonie) der Hamburgischen Bürgerschaft. Aber darüber haben wir nicht geredet, die Sache geht eh immer wieder durch die Presse und ist sehr komplex.

Die Baustelle, so stellten wir fest, ist seit einem Jahr kaum vorangekommen. Klar, es gab ja den Rechtsstreit und den langen Baustopp von Hochtief. Ich hatte meine Besucherkarte zufällig bekommen, da ein Mann eine über hatte und ich gleich zugriff. Die Baustelle war also für mich nicht soooo interessant, ich könnte aber ein paar tolle Fotos machen.

Die Aufsicht im kleinen Saal der Elbphilharmonie diskutiere mit Frau Dobusch die Grüne Stadt, also die Sache mit der Baumpflanzaktion und dem „Stadtgrün“ bzw. die Sanierung der Parks in Hamburg. Es werden immer noch mehr Bäume gefällt, so hieß es, als nachgepflanzt werden. Ich warf am Ende ein, weshalb man in der Stadt nicht die Möglichkeit des In-die-Höhe-bauens erörtere. Denn wenn man Natur schonen und Stadt stärken möchte, sollte man es wie beispielsweise Vancouver in Kanada machen und in die Höhe bauen. Logisch. Auch die mieten würden günstiger und Fläche würde geschont. Aber damit kommt man zu Zeit nicht weit in Hamburg. Solche Vorhaben lösen aktuell noch zu viel Widerstand aus, gerade von Gruppen, die sonst auf sozialen Wohnungsbau im Innenstadt-Bereich und auf Naturschutz pochen. Also, was willst du machen, wenn sich Vernunft so schwer durchsetzt. Busbeschleunigung natürlich. Und Stadtbahn. Seilbahn und Olympia. Armes Hamburg voller armer Irre!

Kollektiv22: Starker Auftritt vor der Elbphilharmonie

Zunächst spielten Deine Freunde umsonst und draußen vor der Elbphilharmonie. Das ist immer ein Fest für Kinder, ist sage nur: „Schokolade“ und „Häschen hüpf“. Aber danach spielte eine Band, die ich noch nicht kannte: Kollektiv22. Das sind „7 Rock-Pop-Poeten aus Hamburg“, die nicht nur eine tolle Live-Band sind, sondern auch richtig gute Musik machen. Den einen oder anderen Song kennt man schon von ihnen, obwohl ihr Debüt-Album erst am 13. Juni 2014 erscheint. Produziert, das wurde schnell klar beim Hören, wird die Band von einem Guten. Und tatsächlich: Ralf Christian Mayer.

Mir haben die Jungs sehr gut gefallen und ich hätte bei diesem wunderbaren Wetter am Tag der Elbphilharmonie noch lange weiter zuhören können. Und zusehen, denn die Band hat auf jeden Fall bei den Mädels vollen Erfolg. Und, wie gesagt, bei mir. ich freue mich auf die Scheibe und auf die Release-Parts am 13. Juni 1014 im Uebel- & Gefährlich im Feldstraßenbunker!

Kollektiv 22 und Deine Freund am 17. Mai 2014 am Tag der Elbphilharmonie

Das war ein toller Tag in Hamburg!

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