Zukunftskongress 2012 auf Kampnagel

Der Februar 2012 in Hamburg geht schwanger mit Zukunft. Und das im Jahr, an dem der Maja-Kalender endet. Die Hoffnung aber stirbt zuletzt. Auch die auf „gute Arbeit“. Wie sieht sie nun aus die Zukunft der Arbeit? Nach dem Zukunftscamp im Ohnsorg Theater, bei dem wir die Zukunft unserer Stadt erörterten, folgt vom 16. bis 18. Februar der Zukunftskongress auf Kampnagel unter dem Titel Work in Progress.

Besonders Selbstständige und Projektarbeiter stehen im Zentrum des Umbruchs. Sie nutzen die Freiheiten und erhöhte Flexibilität gegenüber einem klassischen Angestelltenverhältnis um selbstbestimmt zu arbeiten und dabei oft ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Gleichzeitig liegen Selbstverwirklichung, Selbstoptimierung und Selbstausbeutung oft eng beieinander. Unsicherheiten nehmen zu.

In Unternehmen stellt die Anwerbung und Sicherung der „Ressource Kreativität“ Management und Personalabteilungen vor neue Herausforderungen. Welches sind die neuen Schlüsselqualifikationen in der Wissensökonomie? Was macht den idealen Arbeitsplatz aus? Müssen neue Wege der Organisation und Entlohnung von Erwerbsarbeit gefunden werden? Welche konkreten Lösungsansätze wurden bereits gefunden? Welche Herausforderungen bleiben bestehen? Welche Unterstützung wäre wünschenswert und notwendig?

Sind Architekten, Musiker, Designer, Journalisten und Künstler etc. Pioniere in einer zukünftigen Arbeitswelt und wie könnte diese aussehen? Stellt die Kreativwirtschaft eine modellhafte Branche dar, die für einen ökonomischen und sozialen Paradigmenwechsel steht? Welche Chancen entstehen, welche Risiken sind zu beachten? Welche Herausforderungen stehen bevor und wie können wir sie angehen? Wie wollen wir arbeiten und leben?

Diese Fragen scheinen brennend und aktuell. Auch der viel umgarnte deutsche Social-Media-Guru Sascha Lobo hat die Sache in seinem Buch Wir nennen es Arbeit: Die digitale Boheme oder: Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung von ausgiebig und mit gewohnt vielen Fremdwörtern erörtert.

Zukunftskongress Hamburg 2012 auf Kampnagel vom 16.-18.2.

Auf der gesellschaftlichen Ebene ergeben sich Probleme besonders im Bereich der sozialen Absicherung, deren Anpassung im Zuge des Übergangs von der Industrie- zur Wissensgesellschaft den Arbeitsrealitäten Vieler (noch) hinterherhinkt. Die Auswirkungen des Wandels berühren oder treffen viele Akteure und werfen die Frage nach der gesellschaftlichen Wertschätzung von kreativer Arbeit auf. Viele Kreative schaffen immaterielle Güter, die sich in wesentlichen Eigenschaften von klassischen Wirtschaftsgütern unterscheiden. Für ihre Verbreitung bedarf es – bedingt durch den technologischen Fortschritt – oft keiner klassischen Vertriebsstruktur mehr.

Auch die Konsumgewohnheiten haben sich durch das Internet verändert. Wie kann eine faire Entlohnung von Kreativ- und Wissensarbeitern dennoch erreicht werden? Der Branche fehlt es bisher an einer gemeinsamen Interessenorganisation. Ist diese überhaupt gewollt? Wo und inwiefern ist die Kreativbranche mit ihren selbst gestrickten Arbeits- und Geschäftsmodellen und Methoden ein Motor für eine Transformation der Arbeitswelt? Sind diese auf andere Wirtschaftszweige oder Verwaltungen übertragbar? Sind sie „massenfähig“ oder handelt es sich in vielen Bereichen lediglich um ein Elitenprojekt? Wie lassen sich soziale Innovationen identifizieren und fördern, die der Markt und existierende Förderinstitutionen nicht erkennen? Wie finden wir Wege um Werte wie Nachhaltigkeit, Offenheit und Freiheit gesellschaftlich zu verankern?

WORK IN PROGRESS – Hamburger Kongress zur Zukunft der Arbeit from Hamburg Kreativ Gesellschaft on Vimeo.

Anmeldung Work in Progress
Für den Kongress WORK IN PROGRESS gibt es verschiedene Ticketvarianten: Sie können sowohl ein Zwei-Tages-Ticket für das gesamte Konferenzprogramm als auch ein Ein-Tages-Ticket für einen der beiden Kongresstage erwerben. Beide Varianten sind für Schüler und Studenten auch ermäßigt zu erhalten (gegen Vorlage eines Schüler- oder Studentenausweises).

Das Abendprogramm der ZEIT-Stiftung ist kostenfrei, dennoch müssen Sie sich auch dafür mit einer Einlasskarte einen Platz reservieren (sofern sie nicht über ein Konferenzticket verfügen).

Hamburger Kongress zur Zukunft der Arbeit
Work in Progress
16.-18. Februar 2012 auf Kampnagel
Jarrestraße 20
22303 Hamburg

http://www.work-in-progress-hamburg.de/

Foto: lu_lu

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