Ina Müller? Irgendwie nee!

Ina Müller? Irgendwie nee!

Inas Nacht im NDR aus dem Schellfischposten, der „älteste Seemannskneipe in Hamburg-Altona am Fischmarkt“, ist Kult, viel gesehen und ein Besuch dort heiß begehrt. Weshalb, erschließt sich mir nicht. Es mag an den vielen Stars aus Funk und Fernehen, Bühne und Film, die sich hier einfinden liegen. An Ina jedenfalls nicht. Meine ich jedenfalls. Ich mag sie nicht, die Ina Müller.

Manchmal zappt man ja doch hinein, in Inas Nacht. Manchmal kommt man nicht umhin, einen Song von ihr zu hören. Oft akkustisch und son Geseier. Manchmal laut und im Duett mit irgend jemanden aus der Showbranche. Schauspieler, Musiker, Sängerinnen, Prominente, die jeder kennt. Ina selbst ist dabei sehr laut und krass. Sie sprüche derb, aber, das muss man anerkennen, manchmal originell. Sie ist schlagfertig und scheint gern zu lachen. Das zusammen mit Fernsehen und Prominenz macht sie so erfolgreich und und für viele anziehend. Dabei wirkt sich für mich, wie ständig auf Koks. Anders ist dieses Gepolter kaum zu erklären. Sie wäre ja nicht die erste aus der Branche, die Hilfmittel einsetzt. Ihre rauhe Stimme und diese „Power“, die sie darstellen muss, legen das nahe. Vielleicht ist aber aber ungerecht und sie hat ein ganz normales Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.

Hamburg hat viele tolle Künstler, sehr talentierte Musikerinnen und charmante Sängerinnen. Nein, Ina Müller muss es sein. Sie ist das Seemannsgarn unter den Feingeweben, die Bordsteinschwalbe unter den Nachtigallen, das Horn von Afrika unter den Queerflöten, das Reibeisen unter den Nagelfeilen. Kann man mögen, muss man aber nicht.

Ina Müller nervt, weil man einfach zu oft auf sie trifft. Für mich ist das, als würde Heidi Kabel († 2010) an jeder 2. Hamburger Ecke anfangen auf mich einzuquatschen. Dabei möchte ich einfach nur meinen Frieden haben, gute Musik, Hamburger Feinkost, charmante Unterhaltung und nervensägenfreie Veranstaltungen. Das aber geht nicht mit Ina Müller.

Seit kurzem ist eine neue CD von ihr auf dem Markt, 48. Offenbar ist damit ihr Alter gemeint. Boah, echt? Dafür können wir wie sie wieder bewundern. Sooo alt und immer noch so laut? Bravo? Und immer noch keine origenellen Songs? GUt, ich kenne kaum welche von ihr, da ich nach spätestens 20 Sekunden aus- oder umschalten muss. Aber die neue Single „Wenn du nicht da bist“. In dem sentimentalen Uptempo-Moll-Song jammert die Platt-Schnute darüber, dass es sie richtig fertig machen würden, wenn „du“ nicht da bist. Also ihr Kerl vermutlich. Aussen schroff und innen ganz weich. Das lieben die Zuschauer. Ich aber nicht.

Ich halte mich lieber an eins ihrer vielen Zitate, dessen Authentizität (ein Fachwort für „Erfolg) ich als außergewöhnlich einschätze: „Dabei mach ich hier nichts anderes, was ich zuhause abends auch mach: Sabbeln, saufen, singen!“

Fotos: Cityshake.de

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