Kaffee ohne Kleingeld: Verschwindet das Bargeld aus der Hamburger Gastronomie?

Kaffee ohne Kleingeld: Verschwindet das Bargeld aus der Hamburger Gastronomie?

Im November letzten Jahres machten die Public Coffee Roasters von sich reden: Die Hamburger Kaffeerösterei mit drei Filialen (Wexstraße 28, Goldbekplatz 1 und Brandstwiete 3) in der Stadt gilt als erstes Café Deutschlands, in dem man nur noch mit Bankkarte zahlen kann. Bargeld, selbst in kleinsten Beträgen, wird nicht mehr angenommen. Beim Bezahlen eines Single-Espressos für 1,80 Euro wird also künftig der Griff zum Geldplastik fällig.

Freude bei Betreibern

Wird das bargeldlose Zahlen nun zum Trend in der deutschen Gastronomie? Was ist etwa mit den anderen beliebten Straßencafés in der Hansestadt? Einige haben sich jedenfalls schon positiv zum Thema geäußert. Und wer könnte es ihnen verdenken, denn die Zeche per Karte hält für Betreiber eine Menge Vorteile bereit: Allen voran die Zeitersparnis, die zustande kommt, wenn Münzen nicht mehr einzeln aus der Kasse gefischt oder mühselig beim Abendabschluss gezählt werden müssen. Gleichzeitig sinkt die Fehleranfälligkeit: Ein digitales Kassensystem verrechnet sich nicht und ermöglicht es zudem, das Kaufverhalten der Kunden genau zu dokumentieren. So spart man bei der Optimierung von Bestellvorgängen noch mehr Geld und Zeit.

Denkt man außerdem daran, wie viel bakterienverseuchtes Schwarzgeld in der Gastronomie tagtäglich den Besitzer wechselt und wie schnell sich der ein oder andere Gelegenheitsdieb (beim Auszahlen) oder die Bank (beim Einzahlen) ein Sümmchen abzwackt… Finanztechnologieunternehmen, die in Hamburg besonders häufig vertreten sind, nehmen sich dem Trend jedenfalls schon an und entwickeln neue Wege und Möglichkeiten, das Geldgeschäft per Wundermittel Digitalisierung zu revolutionieren.

Umgewöhnung für Kunden?

Für die Kaffeegenießer dürfte das Taler-Tabu wiederum eher gewöhnungsbedürftig sein, denn früher war in Cafés eher das ganze Gegenteil der Fall. Mal eben einen Fünfziger beim Cappuccino-Kauf zu wechseln, wird also zumindest bei den Public Coffee Roasters nicht mehr möglich sein. Wer beim Stadtbummel trotzdem Bargeld braucht, ist mit einer Maestro-Card gut beraten – die gibt es bei manchen Girokonten, zum Beispiel bei der norisbank, gratis dazu. Vorteil: Mit dem kleinen Stück Plastik kann man bei allen Automaten der Cash Group (zu der zählen etwa die Postbank und die Deutsche Bank) bequem ein paar Scheine abheben. Ansonsten bleibt nur der Gang zum Bankomaten des jeweils passenden Geldinstituts (hier eine Übersicht für Hamburg).

Manch einer freut sich aber über das unkomplizierte Bezahlen per Karte. Bargeld wäre vor allem jungen Leuten und Touristen lästig, wie einige (vorzüglich von Kartenanbietern beauftragte) Studien ergaben. Diese Gruppe würde ihre Rechnungen lieber per Bezahl-App auf dem Smartphone begleichen. Gleichzeitig gibt es aber auch genauso viele Studien, die das Sprichwort „Nur Bares ist Wahres“ untermauern. Wer also beides zur Hand hat und immer seinen Kontostand im Auge behält, muss beim Kaffee-Kauf auch nicht durstig bleiben.

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