Hamburgs Magazine in der Zeitschriftenkrise

Hamburgs Magazine in der Zeitschriftenkrise

In der Medienstadt Hamburg finden sich etliche Magazine, die eben Hamburg zum Thema haben. Selbst in einer vielbeschworenen Zeitschriftenkrise, in der der Springer-Verlag den renomierten Neujahrsempfang des Hamburger Abendblatts absagt, erscheinen neue Titel. Mit SOMMER IN HAMBURG hat die Hansestadt auch ein neues Online-Stadtmagazin.

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Das Hamburg Magazin gibt es ungefähr so lange wie hamburg.de und auch nur Online. Im Internet gibt es neben vielen Blogs und privaten Seiten eine ganze Reihe von Websites, die sich im weitesten Sinne mit Hamburg beschäftigen. Doch mehr oder weniger hochwertige Print-Magazine gibt es in der alten Medienhauptstadt Hamburg reichlich. Mancher Zeitschriften- und Buchhandel hat eine ganze Abteilung mit Publikationen von und zu Hamburg.

Zuletzt entdeckte ich das neue Print-Magazin Hometown Hamburg, das seit April 2009 erscheint. Es ist gut gemacht und sicher lange vor der Medienkrise geplant und umgesetzt. Doch ob ein solches Magazin mit einem Uni-Spezial und in alltbekannter Machart sich am Markt behaupten kann, wird sich zeigen. Denn die Konkurrenz – gerade im Print – ist sehr groß.

Übrigens

Da gibt es noch das kostenlose und erwähnswerte Magazin des ADFC Hamburg: RadCity Magazin! Und die „Bio“-Zeitschrift Natürlich Hamburg – „bewusst handeln – nachhaltig leben“!

Vor mir liegt eine weitere Ausgabe von Schümanns Hamburger. „Das Magazin für Hamburger Angelegenheiten“ hat ein eigenes Profil und berichtet sehr umfangreich und informativ über unser geliebtes Hamburg. Lediglich über Ausgabe 29 „Die Kreativen“ habe ich mich geärgert, weil zu solchem Thema immer die gleichen Namen – beispielsweise Jung von Matt – fallen und das langweilt. Und macht auch ein falsches Bild über Hamburg, denn es gibt hier viel, viel mehr kreative Menschen, als mancher Zeitungsmacher und Werbemensch glaubt. Das ist ja auch ein Grund, warum es SOMMER IN HAMBURG überhaupt gibt.

Die alteingesessen Magazine, wie SZENE Hamburg, Oxmox oder Prinz, machen sich entweder mehr oder weniger selbst Konkurrenz, wie beispielsweise die SZENE mit ihrem Altona Magazin mit „Reportagen aus Hamburgs Westen“ oder erfinden sich gleich ganz neu, wie die St. Pauli Nachrichten.

Lieblos gestaltete Netz-Portale wie Hamburg Web oder aufwendigere Lokalzeitungen im Internet wie Ottensen.info. Allesamt mit klar kommerzieller Ausrichtung … und am Ende auch nichts Neues für wissensdurstige Leser und Leserinnen.

Und so entdeckt man einen leichten Schwerpunkt der Thematiken, die sich um den Hafen, den Kiez, die Schanze, die Uni und Eimsbüttel und eben Altona, beziehungsweise Ottensen drehen. Aber Hamburg ist viel, viel mehr. Und ich frage mich natürlich, wer, außer jemand wie ich, der sich damit beruflich beschäftigt, soll das alles lesen? Denn von den ganzen Kultur- und Stadt-Führern, den Ausgeh-Guides und Koch-Schwarten haben wir ja noch gar nicht geredet …

Link-Box

Ottensen.info, Sankt-Georg.info, Hamburg Magazin, Hamburger HSI-Verlag, Hometown Hamburg, St. Pauli Nachrichten, Klönschnack

Es scheinen die Geschichten in Hamburg von und über die reiche Hansestadt an der Elbe förmlich auf der Straße zu liegen. Und es siedeln hier sehr viele Verlage, Redaktionen und Journalisten. Sie alle wollen mitmischen in Hamburgs Medienlandschaft, einen Teil vom Großstadtdschungel-Kuchen abbekommen und legen sich deshalb mächtig ins Zeug.

Wer die aktuelle Wirtschafts- und auch Medienkrise – oder sagen wir lieber: Zeitschriftenkrise! Denn es sind ja überwiegend Print-Titel in diesem Jahr eingestellt worden – überleben kann, wird sich bald zeigen. Ich hoffe, dass ein offenes, völlig freies, kreatives und glaubwürdiges Online-Angebot, gleichsam ein „Magazin von unten“, wie es SOMMER IN HAMBURG ist, langfristig durchsetzen wird.

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