Das Hamburger Hafenmuseum

Das Hamburger Hafenmuseum

Es riecht nach altem Öl und auch die Luft schmeckt irgendwie schmierig. Der feuchte, alte Stahl hat seinen ganz eigenen Duft, vor allem wenn an und mit ihm jahrzehntelang gearbeitet wurde. Das Hafenmuseum in den „50er-Schuppen“ im Hamburger Freihafen ist etwas ganz besonders. Nicht nur für Liebhaber grandioser Industrieromantik und Touristen – auch ehemalige Hafenarbeiter kommen hier voll auf seine Kosten!

Es weiß ja kaum jemand, der mich nicht schon seit langem gut kennt, dass ich ehemaliger Hafenarbeiter bin. Noch 1979 begann ich eine Lehre als Schweißer in der Lehrwerkstatt der Blohm & Voss AG, auf dem Gelände der ehemaligen Stülcken-Werft. Heute steht dort, wie es zu der allgemeinen und manchmal unerträglichen Banalität und Unterhaltungsmentalität passt das Musical-Zelt mit dem König der Löwen!

Ein Besuch bei dem zugegebener Maßen etwas entlegenen Hafenmuseums ist deswegen für mich etwas ganz Besonderes und eine große Freude. Es ist ein Wiedersehen mit alten Bekannten, mit den Gerüchen, dem Stahl, den Fahrzeugen und Kränen, Schiffen und Seelenverkäufern, mit diesen eigenartigen Industriehallen des Hamburger Hafens und den Menschen, die im Hafen ihr Arbeitsleben verbracht haben und die alles nun ehrenamtlich erhalten.

Ich mache kein großes Aufheben um meine 5 Jahre bei Blohm & Voss, in der Reparatur-Abteilung 2, die zuständig war für das Trockendock Elbe 17 und die beiden Schwimmdocks gegenüber des Hamburger Fischmarkts. Damals im Hafen habe ich ein paar Brocken türkisch gelernt, hatte spannende Kollegen vom Bosborus, dem Balkan (vor der Katastrophe in Juguslawien) und aus dem Knast. Ich habe damals sehr viel gelernt, ich habe Solidarität kennengelernt, Arbeistkampf und Gewerkschaften. Musste unter Lebensgefahr in den riesigen Laderäumen, in gefährlicher Höhe und in Doppelböden, bei Wind und Wetter und stets frühmorgens arbeiten.

Sicher bin ich einer der ganz wenigen, der sich vom Hafenarbeiter zum Web-Kreativen gewandelt hat … Aber wir sind vom Thema abgekommen.

Das Hafenmuseum muss man gesehen haben. Unbedingt.

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