Hamburger Gängeviertel – Ein Büchlein als Weihnachtsgeschenk

Niemand, beinahe niemand, wusste, was mit den Resten des Hamburger Gängeviertels geschehen sollte. Es waren für uns Hamburger fast vergessene Ort irgendwo zwischen „Musikhalle“ und „Gänsemarkt“. Viele Bürger hatten wohl von diesem sagenhaften Viertel gehört, insbesondere vom Bäckerbreitergang, aber dort gewesen sind die wenigsten.

Nur eine handvoll beherzter junger Künstler und ein paar Redakteure des benachbarten Hamburger Abendblatts, brachten den Hamburgern ihr Erbe im Gängeviertel und die Vorgänge darum wieder zu Bewusstsein. So verhinderten sie bislang erfolgreich, die skandalöse Entäußerung der historischen Häuser und damit weitere lieblose büroeksen Glasbauten auf Kosten von Charme und Erinnerung. Ist es da nicht an der Zeit, mehr über dieses Viertel zu erfahren? Vielleicht direkt von einem Zeitzeugen?

Das kleine Büchlein von Werner Hugo Dabelstein ist direkt bei den Künstlern im Gängeviertel erhältlich

Werner Hugo Dabelstein, der im Rahmen der Veranstaltung Zeitzeugen-Cafe im Gängeviertel von seinen Erinnerungen und seiner Kindheit in den 50er Jahren in diesem alten Arbeiterviertel im Herzen der Stadt erzählte, da dazu ein kleines Büchlein in Eigenregie herausgebracht: Hamburger Gängeviertel – Engelsaal, Valentinskamp und mehr – gestern und vorgestern ist nun in der zweiten, ich will fast sagen, Selbst-Auflage erschienen und ist direkt bei den Künstlern des Gängeviertels im Büro der Puppenstube, Valentinskamp 39, für knapp € 10,- erhältlich. Ich konnte noch die alte, die erste Ausgabe für € 9,- erstehen, die etwas schöner gestaltet ist, die neue Auflage ist dafür handlicher und für nur € 8,- vor Ort erhältlich. Natürlich nur, so lange der Vorrat reicht.

Werner Hugo DabelsteinWir erfahren viel Geschichtliches aus dem Hamburger Gängeviertel. Vom „Zweiten Theater“ bis hin zum Bau des Unilever-Hochhauses, von einer Blaskapelle aus dem 19. Jahrhundert, von den Betrieben, Kneipen und Nachbarschaften in dem Tranditionsreichen Stadtteil, bis hin zu den Geschichten und Bedeutungen der Straßennamen in diesem Gebiet. Das Buch ist sehr liebevoll aufbereitet und ein Kleinod in diesen unruhigen Tagen.

Ich meine, es ist ein angemessenes, ein aktuelles und zauberhaftes Weihnachtsgeschenk für Hamburger und Hamburg-Liebhaber und alle, die es werden wollen.

P.S.: Bei Amazon>Amazon ist das Buch nicht erhältlich. Ist das aber nicht rührend: Man muss sich selbst die Mühe machen und das Gängeviertel aufsuchen, um dieses wertvolle Büchlein zu erstehen.

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