NEW HAMBURG Festival

NEW HAMBURG Festival

In und um die Immanuelkirche auf der Elbinsel Veddel öffnet NEW HAMBURG seine Tore und lädt ein, die Chancen und Herausforderungen einer zukünftigen Stadtgesellschaft zu verhandeln. Theater. Politik. Kunst. Musik. Diskurs. Begegnung. Drei Wochen vom 3. bis 25. Oktober 2014 offizielle und inoffizielle Feierlichkeiten. Mit dabei: Alte und neue Veddeler Bürger, ein interkommunales Tanzorchester, Ankommende aus aller Welt, Spezialisten des Abwegigen und des Normalen, das NEW HAMBURG Stadttheater, Wissenschaft und Religion, Begegnungskünstler und politische Aktivisten.

Am Eröffnungswochenende vom 3. bis 5. Oktober 2014 erwarten Sie

Theater: Wo SchauSpielHaus drauf steht, da ist natürlich auch Theater drin. Am Eröffnungswochenende erzählt die Theaterperformance »Heimatmuseum« von Abschied und Ankunft. Björn Bickers Stück »Die Insel«, inszeniert mit Veddeler Bürgern und Mitgliedern unseres Ensembles, fragt nach den Bedingungen unseres Zusammenlebens in der Ankunftsstadt des 21. Jahrhunderts.

Musik: Eine sensationelle Konzertreihe bringt während des Festivals Musiker von der Veddel mit Künstlern des Londoner Labels Catapulte Records zusammen und feiert die Vielfalt der Musikstile, Traditionen, Stimmen und Instrumente. Am Eröffnungswochenende jammen im »Intercommunal Orchestra« die Balkan Band, das Postrock-Trio Ear und die Ausnahmemusikerin Derya Yildirim sowie das Gipsy-Jazz-Trio um Thomas Weiss.

Orte der Begegnungen: Das Herz von NEW HAMBURG schlägt in der Immanuelkirche, die auf Initiative von Pastor, Diakonin und Gemeinde in den letzten Monaten zu einem Ort der Begegnung für Menschen unterschiedlichster Herkunft, Kultur und Religion geworden ist. So wird der Gemeindesaal bereits regelmäßig als Café eingerichtet und genutzt – und ist während der drei Wochen im Oktober das Festivalzentrum. Am 3. Oktober 2014 wird es feierlich getauft, vom Projekt »Welcome‘s Höft« als »Sprachcafé« genutzt und ist Treffpunkt für eine Führung durch die Vatan Moschee der benachbarten islamischen Gemeinde. Denn schließlich ist der 3. Oktober nicht nur Tag der Deutschen Einheit sondern auch Tag der offenen Moschee!

NEW HAMBURG – Das Projekt

Hamburg war schon immer Ausgangspunkt für die Suche nach einem neuen, besseren Leben. Von Kanada über Brasilien bis Südafrika zeugen Städtenamen wie Neu Hamburg, NEW HAMBURG oder Novo Hamburgo von dem Traum unzähliger AuswanderInnen, die von hier aus aufbrachen, um heimisch zu werden in einer neuen Welt. Längst ist Hamburg selbst zu einem Ort der Ankunft geworden. Seit Generationen leben hier EinwanderInnen verschiedenster Herkunft zusammen und prägen die Stadt kulturell, religiös, politisch und sozial. Begriffe wie „Mehrheitsgesellschaft“ oder „Leitkultur“ haben ihre Bedeutung verloren. Längst geht es um ein gelingendes Zusammenleben. Um das Schaffen von Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Teilhabe.

Auf der Veddel findet dieser Aushandlungsprozess tagtäglich statt. Ein sichtbares Zeichen für die veränderte Stadt ist die Immanuelkirche auf der Elbinsel, früher Zentrum einer christlich geprägten Gesellschaft. Heute ist die Gemeinde so klein, dass die Kirchenleitung die Stelle des Pastors gestrichen hat. Der letzte Pastor, die neue Diakonin und die Gemeinde möchten aber den Kirchenraum wieder den Menschen des Stadtteils zur Verfügung stellen, egal welcher Herkunft oder Religion sie sind. Sie haben die Kirche geöffnet für Musik, Film, Theater, Sport und verschiedene religiöse Gemeinschaften. An diesen Prozess knüpft NEW HAMBURG an: Seit über einem Jahr arbeiten KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und AktivistInnen gemeinsam mit BewohnerInnen des Stadtteils, mit der Kirchengemeinde, anderen religiösen Gemeinschaften, mit SchülerInnen und LehrerInnen, mit sozialen und politischen Initiativen, mit Geschäftsleuten, StudentInnen und Geflüchteten an unterschiedlichen Projekten, die den kulturellen Reichtum der Veddel feiern und den Kirchenraum zu einem Ort für alle machen. Als Stadttheater im wörtlichen Sinn kreiert NEW HAMBURG politische, soziale und künstlerische Entwürfe für die Ankunftsstadt der Zukunft. Um die Erfahrungen dieses Prozesses mit vielen Menschen von der Veddel und aus dem restlichen Hamburg zu teilen, laden wir zum ersten NEW HAMBURG-Festival ein.

Leider ist die Sache – die Pressearbeit des Schauspielhauses wie gewohnt – nicht sehr übersichtlich. Ein Grund, warum wir den Start des Festival an dieser Stelle verpasst haben. Aber: Aktuelle Termine findet ihr Online unter www.new-hamburg.de/wp/veranstaltungen/kategorie/spielplan/

NEW HAMBURG Festival

Vom 3. bis 25. Oktober 2014
Veddel

Konzept und künstlerische Leitung: Björn Bicker, Malte Jelden, Michael Graessner / Raum, Bühne, Bauten: Michael Graessner / Künstlerische Produktionsleitung: Maike
Gunsilius / Dramaturgie: Christian Tschirner
Gefördert von der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, der Hamburgischen Kulturstiftung und Berenberg

Immanuelkirche

Wilhelmsburger Straße 71
20539 Hamburg

Foto: Die Insel © Christian Bartsch

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